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Armutsrisiko in Baden-Württemberg mit am geringsten

dpa/lsw Stuttgart/Wiesbaden. In Baden-Württemberg und Bayern ist das Armutsrisiko deutlich geringer als im Rest von Deutschland. Während im vergangenen Jahr in Bayern (11,7 Prozent) und Baden-Württemberg (11,9 Prozent) etwa jeder achte bis neunte Mensch von Armut bedroht war, war es in Bremen (22,7 Prozent) fast jeder vierte Mensch. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag auf Basis des Mikrozensus mit. Die Armutsgefährdungsquote ist ein Indikator zur Messung relativer Einkommensarmut.

Ein Obdachloser liegt auf der Rückseite des Neuen Schlosses unter dem Giebelrelief der Hohen Karlsschule. Foto: Sebastian Kahnert/Achivbild

Ein Obdachloser liegt auf der Rückseite des Neuen Schlosses unter dem Giebelrelief der Hohen Karlsschule. Foto: Sebastian Kahnert/Achivbild

Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) erklärte: „Wir leben in einem vergleichsweise reichen Bundesland, doch auch hierzulande gibt es Armut.“ Gesellschaftliche Teilhabe müsse unabhängig vom Einkommen möglich sein. Der Sozialverband der Paritätische forderte die Politik auf, dass Thema Armut weiter konsequent anzugehen. Armut wirke am stärksten dort, wo es den Menschen im Durchschnitt am besten gehe, sagte die Vorstandsvorsitzende Ursel Wolfgramm. „Dort sind die Mieten und die Lebenshaltungskosten noch höher als anderswo und die Kluft zwischen Arm und Reich ist noch deutlicher spürbar. Ganz besonders betroffen sind hiervon nach wie vor Alleinerziehende und ihre Kinder.“

DGB-Landeschef Martin Kunzmann sagte, ein wohlhabendes Land müsse in der Lage sein, wirkungsvolle Instrumente gegen die seit Jahren steigende Armut einzusetzen. Kunzmann nannte gebührenfreie Betreuungsangebote, einen massiven Ausbau des sozialen Wohnungsbaus und faire Entgelte, die zum Leben reichten.

Wie die Erhebung des Statistischen Bundesamt weiter ergab, ist das Risiko zu verarmen in den neuen Bundesländern und Berlin mit 17,5 Prozent zwar weiterhin höher als in den alten Bundesländern (15 Prozent). Allerdings näherten sich Ost und West zunehmend an.

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Erstellt:
25. Juli 2019, 16:54 Uhr

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