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Auswirkungen der Pandemie zeigen sich noch nicht

Arbeitslosigkeit im Rems-Murr-Kreis sinkt um 101 Personen – Quote verharrt auf 3,5 Prozent und liegt leicht über dem Landesschnitt

Die Zahlen der Arbeitsagentur und des Jobcenters für März liegen vor. Symbolfoto: J. Kalaeene

© Jens Kalaene

Die Zahlen der Arbeitsagentur und des Jobcenters für März liegen vor. Symbolfoto: J. Kalaeene

WAIBLINGEN (aa). Die Zahl der Arbeitslosen im Rems-Murr-Kreis ist im Vergleich zum Vormonat saisonbedingt um 101 auf 8385 Menschen zurückgegangen, allerdings nicht in dem Ausmaß der Vorjahre. Die Arbeitslosenquote lag wie schon im Februar bei 3,5 Prozent.

„Bei der Bewertung der Zahlen muss berücksichtigt werden, dass unser Statistik-Service die Daten zu einem Stichtag auswertet. Im März war dies der 12. März, das heißt, die Auswirkungen des Coronavirus auf den regionalen Arbeitsmarkt sind nur zu einem sehr geringen Anteil abgebildet“, erklärt Christine Käferle, Leiterin der Agentur für Arbeit Waiblingen, den vermeintlich unerwarteten Rückgang.

Im Berichtszeitraum März sank die Arbeitslosigkeit im Landkreis zwar um 101 Menschen, aber die konjunkturelle Eintrübung hat sich fortgesetzt. Daher zählt das Arbeitsamt im Vergleich zum Vorjahr etwa 20 Prozent mehr Arbeitslose (+1417). 916 Personen meldeten sich innerhalb der vergangenen vier Wochen aufgrund der Beendigung ihres Beschäftigungsverhältnisses arbeitslos, gleichzeitig konnten 786 ihre Arbeitslosigkeit durch eine Arbeitsaufnahme beenden. Vom Rückgang profitierten größtenteils die arbeitslosen Männer, ihre Anzahl reduzierte sich um 103 auf 4855. Die Anzahl der arbeitslosgemeldeten Frauen stieg hingegen um 2 auf 3530.

Nach Rechtskreisen betrachtet ging die Zahl der Arbeitslosgemeldeten im Bereich der Arbeitslosenversicherung im Vormonat um 135 auf 4282 zurück, die Zahl der vom Jobcenter Rems-Murr betreuten Menschen stieg um 34 auf 4103. Im Vorjahresvergleich stieg die Zahl der bei der Agentur für Arbeit gemeldeten Menschen um 929, die der beim Jobcenter Rems-Murr Gemeldeten um 488.

Landesweit sank die Arbeitslosigkeit im Berichtszeitraum um 3402 auf 214118 Menschen, die Quote ging um 0,1 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent zurück und liegt damit um 0,1 Prozentpunkte günstiger als im Rems-Murr-Kreis.

Seit dem letzten Statistikzähltag wurden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Agentur und Jobcenter 875 Stellen gemeldet, 40 mehr als im vorigen Monat, 144 weniger als noch 2019.

Die Coronapandemie hat das Leben und den Alltag vieler in einem Umfang verändert, wie viele es uns noch vor kurzem nicht vorstellen konnten. Welche Folgen das auf den Arbeitsmarkt hat, kann frühestens ab nächsten Monat bilanziert und dokumentiert werden.

Arbeitsagentur und Jobcenter unterstützen in Zeiten von Corona

Gerade in einer angespannten Zeit müssen sich die Bürger und Arbeitgeber auf Leistungen von Arbeitsagentur und Jobcenter verlassen können. Der Sozialstaat funktioniert und stellt sicher, dass für Arbeitnehmer der Lebensunterhalt durch das Arbeitslosengeld gesichert ist und dass Arbeitgebern geholfen wird, wenn sie Kurzarbeit anzeigen.

In der aktuellen Ausnahmesituation konzentrieren sich Agentur und Jobcenter auf die Sicherstellung von finanziellen Leistungen. Neben der Verbesserung der Online-Angebote wurde unter anderem die telefonische Erreichbarkeit auf Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr ausgeweitet. Die Menschen im Rems-Murr-Kreis können sich zu den genannten Zeiten bei folgenden Hotlines melden: Agentur für Arbeit Waiblingen 07151/ 9519900 sowie Jobcenter Rems-Murr 07151/9519901 oder 07151/9519670 und Arbeitgeber 0800/4555520.

Um die Hotlines bedienen und damit die Erreichbarkeit sicherstellen zu können, gibt es interne Umstrukturierungsmaßnahmen. So werden immer mehr Mitarbeiter eingesetzt, die bei Fragen zum Kurzarbeitergeld oder bei den Anliegen der Arbeitnehmer weiterhelfen können. Auch die Anzahl der Mitarbeiter, die Anträge bearbeiten, wird deutlich aufgestockt.

„Die Herausforderungen und daraus resultierend die Belastung unserer Mitarbeiter ist enorm. Es gibt allerdings ein großes Verantwortungsbewusstsein den Menschen gegenüber, die auf unsere Leistungen angewiesen sind. Für die große Solidarität und das außerordentliche Engagement unserer Belegschaft möchten wir uns auf diesem Weg ganz herzlich bedanken“, sind sich Christine Käferle und Gunnar Schwab, Geschäftsführer des Jobcenter Rems-Murr, einig.

Neuregelungen in der Grundsicherung

Der Gesetzgeber hat aufgrund der aktuellen Lage ein Sozialschutzpaket beschlossen. Es erleichtert den Zugang zu Leistungen der sozialen Grundsicherung. Wer zwischen dem 1. März und dem 30. Juni 2020 einen Antrag auf Leistungen der Grundsicherung stellt und erklärt, über kein erhebliches Vermögen zu verfügen, darf Erspartes in den ersten sechs Monaten behalten. Erst danach greifen wieder die bislang geltenden Regelungen für den Einsatz von Vermögen.

Wenn ein Anspruch auf Grundsicherung vorliegt, übernimmt das Jobcenter auch die Kosten der Unterkunft inklusive Heizung und Nebenkosten. Diese Kosten werden bei Neuanträgen, die vom 1. März bis zum 30. Juni 2020 beginnen, für die Dauer von sechs Monaten in der tatsächlichen Höhe anerkannt. Für Kunden, die aktuell schon Leistungen beziehen, gilt folgendes: Für Bewilligungszeiträume, die in der Zeit vom 31. März 2020 bis einschließlich 30. August 2020 enden, werden die Leistungen automatisch weiter bewilligt. Kunden brauchen in diesen Fällen keinen Weiterbewilligungsantrag stellen. Aktuelle Informationen, einen Überblick über die Neuregelungen in der Grundsicherung und abrufbare Anträge gibt es unter: www.arbeitsagentur.de/corona-grundsicherung. Neben den regionalen Rufnummern des Jobcenters gibt es auch eine bundesweite Sonderhotline für Selbstständige, Freiberufler und alle Betroffenen. Sie lautet: 0800/4555523.

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Erstellt:
1. April 2020, 06:00 Uhr

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