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Verein Palastkultur nimmt Fahrt auf

Bei der Mitgliederversammlung am heutigen Samstag in Murrhardt soll die Gründung der gGmbH beschlossen werden

Die vorläufig gewählte Vorsitzende Sina Mohr besiegelt mit ihrer Unterschrift die notarielle Eintragung des Vereins Palastkultur. Foto: N. Eilers

Die vorläufig gewählte Vorsitzende Sina Mohr besiegelt mit ihrer Unterschrift die notarielle Eintragung des Vereins Palastkultur. Foto: N. Eilers

Von Lorena Greppo

MURRHARDT. Ein Zugewinn von mehr als 220 Mitgliedern in noch nicht einmal einem Monat – andere Vereine können davon nur träumen. Der neu gegründete und seit kurzem notariell eingetragene Verein Palastkultur könne sich damit nicht zufriedengeben, findet Hardy Wieland. „Das Potenzial muss höher sein“, sagt er und führt aus: „Die Murrhardter Bevölkerung, das Publikum, muss sich Gedanken machen, wie wichtig ihnen der Sommerpalast ist.“ Die Mitgliedschaft sei quasi ein Bekenntnis zu der immerhin schon 25 Jahre bestehenden Veranstaltung. Die Hemmschwelle für den Eintritt in den Verein sei denkbar niedrig, hebt Wieland hervor. Der Mitgliedsbeitrag von 20 Euro (oder beliebig viel mehr) wird einmalig entrichtet, eine Mitarbeit in der Organisation und Umsetzung der Veranstaltung ist nicht verpflichtend.

Der laufende Betrieb finanziere sich durch Einnahmen, Zuschüsse und Sponsoren, erklärt Wieland. Warum also der neue Verein und der einmalige Mitgliedsbeitrag? Das hat mit der Veränderung der Organisationsstruktur zu tun. Bisher war die Stadt Murrhardt Veranstalterin des Sommerpalasts. Die Ausführung erfolgte jedoch durch die vielen Ehrenamtlichen. Momentan bedeutet das, dass unheimlich viel Organisationsarbeit an Hardy Wieland hängt. „Wenn ich ausfalle, gibt’s keinen Sommerpalast“, erklärt er. Um das mittelfristig zu ändern und das operative Geschäft mit den Verantwortlichen zusammenzubringen, brauche es neue Strukturen. „Wir gehen in die Phase 2.0“, so Wieland. Die sieht wie folgt aus: Der Sommerpalast soll künftig von einer gemeinnützigen GmbH veranstaltet werden. Sie hat gegenüber einem Verein, den Vorteil, dass das Risiko geringer ist. Deren einziger Gesellschafter wird der Verein Palastkultur sein. „So ist jedes Mitglied über eine Ecke Gesellschafter“, erläutert Wieland.

Für eine gGmbH braucht es als Einlage ein Stammkapital von 25000 Euro, wovon die Hälfte vorliegen muss. „Das Geld liegt dann zur Sicherheit auf der Bank.“ Diesen Meilenstein habe man bereits erreicht, sagt Wieland. Denn die meisten Mitglieder haben bisher nicht nur die 20 Euro als Beitrag geleistet, sondern im Schnitt 58 Euro. Und täglich trudeln neue Anträge ein. Der Verein wolle auch einen Antrag auf Mittel für Kleinprojekte aus dem Leader-Programm beantragen. Obwohl die benötigten 12500 Euro zusammengekommen sind und das theoretisch gar ausreicht, hofft Hardy Wieland weiterhin darauf, die 500-Mitglieder-Marke knacken zu können. Damit würde das Eis unter den Füßen der Sommerpalast-Organisatoren einerseits dicker.

Nicht zuletzt sei das für ihn aber auch emotional wichtig, zu wissen, dass die Murrhardter hinter dem Sommerpalast stehen. Und nicht nur die Murrhardter. Etwa 20 Prozent der bisherigen Vereinsmitglieder kommen gar nicht aus der Stadt selbst. Aus Nachbarkommunen wie Gschwend, Schwäbisch Hall und Backnang kommen sie, aber auch aus Ludwigsburg, Esslingen, Stuttgart, Leipzig, Köln und sogar aus Biel in der Schweiz. Und auch die Altersverteilung reiche von einem im vergangenen Jahr geborenen Kind bis zum 86-jährigen Senior. Wieland bezeichnet es als „kleine Volksabstimmung“: Wem das Kulturfestival wichtig ist, der solle mitmachen.

Unter anderem deshalb ist der Vorstand des Vereins bisher nur provisorisch gewählt worden – in der Erwartung, dass einige Mitglieder hinzukommen. Das wird heute bei der Versammlung nachgeholt. Weil aus jedem Arbeitsbereich eine Person als Beirat wirkt, umfasst der erweiterte Vorstand insgesamt 20 Personen. Hardy Wieland will auch noch einmal die Gründe der komplizierten neuen Konstruktion erklären. Dann soll auch schon die gemeinnützige GmbH gegründet werden. „So könnten wir schon am nächsten Tag zur Notarin, die gGmbH eintragen lassen und dann sind wir auch schon geschäftsfähig.“ In der Folge gelte es, verschiedene Vereinbarungen zu treffen – allem voran mit der Murrhardter Stadtverwaltung. Darin werde es unter anderem um die Höhe des städtischen Zuschusses für den Sommerpalast gehen. Wieland gibt an, immer wieder Gespräche mit der Stadtverwaltung geführt zu haben. Nach anfänglicher Skepsis gingen inzwischen positive Signale von dort aus.

Das Programm des diesjährigen Kulturfestivals sei auch schon fast fertig, verrät Wieland. Die Zuschauer können sich wieder auf tolle Auftritte freuen. „Ich sage jedes Jahr wieder: Das ist das beste Programm, das wir je hatten.“ Klappt alles wie gedacht, treten unter anderem der Kabarettist Django Asül und die Band „Jazzkantine“ auf – laut Wieland eine „kleine Sensation“. Dass die Entwicklung des Sommerpalastes in jeder Hinsicht eine gute sei, führt er auf eine tragende Säule zurück: „Die Gemeinschaft macht uns stark!“

Mitgliederanträge finden sich zum Download auf www.sommerpalast.de. Die Mitgliederversammlung des Vereins Palastkultur mit Helferfest findet am heutigen Samstag, 29. Februar, um 18.30 Uhr im Schumm-Forum statt.

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Erstellt:
29. Februar 2020, 16:00 Uhr

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