Immobilien in den USA

200 Milliarden Dollar sollen Hausbesitzer beruhigen

Donald Trumps Umfragewerte sind schwach – auch wegen der anhaltend hohen Lebenshaltungskosten. Jetzt versucht der US-Präsident bei Immobilien auf ungewöhnliche Art gegenzusteuern.

Donald Trump ist seit Januar 2025 zum zweiten Mal amerikanischer Präsident.

© dpa/AP/Evan Vucci

Donald Trump ist seit Januar 2025 zum zweiten Mal amerikanischer Präsident.

Von Rainer Pörtner

Das großmächtige Auftreten von Donald Trump auf der internationalen Bühne kann leicht darüber hinwegtäuschen, dass der US-Präsident daheim erhebliche Probleme hat. Seinen Wählern hatte er versprochen, die Lebenshaltungskosten stark zu senken – und ihnen damit das Leben insgesamt zu erleichtern. Aber er hat nicht geliefert. Die Preise für Nudeln und Milch, für Jeans und Fernseher, für Mieten und Hauskredite sind weiterhin hoch.

„Affordability“ – also: „Erschwinglichkeit“ – lautet der Schlachtruf, mit dem die oppositionellen Demokraten dem Trump-Lager gerade ordentlich Druck machen. Der Präsident und seine republikanische Partei laufen Gefahr, dass sie bei den Kongresswahlen im November wegen der hohen Verbraucherkosten abgestraft werden.

Das Weiße Haus arbeitet an einer großen Präsidialverordnung

Jetzt ordnete Trump einen großen Ankauf von Hypothekenanleihen an, um Immobilienkredite günstiger zu machen – und reagiert damit auf den öffentlichen Druck. Er weise „seine Vertreter“ an, Immobilienanleihen im Wert von 200 Milliarden US-Dollar (172 Milliarden Euro) zu erwerben, verkündete der Präsident auf seiner Plattform Truth Social. Dies werde zu niedrigeren Hypothekenzinsen und monatlichen Zahlungen führen. Immobilienbesitz werde erschwinglicher.

Der Beitrag folgte einen Tag nach Trumps Ankündigung, im Vorfeld der Wahlen 2026 ein ganzes Paket von Maßnahmen zur Verbesserung der Wohnungserschwinglichkeit vorzustellen. Zuvor hatte Trump schon erklärt, er wolle mit dem Kongress daran arbeiten, institutionellen Investoren den Kauf von Einfamilienhäusern zu verbieten. „Menschen leben in Häusern, nicht Konzerne“, erklärte Trump dazu.

Nach Informationen des US-Magazins Politico arbeitet das Weiße Haus zudem an einer umfassenden Präsidialverordnung, um die Sorgen der Wähler über die Lebenshaltungskosten anzugehen.

Fannie Mae und Freddie Mac sollen zahlen

Wie die genauen Modalitäten und der Zeitrahmen der von Trump gewünschten Ankäufe von Hypothekenanleihen aussehen werden, blieb zunächst unklar. Bill Pulte, Direktor der Bundesbehörde für Wohnungsfinanzierung, sagte in einem Interview, dass die großen Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac die Anweisungen des Präsidenten umsetzen und hypothekenbesicherte Wertpapiere im Umfang von 200 Milliarden US-Dollar auf dem öffentlichen Markt erwerben werden.

Hypothekenbesicherte Wertpapiere bestehen aus Wohnungsdarlehen, die von den staatlich kontrollierten Fannie und Freddie sowie von privaten Finanzinstituten gekauft, gebündelt und als Anleihen emittiert werden, die von Investoren gehandelt werden.

Risiken für die Immobilienfinanzierer

Nach Ansicht von Branchenanalysten kann die Aktion tatsächlich zu sinkenden Hypothekenzinsen führen. Allerdings werde der Effekt wohl eher maßvoll ausfallen. Zudem könnten für Fannie Mae und Freddie Mac erhebliche Probleme entstehen, falls sich die Marktlage ändert.

„Das setzt sie genau denselben Risiken aus, die sie 2008 zu Fall gebracht haben“, sagte Michael Bright, Vorstandsvorsitzender des Finanzdienstleistungsverbands Structured Finance Association. Damals in der großen Hypothekenkrise waren die beiden Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac finanziell ins Taumeln geraten und mussten vom US-Staat gerettet werden.

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Erstellt:
9. Januar 2026, 13:18 Uhr

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