Vom Schulalltag und vom Erwachsenwerden

Backnang Stories 4kids: Autoren lesen in der Stadtbücherei aus der Backnang-Geschichten-Ausgabe für Kinder und Jugendliche

Die 14-jährige Annika Vetter erschrieb sich mit „Luca, Lou und die Sache mit der Spinne“ den ersten Platz beim Schreibwettbewerb in der Jugendkategorie. Bei der Lesung in der Stadtbücherei nimmt sie die Besucher in ihre Gedankenwelt mit. Foto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Die 14-jährige Annika Vetter erschrieb sich mit „Luca, Lou und die Sache mit der Spinne“ den ersten Platz beim Schreibwettbewerb in der Jugendkategorie. Bei der Lesung in der Stadtbücherei nimmt sie die Besucher in ihre Gedankenwelt mit. Foto: J. Fiedler

Von Claudia Ackermann

BACKNANG. Seit 2014 wird vom Leseratten-Verlag die Buchreihe „Backnang Stories“ herausgegeben. Bei einem Schreibwettbewerb werden die besten Geschichten über die Stadt ausgewählt. Nun ist erstmals eine Ausgabe für Kinder und Jugendliche erschienen. In der Stadtbücherei lasen fünf Autorinnen aus „Backnang Stories 4kids 2018“.

Es sind Geschichten, die einen Bezug zur Stadt haben und von Menschen geschrieben sind, die in Backnang oder Umgebung leben. Bei der diesjährigen Ausgabe wurde Wert darauf gelegt, dass die Kurzgeschichten auch für Kinder und Jugendliche geeignet sind. Einige stammen aus der Feder von Autoren, die selbst noch Jugendliche sind. Marion Busch, die im Oktober die Nachfolge von Marianne Engelhardt als Leiterin der Stadtbücherei angetreten hat, eröffnet die Veranstaltung im Lesecafé. Herausgeber der „Backnang Stories“ und Gründer des Leseratten-Verlags ist Marc Hamacher, der das neue Buch vorstellt. Als Ausgabe für Kinder und Jugendliche wurde dieses Mal ein Hardcovereinband gewählt. Das Innere ist mit Grafiken und Porträts der Autoren gestaltet. 16 beim Schreibwettbewerb eingereichte Geschichten wurden von einer Jury für das Buch ausgewählt, in den Kategorien Erwachsene und Jugendliche.

Eine der jungen Autorinnen ist Lara Wingenfeld. Die 15-Jährige liest aus ihrer Geschichte „Der ganz normale Alltag in der Schule“, in der sie Einblicke in den Alltag in der 5. Klasse einer weiterführenden Schule in Backnang gibt. Auf humorvolle Weise schreibt sie aus der Sicht der Schüler. Während von ihnen erwartet wird, dass sie ihre Hausaufgaben am nächsten Tag abgeben, könne sich der Lehrer mit der Korrektur ihrer Arbeiten drei Monate Zeit nehmen, ohne dass er eine Strafarbeit befürchten muss oder ein Gespräch mit den Eltern. Die Erzählung wird zur Fantasiegeschichte, als ein „außermenschliches Wesen“ auftaucht, das, abgesehen von ihr, niemand wahrnehmen kann. „Mr. Amace“ wird diese Schulwoche zur besten ihres Lebens machen...

In die Weihnachtszeit entführt die Geschichte „Artur glaubt“, die die 13-jährige Katharina Frank liest. Leise fällt der Schnee beim Backnanger Weihnachtsmarkt. Was nun, wenn es in Wirklichkeit keine Flocken, sondern kleinere und größere Wesen wären? „...wenn alles, was wir uns vorstellen können, ein winziger Teil der Wahrheit ist?“ Detailreich beschreibt sie den Weihnachtsmarkt: „Zimtduft liegt in der Luft.“ Realität vermischt sich mit Fantasie. War da nicht eine braune Gestalt mit Geweih? Niemand glaubt es, aber: „Seltene Ausnahmen müssen existieren“, heißt es im Text. Die junge Autorin hat sich das Erwachsenwerden zum Inhalt ihrer Weihnachtsgeschichte gemacht. Artur, der in ihrem Alter ist, hat einen kindlichen Teil und einen Teil, der erwachsen wird.

Die 14-jährige Annika Vetter hat den ersten Platz beim Schreibwettbewerb in der Jugendkategorie erlangt. „Luca, Lou und die Sache mit der Spinne“ heißt ihre Geschichte. Auch bei ihr führt die Handlung in den Schulalltag. Obwohl in Ichform geschrieben, ist die Geschichte aus der Perspektive des Schülers Luca erzählt, der ins Backnanger Tausgymnasium eingeschult wurde. Der Junge findet keinen Anschluss. In das hübscheste und lustigste Mädchen Lou ist er ein bisschen verliebt, das ihn jedoch ignoriert. Bis im Klassenzimmer eine Spinne auftaucht, die nicht einmal die Lehrerin hinausbefördern will. Was geschehen kann, wenn man sich etwas traut, erfahren die Zuhörer bei der Lesung.

Nicht nur Geschichten von Jugendlichen sind in „Backnang Stories 4kids“ zu finden. Sabine Baumert begibt sich in „Rabus, der Murrtal-Detektiv“ in die Zeit kurz vor dem Backnanger Gänsekrieg. Im Jahr 1606 lebt eine Hexe in einer Hütte am Murrufer, die einen besonderen Raben hat. Rabus kann mit anderen Tieren sprechen. Auch die Kinder Pauline, Robert und Sebastian, die die alte Frau mögen, verstehen den Vogel. Sind die Tiere nach dem Verbot der Gänsehaltung in Backnang doch nicht geschlachtet, sondern auf eine Wiese außerhalb der Stadt getrieben worden? Rabus begibt sich auf Erkundungsflug.

Vom historischen Backnang geht es in das Genre Fantasy mit Tanja Kummer, die aus ihrer Geschichte „Tims wundersame Reise“ liest. Im Traum wandelt Tim durch ein Backnang, das ganz anders aussieht als in Wirklichkeit. Zahnräder knirschen, Strom wird mit Dampfmaschinen produziert. Tim befindet sich in einer parallelen Welt und erfährt, dass er ein Nachfahre von Jules Verne ist. Hat sein Vorfahre Backnang in einer anderen Dimension erschaffen, so wie er damals die Zukunft sah? Ganz unterschiedlich sind die Ansätze, mit denen sich die Autorinnen dem Thema Backnang nähern.

Eine weitere Lesung zum neu erschienenen Band „Backnang Stories 4kids 2018“ ist am Sonntag, 25. November, um 12.30 Uhr im Backnanger Kino Universum. Dabei gibt es auch eine Überraschung.

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Erstellt:
19. November 2018, 11:56 Uhr

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