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Als es richtig Winter war

Täglich neu: Landestypisches für Einheimische und Reigschmeckte

Erich Müller aus Gäufelden-Nebringen verdanken wir diesen Beitrag. Er schreibt: „Wenn mr, wie i, jeden Morga uir Schpalte aus dr Zeidong saugt, sott mr au selber ebbes zom Neischreibe doa. Anbei erfüll i mei Schwobepflicht, endem i zruckguck en mei Kendheit, was de Wendr betrifft.

I schlapp gmüetlich rom em Haus,

hock na ond guck zom Feaschdr naus,

mueß mol noch dem Wettr gaffa,

do lauft uff mol d’Erennrong,

wie en ra Zeitmaschee

rückwärts . . . Auga zua . . . em Sprong,

wo i a Bue war, schö ond jong

ond dia Wentr no voll Schnee.

Mir Kendr hend ons aafangs gfreit

übr d’Kälte, Schnee ond Eis,

oft em Novembr war’s so weit.

Z’erscht hot’s bloß a bissle gschneit,

drnoch no abr haufaweis.

Do losst d’Freid noch so Schtond

om Schtond

so viel Schnai kommt raa . . . wo naa?

Äll Morga goht’s mit Schippa rond,

au obets no ond mit dem Grond.

Es wär halt nützlich ond au gsond,

Schnai, so haoch ma gucke kaa (. . .)

Jetzt . . . Auga uff . . . ond guck wie mend

dui Jetztzeit dussa trüeb ond nass.

Ma sieht, dass d’Leit koin Schpass

dra hend

ond bosig uff des Wettr send.

Mr schickt et mol en Hond uff d’Gass,

mr holt sich dusse z’höchscht a Kränk.

D’Kend send dreckich uff oin Schlag,

a Schnupfa isch ihr ,Wentrgschenk‘.

Noch Wocha, wenn e’s recht bedenk,

wär’s au a sonnig trocknr Dag,

passiert no abr doch des Wondr,

dass es wendet, wettrt, wolkt,

schwebet a paar Flöckle rontr

ond bedecket d’Schtroßa montr.

,Verkehrs-Chaos‘ isch, was no folgt.

Den echta Wentr braucht’s vielleicht

für ons bloß uff de Gletschr no,

den mr mit am Audo dupfaleicht

en a paar Schtündle schnell erreicht,

für zwoi, drei Dägle odr so.

Abr ach, au d’Gletschr schmelzet.

Gott, was machet mir no au,

wenn d’Klimazone nordwärts wälzet,

bei ons em Wentr Schtörch

romschtelzet

ond Tse-Tse-Mucke flieget au.

Egal woher er kommt der Mischt,

ois isch ons gwiaß en onsrer Not,

dass vieles schaomol do gwea ischt,

dem dr Mensch halt no mit Lischt

ausgwicha odr trotzet hot.

Velleicht kommt jo au em Lauf dr Zeit,

dass es, woiß Gott, wenn des passiert,

noch manch Johrzehnt mol wiedr

schneit

ond’s Wentr hendr Wentr geit,

grad so, wie’s war ond gmoolet wird.

Mir Menscha send jo hoffende Wesa,

mir leabet mit ond en Erennerong,

mr ka’s en jedem Schuelbuech leasa,

’s isch nie nex so beschtändig gwesa

wie Wechsl ond Veränderong.“

Anmerkung: Grad hemmr mol wieder an „echta Wentr“. Der Spruch des Tages kommt von Georg Bahmann aus Stuttgart-Heslach alias Traugott Armbrüstle: „Mr muaß halt älles en seiner Zeit seha, hot dr Großvadder gesagt, wia en sein Enkel gfrogt hot, worom er d’Großmuader gheiratet häb.“ (jan)

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Erstellt:
11. Januar 2019, 03:14 Uhr

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