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Ausgebeutetes Opfer sagt in Hanauer Prostitutionsprozess aus

dpa/lhe Hanau. Im Prozess gegen mutmaßliche Bordellbetreiber wegen des Aufbaus einen bundesweiten Prostitutionsrings mit Transsexuellen aus Thailand hat eines der Opfer ausgesagt. Die 25-Jährige berichtete am Donnerstag vor dem Landgericht Hanau, dass sie ausgebeutet worden sei. Den Großteil ihrer Einkünfte habe sie den Betreibern aushändigen müssen. Davon seien Schulden für die Einreise in Höhe von 18 000 Euro sowie Kosten für Unterkunft und Verpflegung abgezogen worden. Sie gab an, zeitweilig rund um die Uhr für Sex zur Verfügung stehen zu müssen. Sie sei in Siegen (NRW), Rastatt (Baden-Württemberg), Hannover (Niedersachsen), Rodgau und Maintal (Hessen) tätig gewesen. Die Sex-Arbeiterin sei fast immer eingesperrt gewesen in den Häusern.

Der mutmaßliche, unter anderem wegen Zwangsprostitution, angeklagte Bordellbetreiber hält eine Akte hoch. Foto: Jörn Perske/Archiv

Der mutmaßliche, unter anderem wegen Zwangsprostitution, angeklagte Bordellbetreiber hält eine Akte hoch. Foto: Jörn Perske/Archiv

Die 25-Jährige ist das erste Opfer, das als eine von drei Nebenklägerinnen in dem im Mai begonnenen Prozess aussagte. Bei dem Opfer handelt sich es laut Anklage um einen „transsexuellen Geschädigten“. Sie selbst bezeichnete sich als „Trans-Frau“, die im Jahr 2016 nach Deutschland flog, um als Prostituierte zu arbeiten.

Angeklagt sind vier thailändische Frauen und ein deutscher Mann im Alter zwischen 49 und 63 Jahren. Sie sollen mit weiteren Mittätern die Prostituierten per Flugzeug nach Deutschland eingeschleust haben. Unter anderen handelte es sich laut Anklage um Männer, die sich einer Geschlechtsumwandlung zur Frau unterzogen hatten. Vorgeworfen wird den Angeklagten unter anderem Zwangsprostitution, das Einschleusen von Ausländern, Ausbeutung von Prostituierten, Vorenthalten und Veruntreuung von Arbeitsentgelt sowie Steuerhinterziehung.

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Erstellt:
13. Juni 2019, 12:38 Uhr

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