Das Landratsamt gilt offiziell als familienfreundlich

Die Verwaltung des Rems-Murr-Kreises erhält das Prädikat „Familienbewusstes Unternehmen“ mit der Erweiterung „Ausgezeichnet Digital“.

Landrat Richard Sigel möchte eine familienbewusste Personalpolitik fördern (Archivfoto).

© Markus Metzger/Landratsamt

Landrat Richard Sigel möchte eine familienbewusste Personalpolitik fördern (Archivfoto).

Rems-Murr. Der Zusammenschluss aus Arbeitgeberverbänden und dem Landesfamilienrat in Kooperation mit dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus BW hat dem Landratsamt Rems-Murr-Kreis im Rahmen des Angebots Familynet das Prädikat „Familienbewusstes Unternehmen“ mit dem Zusatzsignet „Ausgezeichnet Digital“ verliehen. Damit werde ab sofort auch nach außen sichtbar, dass die Landkreisverwaltung in moderne Verwaltungsstrukturen investiere und als Arbeitgeber die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eine digitale Unternehmenskultur lebe, so die Pressemitteilung des Landratsamts.

Moderner und attraktiver Arbeitgeber zu sein sowie die Digitalisierung gehören neben der Gesamtimmobilienkonzeption und dem Ziel einer klimaneutralen Landkreisverwaltung bis 2030 zu den Topthemen im Landratsamt. „Vereinbarkeit von Familie und Beruf gelingt nicht, wenn es nur auf dem Papier steht, sondern nur, wenn die Haltung stimmt, wenn man die vielen Herausforderungen, die damit verbunden sind, ganz selbstverständlich annimmt“, so Landrat Richard Sigel, der explizit eine familienbewusste Personalpolitik fördern und vorleben möchte. „Miteinander lebenswerter, dieses Motto wird bei uns überall großgeschrieben. Die individuellen Lebenssituationen unserer Mitarbeiter nehmen wir ernst und berücksichtigen dabei nicht nur den Nachwuchs, sondern auch die Situationen, in denen es um die Pflege von Angehörigen geht“, so Richard Sigel. „Es ist aber auch eine Anerkennung für den Kreistag, der diese Entwicklung seit Jahren politisch mehrheitlich unterstützt und überzeugt mitträgt.“

Schulungen, Carsharing und Unterstützung bei der Wohnungssuche

Um diese Attraktivität im Wettbewerb um Fachkräfte zu erhalten und weiter auszubauen, hat die Landkreisverwaltung zahlreiche Maßnahmen auf den Weg gebracht. Flexible Gestaltungsmöglichkeiten der Gleitzeit und der Pausenzeiten sollen allen Mitarbeitern eine sehr gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ermöglichen. Die Angebote für die Mitarbeiter reichen von der Unterstützung bei der Wohnungssuche über Schulungen zum Thema Pflege bis hin zu Carsharing und bedarfsgerechten Angeboten bei der Kinderbetreuung. Für den Nachwuchs der Mitarbeiter sei derzeit gemeinsam mit der Kreissparkasse Waiblingen die Schaffung einer Tigergruppe für Kinder unter drei Jahren in Planung. Kinderbetreuungsangebote in den Ferien zählen darüber hinaus seit jeher zu den Themen, um die sich unter anderem das Kreisjugendamt kümmert. Da sei es naheliegend gewesen, auch Ferienangebote für Kinder von Mitarbeitern zu planen, unter anderem auch an der Waldakademie Mönchhof, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

„Diese Angebote, aber auch das Führen in Teilzeit oder als Tandem haben sicherlich auch dazu beigetragen, den Anteil der weiblichen Führungskräfte positiv zu beeinflussen, welcher in den letzten Jahren auf 54 Prozent gestiegen ist. Wir setzten darüber hinaus auf zahlreiche Aktivitäten wie zum Beispiel das Elterncafé, um den Kontakt zum Landratsamt während der Elternzeit zu halten und danach eine gute Einarbeitung zu fördern“, erklärt Richard Sigel. „Und wenn es im Alltag mal zu einem Betreuungsengpass kommen sollte, sind die Kinder bei uns willkommen und können einen unserer sogenannten ‚Kinderkoffer‘ mit Büchern, Mal- und Spielsachen ausleihen.“

Arbeiten soll moderner, digitaler und insgesamt intelligenter werden

Weitere Themen

Auch in puncto Digitalisierung möchte das Landratsamt vorangehen. Mobiles Arbeiten sei bereits vor 2018 vereinzelt möglich gewesen. So konnte während der Pandemie auf vorhandene Strukturen aufgebaut und das mobile Arbeiten in der Breite umgesetzt werden. Alle Mitarbeiter sind demnach mit mobilen Endgeräten ausgestattet und haben Zugang zu den internen Strukturen. Arbeitsprozesse würden darüber hinaus stetig weiter digitalisiert.

„Wir sind regelmäßig unter den Top 3 der baden-württembergischen Landkreise in Sachen digitale Dienstleistungen und das ist und bleibt auch das Ziel“, so der Landrat. „Was uns antreibt, sind die Freude an der Innovation und das Gestalten unseres Landratsamts der Zukunft. Mehr Personal wird aus ganz vielen Gründen auch in Zukunft keine Lösung sein können, deshalb sind technische Lösungen, Prozessautomatisierung und der Einsatz von künstlicher Intelligenz wichtig, die Arbeit zu erleichtern und dabei die Services für die Bürgerinnen und Bürger so komfortabel wie möglich zu machen.“ pm

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Erstellt:
28. Mai 2024, 06:00 Uhr

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