Zum Ende des Monats
Darum tritt Schwarz-Chef Chrzanowski aus wichtigem Bosch-Gremium aus
Als Manager lenkt er die Geschicke von Lidl und Kaufland. Aber auch bei Bosch spielte Gerd Chrzanowski eine wichtige Rolle. Nun trennen sich die Wege - aus einem bestimmten Grund.
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Gerd Chrzanowski, Chef der Schwarz-Gruppe, verlässt die mächtige Robert Bosch Industrietreuhand KG.
Von red/dpa/lsw
Wechsel bei Bosch: Gerd Chrzanowski – Chef der Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und Kaufland zählen – verlässt die mächtige Robert Bosch Industrietreuhand KG. Der Manager tritt zum 31. März 2026 als Gesellschafter aus, wie der Technologiekonzern in Stuttgart mitteilte.
Grund seien zunehmend überlappende Geschäftsaktivitäten von Bosch und der Schwarz-Gruppe, hieß es. Um potenzielle künftige Interessenkonflikte zu vermeiden, hätten sich beide Seiten vorsorglich auf diesen Schritt geeinigt. Chrzanowskis Nachfolger werde zum 1. April der Aufsichtsratschef des Hamburger Onlinehändlers Otto, Alexander Birken.
Chrzanowski war damit genau ein Jahr in dem Gremium vertreten. „Seine tiefe Expertise insbesondere im Bereich der Digitalisierung und sein strategischer Weitblick waren eine Bereicherung für unser Gremium“, sagte Stefan Asenkerschbaumer, Bosch-Aufsichtsratschef und geschäftsführender Gesellschafter der Industrietreuhand, über den 54-Jährigen.
Schwarz will Europas Cloud-Riese werden
Die Robert Bosch Industrietreuhand KG ist das Machtzentrum des Konzerns. Sie hält mehrheitlich die Stimmrechte an dem weltgrößten Autozulieferer, der ein Stiftungsunternehmen ist. Die Mehrheit der Anteile ist in der Hand der gemeinnützigen Stiftung. Diese übt aber keinen Einfluss aus die geschäftlichen Aktivitäten aus. Mit dieser gesellschaftlichen Struktur wird die langfristige Unabhängigkeit des von Robert Bosch gegründeten Unternehmens gesichert. Übrigens: Bosch-Chef Stefan Hartung ist ebenfalls Mitglied der Gesellschafterversammlung der Robert Bosch Industrietreuhand KG.
Das Mutterunternehmen von Lidl und Kaufland stellt sich bereits seit längerem auch als IT-Dienstleister auf. Das Imperium von Lidl-Gründer Dieter Schwarz will insbesondere im Cloud-Geschäft punkten - und sich als europäische Alternative zu Cloud-Computing-Marktführern wie Amazon Web Services und Microsoft Azure aufstellen. Dazu investiert die Gruppe unter anderem elf Milliarden Euro in ein neues Rechenzentrum in Brandenburg. Unterstützt durch Schwarz’ Stiftung schießen nahe dem Firmensitz in Neckarsulm immer mehr Bildungseinrichtungen aus dem Boden - darunter ein KI-Campus.
