Burgstetten benötigt 2021 keinen neuen Kredit

Der Gemeinderat segnet Investitionsprogramm ab. Das meiste Geld fließt in die Erschließung des Neubaugebiets Brühl.

Das geplante Baugebiet Brühl am westlichen Ortsrand von Erbstetten (hier der erste Entwurf aus dem Jahr 2019) soll in diesem Jahr erschlossen werden. Foto: F. Muhl

© Florian Muhl

Das geplante Baugebiet Brühl am westlichen Ortsrand von Erbstetten (hier der erste Entwurf aus dem Jahr 2019) soll in diesem Jahr erschlossen werden. Foto: F. Muhl

Von Florian Muhl

BURGSTETTEN. Zur Finanzierung der notwendigen Ausgaben in diesem Jahr wird die Gemeinde Burgstetten wohl keinen neuen Kredit aufnehmen müssen. Das geht aus dem Investitionsprogramm für die Jahre 2021 bis 2024 hervor, das Kämmerin Manuela Klabunde in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellt hat. Nach etwa halbstündiger Beratung hat das Gremium das Zahlenwerk – bei einer Gegenstimme von Carl Krauch – abgesegnet. Wie Klabunde weiter sagte, steht nach den derzeit bekannten Zahlen voraussichtlich ein Zahlungsmittelüberschuss von rund 500000 Euro aus der laufenden Verwaltungstätigkeit zur Verfügung. In Einnahmen und Ausgaben hat der Finanzhaushalt ein Volumen von knapp 1,7 Millionen Euro.

Die Kämmerin wies in ihrer Rede zudem darauf hin, dass die Coronapandemie auch in diesem Jahr die kommunalen Finanzen und Handlungsspielräume stark beeinflussen wird, weshalb es zum jetzigen Zeitpunkt recht schwierig sei, eine sichere Aussage über die genaue Finanzsituation zu treffen. Im Hinblick auf den bestehenden Schuldenstand der Gemeinde von rund 2,3 Millionen Euro am Jahresende 2020 sollten möglichst keine weiteren größeren Maßnahmen als die im Investitionsprogramm bereits aufgeführten mehr aufgenommen werden, riet Klabunde.

Weil die Gemeinde dringend Bauplätze für die Bürger von Burgstetten benötigt, wird in diesem Jahr das geplante Baugebiet Brühl in Erbstetten, das sich an die bestehende Bebauung in Richtung Burgstall anschließt, in Angriff genommen. Für die Erschließung und für Planungskosten ist eine erste Rate in Höhe von 300000 Euro eingeplant.

Für den Erwerb von Grundstücken im Gemeindegebiet hat die Kämmerin ebenfalls 300000 Euro veranschlagt. Demgegenüber stehen Veräußerungserlöse aus Grundstücksverkäufen in Höhe von 775000 Euro.

Für die Feuerwehr stehen in diesem Jahr auch nennenswerte Ausgaben an. Da ist einerseits die zweite Rate für das neue Löschgruppenfahrzeug in Höhe von 143000 Euro zu zahlen. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt 330000 Euro, die auf die Jahre 2020 und 2021 aufgeteilt sind. An Zuschüssen wurden 92000 Euro bewilligt, wovon 46000 Euro in diesem Jahr an die Gemeinde ausbezahlt werden. Andererseits stehen die Ausgaben für den Kauf eines Mannschaftstransportwagens in Höhe von 80000 Euro an. Davon wurde eine erste Rate mit 30000 Euro in diesem Jahr veranschlagt. Der Zuschuss beträgt 13000 Euro. Nach der Umstellung von analoger auf digitale Funktechnik erhält die Gemeinde einen weiteren Zuschuss über 4200 Euro.

Teuer kommt die Gemeinde auch die teilweise umfangreiche Sanierung von Feldwegen zu stehen. Es wurde laut Kämmerin ein Ausgabenansatz von 200000 Euro in das Investitionsprogramm aufgenommen. „Sofern die Gemeinde in das Förderprogramm aufgenommen wird, kann mit einer 40-prozentigen Förderung gerechnet werden“, so Klabunde weiter.

Die Grundschule in Burgstall soll einen Breitbandanschluss erhalten, wie Klabunde sagte. Die Kosten belaufen sich voraussichtlich auf 45000 Euro. Der Eigenanteil der Gemeinde beläuft sich auf zehn Prozent der Investitionskosten. Und im evangelischen Kindergarten Burgstall soll im Untergeschoss der Schallschutz verbessert werden, da es in einigen Räumen sehr hallt. Dafür sind 11000 Euro eingeplant. Für den Spielbereich im Freibad Erbstetten will die Gemeinde eine neue Rutsche kauften. Dafür hat die Gemeinde bereits im vergangenen Jahr eine Spende erhalten. Veranschlagt sind 4000 Euro.

Schuldenstand könnte in vier Jahren 1,7 Millionen Euro betragen.

Weitere Ausgaben betreffen die Dorfsanierung Burgstall (90000 Euro), den Bau von Parkplätzen und Kanalleitungen in der der Narzissenstraße (28000 Euro), sonstige umfangreiche Straßen- und Gehwegbauarbeiten (20000 Euro), den Bau einer E-Ladesäule in Erbstetten (16000 Euro, Zuschuss: 5000 Euro), verschiedene Anschaffungen bei der Abwasserbeseitigung (55000 Euro) und Radlader für den Bauhof (50000 Euro).

Mit Blick auf die kommenden vier Jahre sagte die Kämmerin, dass die Gemeinde im kommenden Jahr durch den Verkauf von Grundstücken mit Einnahmen von 1,35 Millionen Euro rechne. „Diese werden jedoch 2023 zur Finanzierung der Vorhaben benötigt“, so Klabunde weiter. Sie rechnet Ende 2024 mit einem Schuldenstand der Gemeinde von etwa 1,7 Millionen Euro.

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Erstellt:
13. Januar 2021, 06:00 Uhr

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