Backnang auf Empfang

Das öffentliche WLAN in der Innenstadt erfreut die Nutzer: Täglich wählen sich über 100 Backnanger ins Netz

Posten, scrollen, streamen: Backnang hat an drei Stellen in der Stadt ein öffentliches WLAN eingerichtet. Das ist nicht nur bequem, da man sich nicht einloggen und seine Daten angeben muss, sondern wird laut Angaben der Stadtverwaltung auch gut von den Backnangern angenommen.

Das WLAN der Stadt Backnang funktioniert ohne die Angabe von Daten. Foto: S. Schwellinger

Das WLAN der Stadt Backnang funktioniert ohne die Angabe von Daten. Foto: S. Schwellinger

Von Sarah Schwellinger

BACKNANG. „Bin ich da schon drin oder was? Ich bin drin!“ So reagierte Boris Becker Ende der 90er-Jahre in einem Reklamespot, als er sich zum ersten Mal ins Internet einwählte. Heute, knapp
20 Jahre später, könnte man ähnlich reagieren. Nicht im heimischen Wohnzimmer, sondern mitten in der Stadt Backnang. Am mobilen Endgerät das WLAN-Netzwerk ausgesucht und ruck, zuck kann die Reise durch die Weiten des Internets beginnen.

An drei Stellen in der Stadt ist das öffentliche WLAN nun aktiv. Unter dem Namen „Free Wifi BK“ steht das Netz rund um den Gänsebrunnen, vor dem Rathaus im Biegel und jetzt auch auf dem Marktplatz am Brunnen bereit. Ein großer Pluspunkt der ganzen Angelegenheit: Man muss sich dafür nicht, wie in vielen anderen Städten, die öffentliches WLAN anbieten, per E-Mail registrieren. Alles, was man tun muss, ist, die AGBs zu akzeptieren, dann kann es schon losgehen mit Surfen, Posten oder Streamen – komplett kostenlos.

Damit hat man in der Innenstadt großflächigen Empfang. Bei einem kleinen Spaziergang vom Brunnen am Marktplatz aus am Rathaus vorbei zu den Geschäften im Biegel bricht die Verbindung zwischendurch kurz ab, im Biegel wieder verbunden, bleibt die Verbindung aber auf der gesamten Marktstraße bestehen.

Betrieben wird das Netz von Unitymedia. Je Zugangspunkt können bis zu 200 Nutzer gleichzeitig ins Netz gehen. Der Accesspoint am Gebäude Im Biegel 13 versorgt Teile der Grabenstraße, der Sulzbacher Brücke und des Willy-Brandt-Platzes mit dem WLAN. Der Point am Gebäude Am Rathaus 2 reicht über den Platz Am Rathaus und der Accesspoint am Gebäude Marktstraße 35 über den Marktplatz und einen Teil der Marktstraße. Das WLAN reicht jedoch nicht bis in die Gebäude und auch nicht um Gebäudeecken.

„Täglich nutzen in der Regel deutlich über 100 Menschen das Angebot, unser bisher höchster Tageswert war 499 Nutzer“, erklärt Ralf Binder, der Wirtschaftsbeauftragte der Stadt. Einer derjenigen, die das WLAN oft und gerne nutzen, ist Maksim Benenson. Er hat sich als Jugendvertreter für die Einrichtung des öffentlichen WLANs eingesetzt und mit Binder einen engagierten Förderer gefunden. „Ich bin sehr zufrieden“, so der Jugendvertreter, „es funktioniert wunderbar, auch die Schnelligkeit überzeugt.“

Und nicht nur die Macher scheinen überzeugt. Auf die Meldung der Stadt Backnang via Facebook zur Inbetriebnahme des WLANs gab es viele positive Rückmeldungen. „Außerdem gab es den einen oder anderen Wunsch, das WLAN noch auszubauen. Ansonsten haben wir bislang wenig dazu gehört“, so Binder und kommt zu dem Schluss: „Es funktioniert wohl einfach.“ Ein Ausbau ist nicht nur von den Nutzern gewünscht, sondern sogar in Planung. Dazu Maksim Benenson: „Wir wollen das WLAN bis zum Bahnhof ausbauen. Zuschüsse sind beantragt, nur dauert so eine Bearbeitung immer sehr lange.“ Auch weiß der Jugendvertreter, dass sich ein Ausbau über die ganze Stadt in Backnang nicht lohnen würde. „Man muss klein anfangen“, weiß er.

Nicht einloggen? Öffentliches WLAN? Da könnte manch einer nun auch auf dumme Gedanken kommen und die Anonymität im Netz ausnutzen. Doch: „Unitymedia erhebt und verarbeitet Informationen zur Geräteidentifikation, Gerätenummer beziehungsweise Mac-Adresse des Endgeräts und Daten der jeweiligen Nutzung im Rahmen der gesetzlichen Erlaubnisse und Fristen“, erklärt Binder. Ganz anonym surft also niemand – auch nicht im öffentlichen Raum. Näheres hierzu ist in den Unitymedia-Wifi-Spot-AGB und in den Hinweisen zum Datenschutz geregelt.

Sind denn alle Seiten zu erreichen oder gibt es Seiten, die für die Nutzer gesperrt sind? „Nein“, antwortet der Wirtschaftsförderer, „grundsätzlich sind keine Seiten gesperrt.“ Voraussetzung für die Nutzung des WLANs ist aber, dass der Nutzer zuvor die AGB des Anbieters Unitymedia akzeptiert hat. „Und die machen eine Reihe von Einschränkungen, was die Nutzung angeht.“ So darf der Nutzer beispielsweise keine urheberrechtsverletzende Datenkommunikation vornehmen oder er darf keine Seiten besuchen mit sitten- oder gesetzeswidrigen Inhalten.

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Erstellt:
6. Oktober 2018, 06:00 Uhr

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