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Zwei Murrhardter auf der Musicalbühne

Alexander Soehnle und Anton Schweizer arbeiten im Ensemble des Stücks „Bonifatius“ – Premiere in Fulda am 22. August

Bonifatius – es geht um die Geschichte des Heiligen, bekannt für seine Missionierungsarbeit im Mittelalter. Zwei Männer aus Murrhardt sind Teil dieser Geschichte: Alexander Soehnle und Anton Schweizer. Der eine fungiert als Regieassistent und Abendspielleiter, der andere als Darsteller. Für beide ist es eine neue Herausforderung – ein großes Open Air vor 4500 Zuschauern, mit Liveorchester und einem 120-Mann-Chor.

Alexander Soehnle gibt Anweisungen bei den Proben. Bei aller Konzentration hat man im Ensemble auch großen Spaß zusammen. Fotos: privat

Alexander Soehnle gibt Anweisungen bei den Proben. Bei aller Konzentration hat man im Ensemble auch großen Spaß zusammen. Fotos: privat

Von Yvonne Weirauch

MURRHARDT/FULDA. Sie sind Murrhardter, brennen für die Bühne, sind viel unterwegs, lieben ihre Heimat und das Schwäbischschwätzen. Ein Zufall ist es, der die beiden jetzt auf der Bühne vereint: Am 22. August hat das Stück Bonifatius in Fulda Premiere, Soehnle und Schweizer sind Teil dieser Aufführung. Der eine kümmert sich um einen reibungslosen Ablauf, der andere spielt seine Rolle.

Der 36-jährige Soehnle ist in Backnang geboren, in Murrhardt aufgewachsen und in Sulzbach an der Murr in die Realschule gegangen. Seine Omi Mimi hält nach wie vor „die Stellung in Murrhardt“. Sie war es auch, die ihm die Leidenschaft zur Schauspielerei vermittelt hat.

In den Schuhen der Oma das Steppen gelernt

Mit elf Jahren fing er das Steppen an. „Erst in den Schuhen meiner Oma und später in meinen eigenen“, erzählt Alexander Soehnle. Sein professionelles Bühnendebüt hatte Soehnle 2003 in Stuttgart am Apollo-Theater im SI-Centrum mit der Premiere von „42nd Street“. Viele Engagements folgten, unter anderem bei „Mamma Mia“, „Starlight Express“ und der „Blue Man Group“. Außerdem spielte er 2014 in „Gefährten“ neben Fernsehschauspieler Heinz Hoenig.

Anton Schweizer (24) ist ebenfalls in Murrhardt aufgewachsen, ist dort zur Schule gegangen und hat sein Abi am Heinrich-von-Zügel-Gymnasium gemacht. „In Murrhardt war ich auch im Jugend- und Kammerchor von Gottfried Mayer, was mich musikalisch geprägt hat.“ Nach dem Abi hat es den jungen Mann nach Osnabrück verschlagen, er studierte Musical: „Währenddessen habe ich schon in den Stücken Sunset Boulevard, Hairspray und Addams Family gespielt.“ Sein erstes Engagement nach der Uni war dann das Musical Chicago: „Ich bin danach nach London, um dort an der Royal Academy meinen Master zu machen in ,musical theatre‘.“ Mit Murrhardt ist er verwurzelt: „Meine Eltern sind hier und ich komme immer gerne zurück. Murrhardt hat noch immer ein großes ZuhauseGefühl, auch wenn mein eigentliches Zuhause woanders ist“, sagt Schweizer.

Wie Schweizer versucht auch Alexander Soehnle, wann immer es geht, nach Murrhardt zu kommen. Leider schaffe er es nicht allzu oft. Denn seit 2007 hat er seine Zelte in Berlin aufgeschlagen. Damals ist er für das Musical „Mamma Mia“ in die Hauptstadt gezogen und seitdem hat ihn die Stadt nicht mehr losgelassen. Mittlerweile hat er sich auch sein „Nest“ gebaut – mit Frau und Kind.

Man könnte behaupten, Soehnle hat die Seiten gewechselt, denn im Musical Bonifatius steht der 36-Jährige nicht vor, sondern hinter den Kulissen. Er fungiert als Regieassistent und Abendspielleiter. „Ich habe 2013 mein Regiedebüt mit dem Musical ,Girls an Bord‘ gegeben und seitdem immer wieder Regie geführt“, klärt Soehnle auf. „Ich wollte einfach noch was dazulernen. Dem Regisseur von Bonifatius, Stefan Huber, habe ich schon zweimal assistiert. Er ist einer der gefragtesten Regisseure im deutschsprachigen Raum, was Musiktheater angeht. Von ihm lerne ich sehr gerne.“

Was seine Aufgaben sind? „Hauptsächlich Organisation. Probenpläne schreiben, soufflieren, Proben begleiten und vorbereiten und ein sogenanntes Regiebuch schreiben.“ Das sei ein Buch, in dem alles drinsteht – was jeder Darsteller auf der Bühne macht. Als Abendspielleiter sei er dafür verantwortlich, dass die Vorstellungen reibungslos ablaufen und „so sind, wie es der Regisseur mit den Darstellern einstudiert hat“.

Leidenschaft für die Bühne in die Wiege gelegt

Anton Schweizers Leidenschaft für die Bühne sei ihm in die Wiege gelegt worden. Die Mutter, eine Bühnen- und Kostümbildnerin, machte bei etlichen Musicalproduktionen mit und er habe oft hinter der Bühne gespielt. „Das hat mich schon immer fasziniert und der Weg dahin war irgendwie logisch.“ Er liebe es, in Geschichten und Fantasien abzutauchen, gibt er zu. Auf die Rolle im Musical Bonifatius habe er sich ganz normal beworben, hat vorgetanzt und vorgesungen.

Alexander Soehnle hat Freude daran, sich mit seinem Musicalkollegen über Murrhardt zu unterhalten: „Erst vor Kurzem hat mir Anton vom Sommerpalast erzählt. Da kommt man ins Schwärmen. Und es kommen viele Erinnerungen hoch.“

Zusammen haben die beiden noch nicht agiert. „Bonifatius ist das erste, aber hoffentlich nicht das letzte Stück“, sagt Soehnle.

Die Herausforderung an Bonifatius sei das Open Air. „Man hat natürlich ganz andere Bühnen- und Auftritts- und Backstagesituationen als in einem Theater. Dann sind es rund 4500 Zuschauerplätze.“ Und dann kommen auch noch ein großer Chor und ein großes Orchester dazu. Die Murrhardter sind gespannt, wie das Publikum reagieren wird. Sie sind sich sicher: „Es wird bombastisch.“

Wie es nach Bonifatius für Anton Schweizer weitergeht? „Ich habe gerade mit einer Agentur in London den Vertrag unterschrieben und habe auch schon zwei Projekte dort in Planung. Ich werde also nach Fulda erst mal wieder nach London ziehen.“

Alexander Soehnle

© BORBELY HANSEN ERIKA

Alexander Soehnle

Anton Schweizer

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Erstellt:
15. August 2019, 06:00 Uhr

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