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Plädoyer für Barenboim

Der Orchestervorstand verteidigt den Dirigenten gegen Vorwürfe

Im Konflikt um den künstlerischen Leiter der Berliner Staatsoper Unter den Linden, Daniel Barenboim, hat sich der Orchestervorstand hinter den Chefdirigenten gestellt. „Die Staatskapelle Berlin hat Daniel Barenboim vor 28 Jahren zum Generalmusikdirektor gewählt und 2000 zum Chefdirigent auf Lebenszeit ernannt“, hieß es in einer am Freitag von der Berliner Staatsoper verbreiteten Stellungnahme.

Der inzwischen in München spielende Musiker Willi Hilgers hatte im Bayerischen Rundfunk Vorwürfe gegen Barenboim erhoben und unter anderem von häufigen Schikanen gesprochen. Er habe Bluthochdruck bekommen und am Ende unter einer schweren Depression gelitten. Barenboim hatte die Vorwürfe zu seinem persönlichen Verhalten als Generalmusikdirektor am Donnerstag zurückgewiesen.

Mit ihrem Generalmusikdirektor feiere die Staatskapelle durch gegenseitiges Vertrauen und in enger Zusammenarbeit regelmäßig große künstlerische Erfolge, hieß es vom Orchestervorstand. „Dieses Vertrauen bleibt auch jetzt unangetastet. Die Staatskapelle freut sich deswegen auf weitere Jahre erfolgreicher Zusammenarbeit.“ Der Intendant Matthias Schulz sagte, er stehe dafür, „dass Konflikte, die es selbstverständlich auch an einem Opernhaus gibt, bewusst und konstruktiv angegangen werden“. Ein Grundpfeiler der Arbeit in der Staatsoper sei ein offener, wertschätzender und angstfreier Umgang miteinander. „Dies umfasst alle Mitarbeiter des Hauses und somit auch den von uns sehr geschätzten Generalmusikdirektor Daniel Barenboim und die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit ihm.“ Daran werde weiterhin gemeinsam gearbeitet.

Rund ein Dutzend Mitarbeiter hatte dem weltberühmten Dirigenten und Pianisten überwiegend anonym einen autoritären Führungsstil vorgeworfen, der auch vor persönlichen Beleidigungen und Verletzungen nicht zurückschrecke. Der Bayerische Rundfunk ließ drei Kritiker namentlich zu Wort kommen, darunter Willi Hilgers, der auch erklärte, von Daniel Barenboim nie beim Namen genannt worden zu sein. Auch ein anderer ehemaliger Staatskapellen-Musiker, der dreizehn Jahre im Orchester spielte, sprach von Angst vor Barenboims Temperament. Manchmal sei dieser launisch gewesen, und aus dem Nichts sei dann ein Stimmungswandel gekommen. (dpa)

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Erstellt:
23. Februar 2019, 03:04 Uhr

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