Ehre fürs Schauspiel Stuttgart

Stuttgart ist für die Mülheimer Theatertage nominiert

Der Autor Thomas Köck wird für sein sprachstarkes Drama „forecast: ödipus“ ausgezeichnet – was das fürs Schauspiel Stuttgart bedeutet.

Thomas Köcks „Forecast: Ödipus“ fürs Schauspiel Stuttgart, eine Überschreibung eines Antikendramas, ist zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen.

© Katrin Ribbe/Schauspiel Stuttgart

Thomas Köcks „Forecast: Ödipus“ fürs Schauspiel Stuttgart, eine Überschreibung eines Antikendramas, ist zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen.

Von Nicole Golombek

Die bildkräftige „forecast: ödipus“-Inszenierung von Stefan Pucher hätte eine Einladung zum Berliner Theatertreffen verdient gehabt, doch mit so einer Theaterehrung ist das Schauspiel Stuttgart seit der Intendanz von Burkhard C. Kosminski noch nicht bedacht worden. Gleich zwei hochrangige Ehrungen erhalten dafür der Autor und das Theater für die sprachlich herausfordernde und ironische Überschreibung des Antikendramas Ödipus: „forecast:ödipus. living on a damaged planet“ von Thomas Köck. Das Stück ist für die 49. Mülheimer Theatertage nominiert. Es wird am 22. Mai zu sehen sein und als eins von sieben Stücken um den mit 15 000 Euro dotierten Mülheimer Dramatikpreis konkurrieren. Zuvor war „forecast:ödipus“ bereits zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen worden.

Franz Wille, Sprecher des Mülheimer Auswahlgremiums, sprach von einer „sehr freien Ödipus-Fortschreibung“ und nannte den Chor „sehr witzig und schlagend“. „forecast:ödipus“ sei eine der „fetten“ Inszenierungen, die bühnentechnisch nur mit größtem Aufwand umzusetzen seien.

Im vergangenen Jahr war bereits „Der Triumph der Waldrebe in Europa“ von Clemens J. Setz in Mülheim eingeladen. Und 2019 war der Büchnerpreisträger mit einer für Stuttgart geschriebenen Schöpfung vertreten – „Die Abweichungen“. Mit den Auszeichnungen, die solche Einladungen darstellen, wird die konsequente Förderung von Autorinnen und Autoren durch das Stuttgarter Theater geehrt. „forecast: ödipus“ ist in Stuttgart wieder am 22. April zu sehen.

Info

AufführungenThomas Köcks „forecast: ödipus“ ist außerdem am 30. April um 18 Uhr im Marguerre Saal, Heidelberg, am 22. Mai um 19.30 Uhr in der Stadthalle, Mülheim an der Ruhr und zum letzten Mal am 15. Juni um 19.30 Uhr im Schauspielhaus Stuttgart. Der Müllheimer Dramatikerpreis wird seit 1976 vergeben. Der Preis ist mit 15 000 Euro nominiert, ebenso der Preis für den Nachwuchs.

Mülheimer TheatertageDas Festival in Mülheim an der Ruhr dauert vom 5. bis 25. Mai. Neben Stuttgart nominiert sind „Nora oder Wie man das Herrenhaus kompostiert“ von Sivan Ben Yishai vom Schauspiel Hannover, „Juices“ von Ewe Benbenek vom Nationaltheater Mannheim, „Baracke“ von Rainald Goetz vom Deutschen Theater Berlin, „The Silence“ von Falk Richter von der Schaubühne Berlin, „Laios. Anthropolis II“ von Roland Schimmelpfennig vom Deutschen Schauspielhaus Hamburg und „Antrag auf größtmögliche Entfernung von Gewalt“ von Felicia Zeller vom Theater Oberhausen.

Jugend bei den Mülheimer TheatertagenDer Mülheimer KinderStückePreis wurde 2010 gegründet. Im Bereich Jugendtheater nominiert sind „Winterkind und Herr Jemineh“ von Marion Brasch sowie „Geschichten vom Aufstehen“ von Thomas Freyer, beides vom tjg theater junge generation in Dresden, „Dunkelschwarz“ von Iona Daniel vom Jungen Theater Münster, „Troja! Blinde Passagiere im trojanischen Pferd“ von Henner Kallmeyer vom theaterkohlenpott Herne und „südpol. windstill“ von Armela Madreiter vom Jungen Theater Heidelberg.

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Erstellt:
19. März 2024, 14:54 Uhr
Aktualisiert:
21. März 2024, 13:55 Uhr

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