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Satire satt sowie nachdenkliche Noten

Die Gruschtelkammer Auenwald stellt ihr Programm mit bekannten und neuen Gesichtern für die Saison 2020/2021 vor.

Mathias Richling

Mathias Richling

Von Ingrid Knack

AUENWALD. Wenn sich der Gruschtelkammer-Vorhang nun in der Auenwaldhalle wieder öffnet, wird ein höchst abwechslungsreiches Programm mit Spitzenkünstlern geboten. Hier ein kleiner Einblick ins Programmheft. Zum Start gibt es gleich eine Premiere. Am 16. September präsentiert Mathias Richling „Richling #2020“. Der Stuttgarter Kabarettist wartet nicht auf Silvester, er zieht jetzt schon die Bilanz eines bereits ereignisreichen Jahres. Hilfreich sind dabei wie immer Politiker nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus dem „bösen Ausland“, wo sich Populisten und Diktatoren ins Fäustchen lachen über unsere (hoffentlich) für Menschenrechte und Grundgesetz sensibilisierte Gesellschaft. In der Coronakrise hat sich das satirefähige Personal vervielfacht: Der Virologe Lothar Wieler vom RKI und der Desinfektionsmittel spritzende US-Präsident Trump sind die Protagonisten.

Wieder einmal, am 21. Januar 2021, ist Rüdiger Hoffmann zu Gast. Gruschtelkammer-Chef Charley Graf: „Er war nach seinem ersten Auftritt in Auenwald vor drei Jahren derart begeistert, dass er gleich sagte ,Da will ich noch mal hin‘.“ Ein Stuhl und sein Einstiegssatz „Ja, hallo erst mal! Ich weiß gar nicht, ob Sie’s wussten...“ gehören zu den unverwechselbaren Markenzeichen des Ostwestfalen. Rüdiger Hoffmann serviert kabarettistische Glanznummern zu den kleinen und großen alltäglichen Katastrophen, fein abgeschmeckt mit einer Prise Musik. „Auch diesmal lässt er es sich nicht nehmen, gelegentlich in die Tasten zu greifen und sein Programm mit scharfsinnig-bösen, aber auch heiteren Liedern zu ergänzen“, so Graf.

Für viele der treuen Gruschtelkammer-Besucher war der Auftritt von Stefan Jürgens vor elf Jahren eines der Highlights in der 29-jährigen Geschichte der Gruschtelkammer. Seitdem Jürgens bei Auftritten in „RTL Samstag Nacht“ Kultstatus erreichte, ist er nicht mehr auf die Bremse getreten. Schon seine Schauspielkarriere hat ihm dazu wenig Gelegenheit gelassen. Doch weder die TV-Erfolge als Berliner Tatort-Kommissar Hellmann und als Major Ribarski in der Soko Wien noch seine mehr als 30 Filme können die Bandbreite des umtriebigen Künstlers vollständig abdecken.

Stefan Jürgens stellt sein neues Album „Was zählt“ vor.

Seit 40 Jahren, seit seinem 16. Lebensjahr, schreibt der vierfache Vater eigene Songs und hat sich damit längst auch in der deutschsprachigen Musikszene einen wohlklingenden Namen gemacht. In der Auenwaldhalle wird er am 9. März 2021 sein neues Album „Was zählt“ vorstellen.

Auf den Höhen des Schwäbischen Waldes wurde die Idee zu einer weiteren Veranstaltung geboren. Ganz zufällig traf Charley Graf den Sänger und Entertainer Marc Marshall. Freilich ging es sofort um einen möglichen Auftritt in der Gruschtelkammer Auenwald. Und tatsächlich beteuerte Marshall: „Das mach ich!“ In der Auenwaldhalle zeigt er das Programm „Herzschlag“. Es ist am 30. September zu erleben.

Schon zum vierten Mal ist Django Asül zu Gast in der Gruschtelkammer (nun am 4. März 2021). Sein aktuelles Programm hat den Titel „Offenes Visier“. Django Asül beschäftigt sich in diesem Werk mit Solidarität und Nachhaltigkeit. Am 28. Oktober kommt Hajo Heist zum zweiten Mal nach Auenwald. In „Noch’n Gedicht“ schlüpft er in die Rolle des liebenswert-verschmitzten Schelms. Wenn der Komiker Hans-Joachim Heist den Komiker Heinz Erhardt imitiert, ist dies heitere Unterhaltung wie anno dazumal.

