Auf Patrouille mit dem Sicherheitsdienst

Jutta Bogner und Hans-Günter Lind kontrollieren zweimal wöchentlich öffentliche Plätze in allen Aspacher Ortsteilen

Immer wieder gibt es in Aspach Probleme mit Vandalismus und Ruhestörung. Seit Anfang August sind deshalb in unregelmäßigen Abständen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes SDS in allen Ortsteilen unterwegs, um Präsenz an öffentlichen Plätzen, Bushaltestellen und Spiel- und Parkplätzen zu zeigen. Die BKZ hat sie auf ihrer Tour begleitet.

Die Stimmung, die dem Sicherheitsdienst auf seiner Patrouille in Aspach entgegenschlägt, ist meistens sehr freundlich. Jutta Bogner und Hans-Günter Lind sind in der Aspacher „Nachtwelt“ nach knapp einem Monat schon bekannt und werden von Anwohnern gegrüßt. Fotos: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Die Stimmung, die dem Sicherheitsdienst auf seiner Patrouille in Aspach entgegenschlägt, ist meistens sehr freundlich. Jutta Bogner und Hans-Günter Lind sind in der Aspacher „Nachtwelt“ nach knapp einem Monat schon bekannt und werden von Anwohnern gegrüßt. Fotos: A. Becher

Von Silke Latzel

ASPACH. „Guten Abend, genießen Sie die laue Sommernacht?“ Jutta Bogner und Hans-Günter Lind sprechen einen Mann an, der auf einer Bank am Spielplatz am Klöpferbach sitzt und eine Flasche Bier trinkt. Es ist 21.30 Uhr und bereits ziemlich dunkel. Der Mann nickt, er beantwortet die Frage ebenso freundlich, wie sie gestellt wurde.

Jutta Bogner und ihr Kollege arbeiten bei der Sicherheitsfirma SDS. „Das Wichtigste an unserer Arbeit ist gute Kommunikation. Wir gehen auf die Leute zu, unterhalten uns mit ihnen und weisen sie auf eventuelles Fehlverhalten hin. Aber nicht mit erhobenem Zeigefinger sondern freundlich und auf Augenhöhe. Und dann gibt es auch keine Probleme oder Stress.“ Jeweils zwei Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes patrouillieren seit knapp drei Wochen in allen Aspacher Ortsteilen, meistens Freitag und Samstag zwischen 21 und 1 Uhr. Nicht immer werden es Bogner und Lind sein. Doch da die beiden ortskundig sind, haben sie die ersten Patrouillen übernommen und werden nach und nach weitere Kollegen einlernen.

Ihre Tour führt die beiden unter anderem an die Großaspacher Gemeindehalle, den Klöpferbach, die Kleinaspacher Schule und die Rietenauer Fischteiche. Festgelegt wurden diese Schwerpunkte von der Gemeindeverwaltung. „Dort weiß man ja auch, wo es oft Probleme gibt.“ Bogner. „Unsere Route variiert natürlich ein bisschen, je nachdem wo etwas los ist oder nicht, gehen wir auch ein zweites oder drittes Mal vorbei.“ Die Stimmung, mit der die Aspacher dem Sicherheitspersonal begegnen, ist in den meisten Fälle freundlich. Das liegt vor allem auch daran, dass Bogner und Lind selbst nicht aggressiv auftreten. „Die Menschen sind neugierig, sie kommen auf uns zu und wollen wissen, was wir hier machen. Und wir erklären es ihnen dann ganz einfach.“ Jutta Bogner kennt sich mit dem Thema Sicherheit bestens aus. Seit über zehn Jahren arbeitet sie bei der Firma SDS. Aufmerksame Fans der SG Sonnenhof Großaspach kennen sie von den Heimspielen: Dort ist sie die Verantwortliche für die Stadionsicherheit. „Wenn wir in einer Nacht wie heute unterwegs sind, habe ich erst einmal viel Verständnis für die Menschen, die den Sommer auch abends genießen wollen und dann noch ein bisschen draußen sitzen, sich unterhalten und ein Bier trinken“, sagt die Sicherheitsbedienstete. „Wir gehen dann einfach zu den Leute hin und bitten sie, das Leergut wieder mit nach Hause zu nehmen und ein bisschen leiser zu sein, wenn sie zu laut sind.“ Das reiche in der Regel schon aus, vor allem wenn der Wachdienst auf seiner nächsten Runde noch einmal vorbei kommt. „Die Leuten merken dann, dass wir ein Auge auf die Situation haben und auch kontrollieren, ob sie das machen, worum wir sie bitten.“

