Bahnunternehmen Abellio: Diskussion über Verkauf zu früh

dpa/lsw Stuttgart. Der angeschlagene Bahnbetreiber Abellio Rail Baden-Württemberg GmbH hat Mutmaßungen über einen möglichen Verkauf zurückgewiesen. Spekulationen darüber und über die Entwicklung des Stuttgarter Netzes seien verfrüht, heißt es in einem Schreiben an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Montag, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Eine Entscheidung werde für Ende November angestrebt. Laut Abellio haben die Verhandlungen mit dem Land Baden-Württemberg keine Auswirkungen auf den Fahrbetrieb.

Ein Regionalzug des privaten Bahnbetreibers Abellio fährt vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Ein Regionalzug des privaten Bahnbetreibers Abellio fährt vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Abellio reagierte mit dem Schreiben auch auf ein Interview von Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) mit der Tageszeitung „Badische Neueste Nachrichten“ vom vergangenen Wochenende. Laut Hermann könnte die Südwestdeutsche Landesverkehrs-AG (SWEG) möglicherweise die Abellio-Strecken übernehmen. Es zeichne sich ab, dass Abellio zu den vereinbarten Konditionen nicht mehr im Südwesten weiterfahren wolle, hatte der Ressortchef gesagt.

Abellio, eine Tochter der niederländischen Staatsbahn (Nederlandse Spoorwegen), steckt in finanziellen Schwierigkeiten und befindet sich seit Juni in einem Schutzschirmverfahren. Dies ist eine Sanierung im Rahmen des Insolvenzrechts.

Abellio Rail Baden-Württemberg befährt Strecken im Bereich Stuttgart und Neckartal. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben rund 3100 Beschäftigte in Deutschland. Seine 52 Zuglinien fahren vor allem in Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Baden-Württemberg.

© dpa-infocom, dpa:211012-99-568882/2

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Erstellt:
12. Oktober 2021, 13:07 Uhr

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