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Buchenblätter und Tannenduft

Im Rahmen der App „Actionbound“ hat der Forstbezirk Schwäbisch-Fränkischer Wald eine digitale Rallye zu verschiedenen Baumarten der Region erstellt. „Dreiklang“ heißt sie und soll Familien heimische Wälder näherbringen.

Ist das nun ein Buchenblatt? Die Handyrallye „Dreiklang“ vermittelt allerhand Wissen über Bäume der Region und eignet sich sehr gut für den Einsatz im Schwäbisch-Fränkischen Wald. Foto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Ist das nun ein Buchenblatt? Die Handyrallye „Dreiklang“ vermittelt allerhand Wissen über Bäume der Region und eignet sich sehr gut für den Einsatz im Schwäbisch-Fränkischen Wald. Foto: J. Fiedler

Von Lorena Greppo

MURRHARDT. Wie unterscheidet sich eine Fichte von einer Tanne? Wie erkennt man ein Buchenblatt? Welche Baumart findet man in unseren heimischen Wäldern am häufigsten? Die Antworten auf diese Fragen haben die meisten von uns vermutlich in der Schule gelernt – aber ob man sich daran noch erinnert, steht auf einem anderen Blatt. Mithilfe der Handyrallye „Dreiklang“ soll dieses Wissen aufgefrischt oder bei kleineren Teilnehmern spielerisch erlernt werden. Die Voraussetzungen für eine Teilnahme sind denkbar einfach: Ein Smartphone ist vonnöten, auf dem die entsprechende App installiert wird, die Teilnehmer suchen sich als Ausgangspunkt einen Wald aus und schon kann es losgehen.

„Actionbound“ heißt die kostenlose App, die man braucht, um die interaktive Rallye – auch Bound genannt – namens „Dreiklang“ zu starten. Gespielt wird dann ähnlich wie die klassische Schnitzeljagd oder das moderne Geocaching. Die Aufgaben sind vorgegeben und müssen der Reihe nach erfüllt werden. Dabei geht es nicht nur darum, mit Wissen über die heimischen Wälder zu glänzen, sondern vor allem auch mit wachem Blick die Umgebung zu erkunden.

Für Botanikanfänger sind genügend Tipps enthalten, um die Rätsel lösen zu können. Sie werden in die Lage versetzt, die gesuchten Bäume und Blätter selbst draußen zu finden, denn sie müssen als Aufgabe auch fotografiert werden. Für richtig beantwortete Fragen gibt es dann Punkte – je weniger Fehlversuche nötig sind, umso reicher ist die Ausbeute. Manchmal wird auch auf Zeit gespielt, dann ist im Vorteil, wer im Team unterwegs ist.

Zum Spielen des Bounds ist im Gelände keine Internetverbindung notwendig.

Der Forstbezirk Schwäbisch-Fränkischer Wald hat mit „Dreiklang“ einen ersten Bound entwickelt und freigeschaltet, mit dem Familien mit ihren Kindern – oder auch die Kinder alleine – die wichtigsten Baumarten in den heimischen Wäldern kennenlernen können. Das Prinzip der App wird auch schon vielerorts im Rahmen von Vereinsfreizeiten oder Ferienprogrammen genutzt. In Coronazeiten ist diese Methode auch eine gute Alternative, um getrennt voneinander doch gemeinsam ein lehrreiches Spiel zu spielen. „Wenn wir als Waldpädagogen derzeit keine Angebote für die Schulen machen können, so wollen wir doch für alle Interessierten die Tür zum digital angeleiteten Erleben und Lernen öffnen“, erklärt Karl-Dieter Diemer, Waldpädagoge des Forstbezirks, die Intention hinter „Dreiklang“. „Natürlich ist der Bound überall spielbar, nicht nur im Schwäbisch-Fränkischen Wald. Zu Hause die App aufs Handy laden, auf ,Bound finden‘ gehen, und unter ,Suchen‘ das Wort ,Dreiklang‘ eingeben. Dann kann es losgehen. Im Gelände ist dazu keine Datenverbindung erforderlich.“

Für die Teilnehmer ist es eine Erfahrung für die Sinne, denn es geht nicht nur darum, die richtigen Bäume zu entdecken. Wonach riechen die Nadeln der Weißtanne? Wie fühlen sich Fichtenzweige im Vergleich zu Tannennadeln an? Das und noch mehr finden die Teilnehmer bei der Handyrallye heraus.

Eine App mit Spaß und Lerneffekt

Actionbound wurde 2012 von Simon Zwick und Jonathan Rauprich entwickelt. Die App ist für den privaten Gebrauch kostenlos verfügbar. Sie verbindet Elemente des Geocachings (also einer interaktiven Schatzsuche) mit Wissensvermittlung mit multimedialer Aufbereitung. Die App ist auf den Betriebssystemen Android und iOS einsetzbar.

Jeder Nutzer kann auch selbst Rallyes – sogenannte Bounds – erstellen. Dabei stehen dem Entwickler diverse Möglichkeiten der Gestaltung zu Verfügung, etwa Quiz, Karten, GPS, Foto- und Videodateien. Zudem können Teilnehmer die einzelnen Bounds bewerten und sich in eine Rangliste eintragen lassen.

Actionbound steht in 17 Sprachen zur Verfügung und wird damit von Nutzern und Einrichtungen auf der ganzen Welt eingesetzt. Die App ist leicht anwendbar und bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten – beispielsweise ist sie auch für Schnitzeljagden an Geburtstagen nutzbar. Eine Datenverbindung ist nicht zwingend erforderlich, wenn der Bound zuvor heruntergeladen wurde.

Der Bound „Dreiklang“ wurde vom Forstbezirk Schwäbisch-Fränkischer Wald entwickelt und freigeschaltet. Er ist nicht standortgebunden, sollte allerdings im Wald gespielt werden. Besonders geeignet ist diese Handyrallye für Familien mit Kindern oder Schulklassen.

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Erstellt:
5. September 2020, 06:00 Uhr

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