Breitband und Kanalsanierung kosten

Althütte wird 2022 rund 6,3 Millionen Euro investieren und eine Million Euro Schulden aufnehmen. Die teuersten Projekte sind zwei Fahrzeuge für die Feuerwehr, der Breitbandausbau und Sanierungsarbeiten in der Ebniseestraße. Einige Vorhaben müssen verschoben werden.

Gemeinde Althütte hat seinen Etat für 2022 vorgestellt. Archivfoto: E. Layher

© © Edgar Layher

Gemeinde Althütte hat seinen Etat für 2022 vorgestellt. Archivfoto: E. Layher

Von Annette Hohnerlein

Althütte. „Für 2022 haben wir ein Investitionsvolumen von rund 6,3 Millionen Euro geplant, das größte, das wir jemals hatten“, sagte Althüttes Bürgermeister Reinhold Sczuka bei der Vorstellung des Investitionsprogramms für die Jahre 2022 bis 2025 im Gemeinderat. Der größte Kostenblock im kommenden Jahr, mit insgesamt fast zwei Millionen Euro, ist die Sanierung der Ebniseestraße, bei der die Erneuerung der Wasserleitung und der Kanalisation ansteht. „Es besteht die Gefahr von Rohrbrüchen“, begründete Sczuka die Dringlichkeit dieser Baumaßnahme.

Für den Breitbandausbau sind insgesamt 1,3 Millionen Euro fällig

Mit rund 440000 Euro schlägt der Kauf zweier Fahrzeuge für die Feuerwehr zu Buche. Gemäß dem Feuerwehrbedarfsplan werden ein Gerätewagen und ein Löschfahrzeug angeschafft, dazu kommt der Kauf digitaler Funkgeräte für rund 50000 Euro. Auch für den anstehenden Breitbandausbau muss die Gemeinde tief in die Tasche greifen, 2022 sind hier 1,3 Millionen Euro fällig. Allerdings fließen 900000 Euro in Form von Zuschüssen von Bund und Land wieder in die Gemeindekasse. Dennoch: „Ein Riesenbrocken“, so der Bürgermeister. Er kündigte an, dass die Versorgung der Teilorte Waldenweiler, Schlichenhöfle, Kallenberg und Voggenhof mit schnellem Internet nicht mehr lange auf sich warten lässt: „Das kommt jetzt relativ zeitnah.“

Auch die Fertigstellung des Bauhofs schlägt im kommenden Jahr nochmals mit einem großen Betrag zu Buche. Für die Kalthalle und die Einfriedung des Geländes sind zusammen 200000 Euro veranschlagt. Andere Baumaßnahmen mussten dagegen aus Kostengründen ins Jahr 2023 verschoben werden. Dazu gehören unter anderem die Sanierungen des Gehwegs in Lutzenberg und der Mauer bei der evangelischen Kirche in Althütte.

Auch die Sportler müssen noch eine Zeit lang auf die Erneuerung des Hallenbodens in der Sporthalle in Althütte warten. Keinen Aufschub duldet dagegen die Verlegung der Schulstraße – Kostenpunkt rund 340000 Euro –, die für den Neubau des Seniorenheims nötig ist.

Nicht dem Rotstift zum Opfer fiel auch der Umbau von mehreren Bushaltestellen, die für insgesamt 950000 Euro in den kommenden drei Jahren barrierefrei gemacht werden sollen. Dafür stehen Fördermittel in Höhe von 695000 Euro zur Verfügung. Bereits in vollem Gang ist die Erschließung des Baugebiets Buchenwäldle, für die im kommenden Jahr insgesamt 395000 Euro eingeplant sind.

