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Tiermotive und abstrakte Arbeiten

Heike Bader und Helga Margarete Winnewisser von den Kunstfreunden stellen im Allmersbacher Rathaus aus

In wechselnden Ausstellungen zeigen die Kunstfreunde Allmersbach im Tal im Rathaus der Gemeinde ihre Arbeiten. Tiermalerei auf Porzellan und Holz präsentiert Heike Bader bei der neuen Werkschau. Intuitiv entstandene Bilder unter dem Titel „Farbe und Papier“ sind diesmal von Helga Margarete Winnewisser zu sehen.

Die Bilder von Helga Margarete Winnewisser sind aus der Intuition heraus gemalt. Fotos: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Die Bilder von Helga Margarete Winnewisser sind aus der Intuition heraus gemalt. Fotos: J. Fiedler

Von Claudia Ackermann

ALLMERSBACH IM TAL. Die Porzellanmalerei hat Heike Bader bei ihrer Ausbildung in der Porzellanmanufaktur Ludwigsburg von der Pike auf gelernt. Im Rathaus Allmersbach stellt sie Tiermotive aus. Eine Serie mit Raben ist im Erdgeschoss ausgestellt. Auf Tellern, Tassen oder einer Kanne hat Heike Bader mit der Zentangle-Technik gearbeitet, bei der filigrane Linien und Muster fast wie Tattoos wirken. Manchmal benutzt sie älteres Geschirr, das bereits mit einem Dekor oder Goldrand verziert ist. In Allmersbach im Tal gibt Heike Bader Porzellanmalkurse und besitzt in ihrem Atelier einen eigenen Brennofen. Dabei wird mit der Aufglasur-Technik gearbeitet. Das bedeutet, dass die Kursteilnehmer ihr Gemaltes jederzeit wieder korrigieren können, bevor das Resultat gebrannt wird.

Malerei auf Holz als Gegenpart zu den filigranen Arbeiten

Seit einiger Zeit hat die Porzellanmalerin außerdem ihre Liebe zu altem Holz entdeckt. Der grobe Grundstoff bildet für sie einen Kontrast und Ausgleich zu der Arbeit auf der weißen, glatten Oberfläche der feinen Keramik. Das Motiv des Raben hat sie auch hierbei aufgenommen. Der schwarze Vogel ist in dynamischer Flugbewegung auf einem alten Holzstück von einer Stalltür vom Abriss eines Bauernhauses gemalt.

Heike Bader reizt daran, dass das Holz schon ein Stück Lebensgeschichte hinter sich hat. Dem Abfallholz möchte sie zu neuem Glanz verhelfen. Katzenmotive hat sie sowohl in der Porzellanmalerei als auch auf alten Gebrauchsgegenständen aus Holz wie etwa einer Schublade aufgegriffen. Auf einem Holzschemel scheint die Katze durch ein Loch zu blicken. Wer genau hinsieht, entdeckt die kleine Maus, die sie im Visier hat.

Regelmäßig fährt sie zu Skizzenstudien in die Stuttgarter Wilhelma, um Proportion und Bewegungen von Tieren auf Papier einzufangen. Für das Bild eines Elefanten mit seinem Jungtier hat sie als Untergrund einen alten Fensterladen benutzt. Giraffen oder Flamingos sind ihre Motive, die sowohl auf Holz als auch bei der Porzellanmalerei auftauchen.

Die Ausstellung wird ergänzt durch abstrakte Bilder von Helga Margarete Winnewisser, die aus der Intuition heraus malt. Dabei lässt sie Einflüsse und Eindrücke auf sich wirken, die sie malerisch mit Aquarellfarben und -stiften oder Grafitstiften umsetzt. Etwa bei zwei Bildern mit dem Titel „Schubert/Streichquartett d-Moll“ – wobei eines den Zusatz „allegro“ hat und sehr dynamisch gemalt ist. Das andere „andante con moto“ strahlt dagegen Ruhe in gleichmäßigen Bewegungen aus.

In anderen Arbeiten experimentiert Helga Margarete Winnewisser mit verschiedenen Sorten von Papier. So werden etwa Schichten von Seidenpapier und dünnem Transparentpapier mit Kleister zusammengefügt. Bei der Trocknung reagieren die Materialien unterschiedlich – es kommt zu Spannungen und Wellenbildungen. In der Reihe „drunter und drüber“ hat sie mit dieser Technik gearbeitet. „Spannung“ ist der Titel eines Bilds, das sie nach der Trocknung mit Aquarellfarben bemalt hat. Dieser Arbeit sind die Bilder „Ordnung“ in symmetrischer Anordnung und „Gleichgewicht“ als Flechtwerk mit zur Ruhe kommenden Schwingungen gegenübergestellt. Ein anderes Bild hat den Titel „366 minus 77“. Das Jahr 2016 hatte 366 Tage, erläutert sie. An 77 Tagen davon hat sie ihre inneren Empfindungen in kleinen Zeichnungen zu Papier gebracht und mit Datum versehen. Manches mutet wie eine tanzende Figur an. Dann wieder scheint man einen Schmetterling zu erkennen. Oftmals malt die Allmersbacherin gleichzeitig mit beiden Händen, wodurch eine Art Spiegelung der Linien entsteht. Meist mit geschlossenen Augen hat sie ihren Stimmungen und Emotionen Ausdruck gegeben. Für sie ist das Bild eine Art gemaltes Tagebuch.

Die Ausstellung kann noch bis 26. Juli besichtigt werden. Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 8.30 bis 11.30 Uhr, außerdem dienstags von 15.30 bis 18.30 Uhr und donnerstags von 14 bis 16.30 Uhr.

Heike Bader fährt regelmäßig zu Skizzenstudien in die Stuttgarter Wilhelma.

© Jörg Fiedler

Heike Bader fährt regelmäßig zu Skizzenstudien in die Stuttgarter Wilhelma.

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Erstellt:
21. Juni 2019, 11:30 Uhr

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