Der in Bochum geborene Hans Werner Olm wurde für den 11. November engagiert. Mit Anfang 20 kam er nach Berlin und sammelte dort seine ersten Erfahrungen als Musiker, Komiker und Parodist in einschlägigen Clubs. 1976 gründete er zusammen mit Jürgen von der Lippe die legendären Gebrüder Blattschuss und wirkte an deren erstem Album mit.

Jörg Knör gehört zu denen, die bereits zum vierten Mal nach Auenwald kommen. Jetzt am 9. Dezember. Er zeigt seinen „Jahresrückblick 2020 – Das war’s mit Stars“. In unnachahmlicher Weise spielt und parodiert Jörg Knör Prominente. „Der vom großen Loriot entdeckte Künstler feiert in diesem Jahr sein 40-Jahr-Bühnenjubiläum“, weiß Graf.

Auch Lars Reichow ist ein Künstler, der schon mehrfach in der Gruschtelkammer war und jedesmal das Publikum begeisterte. Viele erinnern sich an seine geniale, eigenwillige Interpretation von „Je t’aime.“ Dafür erntete er wahre Lachstürme. Lars Reichow hat ein neues Bühnenprogramm geschrieben. „Ich!“ ist mehr als ein Blick in den Spiegel, eine Scheitelkorrektur oder das Richten einer Strähne. Mit „Ich!“ gelingt dem musikalischen Humanisten ein kabarettistischer Vergnügungskurs für den Umgang mit Selbstgefälligkeit und Selbstverliebtheit unter den Menschen. Sicher auch am 24. Februar 2021 in der Gruschtelkammer.

Der wohl bekannteste schwäbische Kabarettist Christoph Sonntag gehört von Beginn an zur Geschichte der Gruschtelkammer. Alle seine Kabarettprogramme hat er in Auenwald gezeigt. Seit 28 Jahren ist er dort Stammgast und gehört schon fast zum Inventar. Im Jahr 2019 hat er es mit Veranstaltungen etwas ruhiger angehen lassen und ist stattdessen um die Welt gereist. Wenn er im Ausland gefragt wird, wo er denn herkommt, sagt der Burladinger: „...near Munich!“ Das soll sich ändern. Sonntag ist sich sicher: In zwei Jahren wird die ganze Welt Schwäbisch sprechen. Auf seiner Tour rund um den Globus hat er mutige Auswanderer ausfindig gemacht, die den schwäbischen Lifestyle irgendwo auf der Welt implantiert haben. Was dabei herausgekommen ist, erfahren die Gruschtelkammer-Gäste am 3. Februar 2021.

Die Theatergruppe des Vereins


zeigt Komödie von Heidi Mager.

Graf kündigt zudem einen weiteren Stammgast in der Gruschtelkammer an: Werner Koczwara. Dieser tritt am 14. Oktober in der Auenwaldhalle auf. Seit 30 Jahren zeigt Koczwara, dass die juristische Sprache die komischste aller Textgattungen ist. Koczwaras Jubiläumsprogramm ist „ein Brühwürfel aus 30 Jahren intelligentem, unterhaltsamem Humor“, so die Ankündigung. Das neue Stück der Gruschtelkammer-Theatergruppe ist in diesem Jahr eigentlich das alte. Es war fertig von der Amateurschauspieltruppe einstudiert. Doch dann kam Corona. Die Komödie von Heidi Mager, die von Werner Pabst ins Schwäbische übertragen wurde, wird deshalb erst im nächsten Jahr aufgeführt: am 16., 17., 23., 24. und 30. April sowie am 1. Mai. Karten gibt es für alle Vorstellungen nur online über www.gruschtelkammer.de.

Marc Marshall

Marc Marshall

Django Asül

© Dirk Beichert BusinessPhoto

Django Asül

Hans-Joachim Heist

Hans-Joachim Heist

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Erstellt:
14. August 2020, 06:00 Uhr

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