Antisemitismus-Beauftragter Blume beunruhigt über QAnon

dpa/lsw Augsburg. Der Antisemitismus-Beauftragte der baden-württembergischen Landesregierung, Michael Blume, hat sich in einem Interview besorgt über die Verschwörungstheorien-Bewegung QAnon geäußert. „Das Ausmaß und die rasche Verbreitung dieses Verschwörungsmythos beunruhigt mich sehr. Wir haben es mit einer apokalyptischen Digital-Sekte zu tun“, sagt der Religionswissenschaftler der „Augsburger Allgemeinen“ (Donnerstagsausgabe).

Michael Blume, der Antisemitismusbeauftragter der baden-württembergischen Landesregierung. Foto: Bernd Weissbrod/dpa/Archivbild

Michael Blume, der Antisemitismusbeauftragter der baden-württembergischen Landesregierung. Foto: Bernd Weissbrod/dpa/Archivbild

Die zentrale Behauptung der QAnon-Anhänger ist, dass es eine Verschwörung gegen US-Präsident Donald Trump in den tieferen Schichten des US-Regierungsapparats gebe. Außerdem behaupten sie oft, prominente Politiker der Demokratischen Partei in den USA ließen sich mit Hormonen behandeln, die aus dem Blut von Kindern gewonnen würden.

Aus Sicht Blumes ist zurzeit zwar ein Zerfall der Bewegung zu beobachten, aber die verbliebenen Anhänger würden sich umso stärker radikalisieren. Insofern sei die Entscheidung von Facebook, künftig schärfer gegen die Verschwörungstheorie-Bewegung vorzugehen, zu begrüßen. Künftig will das Netzwerk Accounts löschen und Seiten sperren, die QAnon vertreten.

„Die großen Internetportale können verhindern, dass noch mehr Menschen in diese Bewegung abrutschen“, wird Blume in dem Interview zitiert. Dennoch bleibe die Bewegung eine Gefahr. „Es gibt keinen Grund zur Entwarnung“, fügte er hinzu.

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Erstellt:
8. Oktober 2020, 05:06 Uhr

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