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Musik kennt keine Grenzen

Partnerschaftskonzert 100 Jahre Städtisches Blasorchester Backnang – Ensembles aus Annonay und Chelmsford gratulierten

Die Sprache der Musik ist universal. Ein weiteres Mal wurde dies beim Geburtstagskonzert des Städtischen Blasorchesters mit den Ensembles Harmonique Annonay und Caprice Chelmsford deutlich. Gefeiert wurde das 100. Jubiläum der Gastgeber.

Gemeinsames Spiel in der Backnanger Stadthalle: Alle drei Orchester aus Backnang, Annonay und Chelmsford auf beziehungsweise vor der Bühne. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Gemeinsames Spiel in der Backnanger Stadthalle: Alle drei Orchester aus Backnang, Annonay und Chelmsford auf beziehungsweise vor der Bühne. Foto: A. Becher

Von Carmen Warstat

BACKNANG. Nach Ansprachen vom Vorsitzenden des Städtischen Blasorchesters Backnang, Helmut Schaber, und vom Ersten Bürgermeister, Siegfried Janocha, begrüßte Philippe André aus Annonay die Musiker und Gäste in der fast voll besetzten Stadthalle dreisprachig. Charmant moderierte er das Konzert des Ensembles Harmonique, dessen erstes Stück in einen Zirkus entführte. „Au cirque“ von Marcel Chapuis ließ Trapezkünstler und Pferdchen, Elefanten und Clowns vor das innere Auge treten und erlaubte es so, sich in die Zirkuswelt zu träumen.

Schon dieses Stück hatte es hinsichtlich des Schwierigkeitsgrades in sich, aber das Konzert der französischen Gratulanten sollte im weiteren Verlauf noch anspruchsvoller werden. Unter der Leitung von Chrystelle Cano ging es bald in den „Devil’s Tower“ (Thomas Doss). Vom Turm der Burg in Waldneukirchen/Oberösterreich hat einer Sage zufolge der Teufel Besitz ergriffen. Das Stück wartet mit Renaissance-Sequenzen sowie wunderschönen Melodien und Themen, weiten Spannungsbögen und Dissonanzen auf.

Um Meisterschaft und Erfolg im Kampf gegen Schwierigkeiten und Hindernisse geht es in Rossano Galantes „Victory“. Der Komponist ließ sich hierfür von den Begriffen Lachen, Weinen und Denken inspirieren, und das Orchester machte entsprechende, teils pathetisch gehaltene Gefühlsausbrüche hörbar. Mit der Filmmusik „Kung Fu Panda“ hatten die beiden Komponisten „einen echten Spielplatz gefunden“, wie es der Moderator formulierte. Hans Zimmer brachte die außergewöhnliche Partitur mit fernöstlich inspirierten, zarten Percussions ein, und John Powell sorgte für die leichtere Note. „Viel Platz für Exotik und Aktion!“

Etwas populärer, sehr ansprechend auch und „very british“ gestaltete sich die Auswahl der Chelmsforder Musiker unter der Leitung des Dirigenten David Bome. Das Orchester Caprice spielte mit „Barnard Castle“ einen echt englischen Marsch, „Selections from Mary Poppins“, ein James-Bond-Medley, Filmmusik aus „The Magnificient Seven“ („Die glorreichen Sieben“) und „Highlights from Jersey Boys“, einem Broadway-Musical, in dem es um Frankie Valli und die Band Four Seasons geht sowie „Selections from Grease“.

„Die Idiotie der Politik kann die Freundschaften zwischen den drei Orchestern nicht zerstören“

Nun moderierte die (deutsche) Ehefrau des Dirigenten, Katrin Bome, auf bezaubernde Weise. Als „Mutter von zwei binationalen Kindern“ nahm sie auch Stellung zum Thema Brexit und übersetzte diesen Part, weil er ihrem Ehemann ungemein wichtig sei: „Die Idiotie der Politik kann die Verbindungen und Freundschaften zwischen den drei Städten und Orchestern nicht zerstören!“ Hierfür wurde Katrin Bome mit kräftigem Applaus bedacht. Schließlich dankte sie den Mitgliedern des Städtischen Blasorchesters Backnang, die dem Ensemble Caprice freundlicherweise aushalfen sowie allen Gastgebern und Helmut Schaber, unter dessen Leitung das Gemeinschaftskonzert ermöglicht wurde. Caprice gab mit „Happy Birthday“ und „Zum Geburtstag viel Glück“ dann noch eine kleine Überraschungszugabe, bevor die drei Orchester gemeinsam musizierten.

Natürlich reichte die Stadthallenbühne für fast 200 Menschen und ihre Instrumente bei weitem nicht aus, und so versammelten sich beispielsweise viele Flöten und Klarinetten, Oboen und Hörner, ein Fagott unten im Parkett im Rücken des Dirigenten David Bome. Aber das Zusammenspiel klappte gut, sehr gut sogar. Es erklang die Filmmusik zu „Pirates of the Caribbean“ in sattem Sound und mit gewaltigen Akkorden.

Der Taktstab wurde für ein Abba-Medley noch einmal an Chrystelle Cano übergeben, die ihn zu guter Letzt an den Backnanger Dirigenten Christian Wolf weiterreichte. Denn das begeisterte Publikum forderte eine Zugabe ein. Offensichtlich nicht vorbereitet auf so viel Enthusiasmus, spielten die drei Ensembles „Abba Gold“ noch einmal, und es tat der Stimmung keinen Abbruch.

Herzlich dankte Christian Wolf den beiden Gastorchestern und Dirigenten für ihre musikalischen Leistungen. Er versicherte, dass es keinerlei Kommunikationsprobleme gibt, denn: „Musik ist eine Sprache, die auf der Welt verbindet.“

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Erstellt:
21. Oktober 2019, 06:00 Uhr

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