Mit Handy, Handschuhen und Taschenlampe ausgerüstet

Verständnis für ein Feierabendbier kann man bei Bogner und Lind immer erwarten. Was die beiden allerdings nicht tolerieren ist Vandalismus. „Das können wir absolut nicht nachvollziehen“, sagt Lind und Bogner ergänzt: „Die Wertschätzung und der Respekt vor fremdem und öffentlichem Eigentum aber auch einfach Dritten gegenüber, lässt immer mehr nach. Früher, in unserer Jugend hat es das in diesen Ausmaßen wie heute einfach noch nicht gegeben.“

Eskaliert sei die Situation während ihrer Patrouille in Aspach bislang noch nicht. Bogner: „Klar, wenn wir auf eine Gruppe treffen würden, die bereits total aggressiv ist oder randaliert, da gehen wir dann auch nicht mehr hin und versuchen freundlich mit ihnen zu reden, sondern ziehen uns zurück, rufen die Polizei und werden versuchen, uns eventuell Autokennzeichen zu merken.“

Ausgerüstet ist der Sicherheitsdienst nur mit Handy, Handschuhen und Taschenlampe. „Mehr brauchen wir auch nicht“, sagt Bogner und lacht. „Die Leute haben da oft ganz falsche Vorstellungen.“ Auch dass Hund Rina an diesem Abend mit auf Patrouille geht, ist eigentlich eher Zufall. Rina ist ausgebildeter Such- und Rettungshund und Hans-Günter Linds treuer Begleiter. „Natürlich gibt uns das noch einmal ein Extra an Sicherheit“, sagt er. „Aber nicht, weil wir Angst haben. Sondern einfach, weil Rinas Sinne viel besser ausgebildet sind als unsere.“ Der Hund riecht und wittert schon lange, bevor die Menschen überhaupt etwa sehen. Das ist besonders in Bereichen mit viel Gebüsch oder im Wald von Vorteil. „Es kann ja auch sein, dass wir jemanden finden, der sich verletzt hat, hingefallen ist und nicht aufstehen kann, eventuell sogar bewusstlos ist.“ In diesem Fall wäre Rina sofort zur Stelle und würde Alarm schlagen.

Nach jedem Kontrollpunkt protokollieren Bogner und Lind die Ereignisse – oder eben auch, dass nichts vorgefallen ist. Denn auch das ist für die Gemeindeverwaltung wichtig. Wie lange der Sicherheitsdienst noch patrouilliert, ist nicht festgelegt. „Im Winter wahrscheinlich eher nicht“, vermutet Bogner. „Denn wer sitzt dann noch draußen auf dem Spielplatz oder an einer Bushaltestelle?!“ Für sie und ihren Kollegen Lind ist die abendliche Tour durch Aspach zwar Arbeit, aber „es gibt ja wirklich Schlimmeres, als in einer schönen und noch warmen Sommernacht einen Spaziergang zu machen und sich ein bisschen umzusehen.“ Beide lachen.

Das Gespräch mit Passanten und Anwohnern ist für die beiden Sicherheitsbediensteten ein wichtiger Aspekt ihrer Arbeit. Man begegnet sich freundlich und auf Augenhöhe.

© Pressefotografie Alexander Beche

Das Gespräch mit Passanten und Anwohnern ist für die beiden Sicherheitsbediensteten ein wichtiger Aspekt ihrer Arbeit. Man begegnet sich freundlich und auf Augenhöhe.

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Erstellt:
22. August 2018, 06:00 Uhr

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