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Skulpturen schmücken Weissach

Künstler und Jugendliche zeigen ihre Werke entlang eines Rundgangs durch den Ort

Zum dritten Mal wurde in Unterweissach der Skulpturenpfad „An Brücken und Wegen“ eröffnet. Neun Künstler und der Jugendtreff Weissach im Tal stellen ihre Werke entlang der Bachläufe des Ortes aus. Bei einem Rundgang konnten die neuen Skulpturen besichtigt werden.

Bei einem ersten Rundgang am Skulpturenpfad durch Weissach im Tal konnten sich die Besucher von den Werken überzeugen. Fotos: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Bei einem ersten Rundgang am Skulpturenpfad durch Weissach im Tal konnten sich die Besucher von den Werken überzeugen. Fotos: A. Becher

Von Claudia Ackermann

WEISSACH IM TAL. Proppenvoll war das Bürgerhaus in Unterweissach bei der Eröffnung. Im Jahr 2012 wurde der Skulpturenpfad ins Leben gerufen. Alle drei Jahre werden die Werke an den zehn Standorten ausgetauscht. Grußworte sprach Bürgermeister Ian Schölzel.

Die Kunstausstellung im Ort wird vom Skulpturenkreis des Kulturkreises Bildungszentrum Weissacher Tal in Zusammenarbeit mit der Gemeinde organisiert. Eine Einführung über die einzelnen Werke hielt Ernst Hövelborn, Vorsitzender des Backnanger Heimat- und Kunstvereins, der bei der Auswahl der Künstler beratend zur Seite stand. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung mit fetziger Musik der Murr-Jazzer.

Bei einem gemeinsamen Rundgang konnten sich die zahlreichen Besucher ein Bild von den neuen Werken machen.

An der kleinen Brücke über den Brüdenbach, direkt am Bürgerhaus, hat Beate Wieselhuber-Schneider aus Welzheim ihre Skulptur „Helix“ aus hellem Muschelkalkstein aufgestellt. Von Herkunft und Bearbeitung ganz Stein, assoziiert man mit weiblicher Körperlichkeit, die bewusst reduziert ist.

Auf der geschwungenen Brüdenbachbrücke am Rathaus ist der Bronzeguss „Wächterpaar“ von Matthias Eder aus Leonberg zu sehen. In beide Richtungen der Brücke schaut das männliche und weibliche Paar und nimmt die Position einer klassischen Brückenfigur ein. Lebensgroß sitzt die farbig gefasste Holzskulptur „Pascal“ von Manfred Martin aus Haigerloch an der anderen Bachseite. Ist er ein Bauer oder Wengerter aus der Region oder verweist sein Name auf französische Herkunft?

Unter dem Lindenbaum am Rathaus hat die Bronzeplastik „Im Aufbruch“ von Michaela A. Fischer aus Auenstein-Ilsfeld ihren Platz gefunden. Aus symmetrischen Winkeln drängen Menschen. Das Werk sei eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Zwängen, erläutert die Künstlerin.

Weiter geht der Rundgang zur Langen Brücke, die über die Weißach führt. Einer Schar der fast ausgestorbenen Vogelart Waldrapp hat sich der Weissacher Künstler Walter Meyer in den Keramikfiguren mit dem Titel „Warten auf“ angenommen. Auf einem Baumstamm ruhend, blicken die Vögel mit den schwarzen Tonleibern und langen roten Schnäbeln auf das stille Fließen des Baches. Der Bogen des Rundgangs führt zur befahrenen Forsthausbrücke. Hier ist die „Kleine Stadt an der Weißach“ zu finden.

Jugendliche stellen ihre

Traumhäuser aus

Unter Leitung der Weissacher Künstlerinnen Gabi Jastram und Christel Drautz haben Jugendliche des Jugendtreffs Weissach im Tal Wunsch- und Traumhäuser oder Fantasiegebäude aus Ton gestaltet. Bei jedem Skulpturenpfad in Weissach wird eine Gruppe Kinder oder Jugendlicher miteinbezogen. Auf der anderen Seite der Brücke haben sich seriell nach Gussformen hergestellte Erdmännchen aus Kunststoff in leuchtend sattem Gelb von Ottmar Hörl (Frankfurt am Main, Nürnberg und Wertheim) aufgestellt. Die freundlich dreinblickenden Tiere sollen fern ihrer Heimat im südlichen Afrika dazu anregen, über die Natur nachzudenken.

Weiter geht es zur Brücke über die Weißach in der Welzheimer Straße. „In Schönheit gebogen“ heißt der Edelstahlguss von Eckhart Dietz. Die Skulptur, die dem Figürlichen angenähert ist und sich nach hinten zur Bodenplatte neigt, hat der Künstler aus Schwäbisch Gmünd aus Kuben aufgebaut. Schließlich führt der Weg zur überdachten Holzbrücke bei der Gemeindehalle. Till Failmezger (Pleidelsheim) hat seine große Skulptur mit dem Titel „Gras“ aus grünem Anröchter Dolomit geschaffen. Dabei bearbeitet er den Naturstein mit einer speziellen Kettensäge, die Spuren hinterlässt und besondere Gestaltungsmöglichkeiten bietet. Der Rundgang endet bei der Plastik „Movement“ aus sandgestrahlten Stahlrohren von Manuela Tirler aus Plochingen an der Weissacher Gemeindehalle. Wie eine Art künstliche Pflanze fügt sich das Gebilde zusammen.

Im Anschluss an den Rundgang war noch vor und im Bürgerhaus für Kaffee und Kuchen vom Kindergarten Oberweissach bei Jazzmusik und anregenden Gesprächen über den neuen Skulpturenpfad gesorgt, der jetzt bis zum 30. April 2021 besichtigt werden kann.

Ottmar Hörl will mit den gelben Erdmännchen anregen, über die Natur nachzudenken.

© Pressefotografie Alexander Beche

Ottmar Hörl will mit den gelben Erdmännchen anregen, über die Natur nachzudenken.

„Pascal“ von Manfred Martin aus Haigerloch.

„Pascal“ von Manfred Martin aus Haigerloch.

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Erstellt:
14. Juni 2018, 14:34 Uhr

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