Spielwitz und Spielfreude

Pianist Monty Alexander und seine Trio-Kollegen werden im Bürgerhaus Backnang gefeiert

Begeisterter Applaus empfing den jamaikanischen Pianisten Monty Alexander bei seinem Backnanger Konzert „Love Notes: Jamaica to Jazz“ und der steigerte sich kontinuierlich im Verlauf des Abends. Nach jedem Stück gab es immer mehr Begeisterungsrufe und -pfiffe und zum guten Schluss Standing Ovations. Das Publikum aus nah und fern war enthusiasmiert.

Pianist Monty Alexander zitiert gerne aus Stücken berühmter Komponisten. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Pianist Monty Alexander zitiert gerne aus Stücken berühmter Komponisten. Foto: A. Becher

Von Miklós Vajna

BACKNANG. Ungewöhnlich der Aufbau auf der Bühne: Der Pianist saß auf der rechten Bühnenseite hinter dem Flügel, und in seinem Rücken, also links, spielten die beiden anderen Musiker. Diese Anordnung der Instrumente hatte einen eigenen optischen Reiz und wurde durch die wechselnden Bühnenlichtsituationen zu einigen stimmungsvollen Gemälden stilisiert.

Wie Monty Alexander in seiner Schlussmoderation andeutete, gibt es Stimmen, die meinen, er spiele keinen konsequenten Jazz. Das ist ihm aber als gebürtigen Jamaikaner nicht so wichtig, denn seine musikalische Liebe gilt den Melodien und der Rhythmik seines Geburtslands. Auch seine Performance entspricht nicht dem gängigen Muster eines Jazzvortrags, seine Herangehensweise an die Stücke ist improvisierend kreativ. Es gibt keine vorhersehbaren, schematisch ausgetretenen musikalischen Pfade und Standardvorgaben.

Freie Abweichungen

sind immer möglich

Die grobe Richtung ist mit den anderen Musikern abgesprochen, freie Abweichungen sind jedoch immer möglich und werden durch Handzeichen kommuniziert. Das macht das Zuhören immer spannend, man ist gebannt und freut sich auf die nächsten Entwicklungen. Alexanders vielfältigen Einfälle kommen aus der Gesangslinie und sind gut nachvollziehbar. Obwohl seine Stärke eindeutig in den romantisch gefühlvollen Stücken mit einer melodisch reichen, vielschichtigen Machart liegt, beherrscht er natürlich die Stilistik von Blues bis Modern Jazz mit ihren typischen Passagen und Harmonien. Der Flügel, sehr gut im Verhältnis zu den anderen Instrumenten abgemischt, wird in allen Registern und Klangfarben genutzt. Der Pianist zitiert immer wieder gerne: Unter anderem waren Melodiefetzen aus dem „Minutenwalzer“ von Chopin und aus der „Rhapsodie in Blue“ von Gershwin und ein längerer Einschub des „Pink Panther“ zu hören. Mit seinem Bassisten JJ Shakur hatte Monty Alexander ein wunderschönes klangvolles Balladenduett, mit dem Schlagzeuger Jason Brown trommelte er gemeinsam die Einleitung zu einem seiner Stücke. Der Bassist als auch der Schlagzeuger waren souverän, flexibel und folgten zuverlässig und einfallsreich jeder neuen Richtung.

Die Zugabe war der „Banana Boat Song“, von Monty Alexander auf einer edlen Melodica virtuos eingeleitet und mit kratzig rauer Stimme auch gesungen. Nach der Zugabe gab es unvermutet als Draufgabe noch eine Überraschung: Eine italienische Sängerin sang „C’est si bon“ – mit einer Jodeleinlage des Pianisten – und „A Time for Love“.

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Erstellt:
19. November 2018, 11:58 Uhr

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