Auch in diesem Jahr maue Bilanz für Freibäder im Südwesten

dpa/lsw Karlsruhe. Die Besucherbilanz für die Freibäder im Südwesten ist auch im Jahr zwei seit Beginn der Corona-Pandemie nicht berauschend. Zwar stabilisieren sich die Zahlen vielerorts, es ist aber kein Vergleich zu Sommern ohne Corona. Auch das Wetter war nicht hilfreich.

Ein Mann springt von einem Sprungbrett kopfüber ins Wasser. Foto: Thomas Warnack/dpa

Ein Mann springt von einem Sprungbrett kopfüber ins Wasser. Foto: Thomas Warnack/dpa

Nicht nur Corona, sondern zusätzlich das Wetter hat vielen Freibädern im Südwesten auch in diesem Jahr die Bilanz vermiest. So zählte die Stadt Mannheim zwischen Ende Mai und dem 8. September rund 116.000 Besucher - das waren deutlich weniger als noch im vergangenen Corona-Jahr (165.000). Im Jahr 2019, vor Ausbruch der Pandemie, hatten 300.000 Badegäste die vier Freibäder der Stadt besucht. „Das Wetter hat in diesem Jahr eindeutig eine große Rolle gespielt“, sagte die Sprecherin. Es sei sehr unbeständig gewesen und vor allem der August sehr verregnet. „Wenn es drei Tage hintereinander regnet und am Tag danach ist es dann schön, dann sind die Bäder dennoch leer“, teilte die Sprecherin mit. Die meisten Freibad-Fans kämen erst, wenn die Sonne über mehrere Tage scheine.

Die vier Freibäder in Karlsruhe hatten mit fast 260.000 Gästen etwa 50.000 weniger im vergangenen Jahr - auch hier war das Wetter schuld am nochmaligen Einbruch, sagte Oliver Sternagel, Geschäftsführer der Bäderbetriebe Karlsruhe. Von Vor-Coronazahlen sei man erst recht weit entfernt: Im Jahr 2019 hätten fast eine halbe Million Menschen die Bäder besucht. Auch wenn die aktuellen Zahlen noch nicht vorliegen, erwartet Sternagel in diesem Jahr wegen entgangener Eintrittspreise wieder ein deutliches Defizit. Dieses hatte schon 2020 rund zehn Millionen Euro betragen - etwa die Hälfte mehr als im Jahr davor. Profitiert vom schlechten Wetter hätten dafür Erlebnisbäder wie das Europabad. Allein im Juli und August seien rekordverdächtige 97.000 Menschen ins Europabad geströmt.

In den drei Freibädern der Stadt Freiburg, darunter nach Worten eines Sprechers das letzte Damenbad Deutschlands, ließen sich in dieser Saison zwischen Mai und Ende August rund 146.000 Besucher sehen. Das war etwa ein Drittel mehr als im Vorjahr (107.000). Grund für den Zuwachs - trotz Wetters und Corona - sei, dass 2021 alle drei Bäder geöffnet hatten. Im Vorjahr blieb eines der Bäder komplett geschlossen. Den dominierenden Faktor für den Badegäste-Schwund sieht der Freiburger Sprecher in den coronabedingten Beschränkungen der Besucherzahlen: „Wir durften die Bäder einfach nicht voll machen.“ Zum Vergleich: Im Jahr 2019 kamen mehr als 460.000 Besucher.

In die fünf Freibäder der Landeshauptstadt Stuttgart kamen rund 380.000 Besucher (Vorjahr: rund 360.000) - einfach deshalb, weil die Corona-Besucherkontingente höher lagen und drei Wochen länger geöffnet war als im Vorjahr. „Wir sind deshalb ganz zufrieden“, sagte eine Sprecherin. Die Zahl der Besucher in „normalen“ Zeiten vor der Pandemie ist dabei aber, wie andernorts auch, in weiter Ferne: Noch 2019 kamen mehr als 760.000 Menschen.

© dpa-infocom, dpa:210914-99-208369/3

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Erstellt:
14. September 2021, 06:02 Uhr

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