Ein großer Posten im Investitionsprogramm ist weiterhin die Abwasserentsorgung. Allein der Investitionskostenzuschuss zur Kläranlage in Rudersberg für 2022 beträgt 330000 Euro. Auch in die Kinderbetreuung wird investiert: Für Reparaturmaßnahmen in den Außenbereichen der Kindergärten Kunterbunt und Sechselberger Nestle gibt die Gemeinde im kommenden Jahr 25000 und 15000 Euro aus, für ein EDV-Programm zur Kitaverwaltung 10000 Euro. Für die Digitalisierung der Schulen sind 85000 Euro eingeplant, 40000 Euro Fördergelder stehen zur Verfügung. Unter der Rubrik „Katastrophenschutz“ sind für den Ausbau der Sireneninfrastruktur und die Einrichtung einer Notstromversorgung 60000 Euro vorgesehen. Die Planungskosten für den neuen Lebensmittelmarkt und die Umnutzung der Halle in Sechselberg sind mit je 60000 Euro angesetzt.

Auch in Sachen Nachhaltigkeit nimmt die Gemeinde Geld in die Hand. Geplant sind ein Konzept für eine CO2-reduzierte Energieversorgung für Sechselberg (89000 Euro, davon rund 67000 Euro Zuschuss) und 15000 Euro für Ausgaben im Rahmen des Landesprojekts „Klimaschutz mit System“, bezuschusst mit 7000 Euro. Eine E-Ladesäule und einen Fahrradunterstand für den Rathausvorplatz lässt sich die Gemeinde 17500 Euro kosten; Dienstfahrräder bezuschusst die Verwaltung ab 2022 mit 3500 respektive 4000 Euro jährlich.

Einnahmen aus der Einkommensteuer fielen geringer aus als erwartet

Da einzelne Beträge im Entwurf des Investitionsprogramms noch aktualisiert werden müssen, stimmte der Gemeinderat noch nicht über das Zahlenwerk ab, sondern nahm es nur zur Kenntnis.

Die geplanten Investitionen sind Bestandteil des Haushaltsplans für das kommende Jahr, der in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats eingebracht wurde. Das von Kämmerer Rainer Hillmann und seinem Team erstellte Zahlenwerk umfasst mehr als 350 Seiten. Es weist ein Defizit von rund 1,2 Millionen Euro aus, das mit einer Kreditaufnahme von einer Million Euro ausgeglichen werden muss.

Hillmann beschreibt in seinem Fazit die negativen Auswirkungen der Coronapandemie auf den Althütter Haushalt. Diese habe sich bisher zwar noch kaum auf die Gewerbesteuereinnahmen ausgewirkt; aufgrund zukünftiger Unwägbarkeiten habe man hier aber einen Sicherheitspuffer eingeplant. Allerdings seien die Einnahmen aus der Einkommensteuer und aus dem Finanzausgleich geringer ausgefallen als erwartet. Deutliche Einbußen habe es auch bei den Erträgen aus kommunalen Einrichtungen gegeben, dazu kämen Mehrkosten für Reinigungsleistungen und Hygieneartikel. Eine gute Nachricht hat Hillmann aber zu vermelden: Der noch ausstehende Jahresabschluss 2020 werde erheblich positiver ausfallen als geplant.

Bürgermeister Sczuka ging in seiner Stellungnahme zum Haushalt auf die Baumaßnahme in der Ebniseestraße und die voraussichtlich ab Februar nötige Vollsperrung der Straße ein, die für Bewohner und Betriebe im Bereich Schöllhütte eine „unschöne Situation“ bedeute. Auch mit Blick auf den im Mai beginnenden Breitbandausbau resümierte er: „Wir haben in der Gemeinde insgesamt eine sehr gute Infrastruktur und werden kontinuierlich weitere Verbesserungen erreichen. Andere Gemeinden unserer Größenordnung beneiden uns hier.“

Die Schuldenaufnahme wird – wie die Investitionen – im kommenden Jahr deutlich ansteigen.

Die Schuldenaufnahme wird – wie die Investitionen – im kommenden Jahr deutlich ansteigen.

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Erstellt:
18. Dezember 2021, 06:00 Uhr

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