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Datenfluss ab jetzt im Turbogang

In vier Bauabschnitten wurden in Allmersbach im Tal im Auftrag der Deutschen Telekom Tiefbau- sowie Kabelzugarbeiten für den Glasfaserausbau vorgenommen. Die Maßnahme in der Doppelortgemeinde ist das Pilotprojekt der Gigabit-Region Stuttgart.

Ausbau des Glasfasernetzes in Allmersbach im Tal (hier: die Allmersbacher Ortsmitte): Die Baumaßnahmen werden insgesamt voraussichtlich bis Mitte August vollständig abgeschlossen sein. Rund 2500 Haushalte verfügen dann über schnelles Internet. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Ausbau des Glasfasernetzes in Allmersbach im Tal (hier: die Allmersbacher Ortsmitte): Die Baumaßnahmen werden insgesamt voraussichtlich bis Mitte August vollständig abgeschlossen sein. Rund 2500 Haushalte verfügen dann über schnelles Internet. Foto: A. Becher

Von Bernhard Romanowski

ALLMERSBACH IM TAL. Als Surferparadies war die Doppelortgemeinde bislang nicht bekannt, obwohl Allmersbach im Tal einen attraktiven Sporterlebnispark vorweisen kann. Doch für die Surfer im übertragenen Sinne bieten sich in Allmersbach fortan beste Bedingungen. Denn der Ausbau der Glasfaserleitungen für schnelles Internet für rund 2500 Allmersbacher Haushalte ist in diesem Sommer abgeschlossen. Die ersten Kunden surfen bereits mit einem Gigabit pro Sekunde (GBit/s) und haben damit den schnellsten Anschluss für gleichzeitiges Streaming, Gaming und Homeoffice, wie die Telekom mitteilt.

In vier unmittelbar aufeinander folgenden Bauabschnitten wurden von der Visco GmbH aus Jagstzell im Auftrag der Deutschen Telekom im Bereich der Backnanger und Schorndorfer Straße Tiefbau- sowie Kabelzugarbeiten für den Glasfaserausbau vorgenommen. Coronabedingt kam es bei der Fertigstellung der Arbeiten zu einer zeitlichen Verzögerung. Die Baustelle an der Ortsdurchfahrt ist voraussichtlich bereits in der kommenden Woche erledigt. Insgesamt werden die Baumaßnahmen nach derzeitigem Stand der Dinge Mitte August vollständig abgeschlossen. „Innerhalb eines Jahres haben die Telekom und die von ihr beauftragten Firmen den flächendeckenden Glasfaserausbau in Allmersbach im Tal gestemmt. Nun haben alle, die in unserer Gemeinde wohnen und arbeiten, die Zugangsmöglichkeit zu turboschnellem Internet. Damit sind wir eine der bestversorgten Gemeinden weit und breit“, sagt Bürgermeister Ralf Wörner nicht ganz ohne Stolz.

Allmersbach im Tal ist das Pilotgebiet der Gigabit-Region Stuttgart.

Laut Frank Bothe, Programmleiter Gigabit-Region Stuttgart der Deutschen Telekom, laufen auch andernorts die Ausbaumaßnahmen mit höchstem Tempo. „Wir sind bereits auf mehreren Baustellen in der Region unterwegs. Die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten trägt Früchte“, so Bothe. Der Kooperationsvertrag mit der Gigabit-Region Stuttgart sei für die Telekom eine Blaupause, wie sie zusammen mit der öffentlichen Hand ein schnelles Netz ausbauen könne. Der Landrat des Rems-Murr-Kreises, Richard Sigel, ist mit dem bisher Erreichten zufrieden: „Mit dem Abschluss des Ausbaus in Allmersbach im Tal können wir im Zweckverband Breitbandausbau Rems-Murr den ersten grünen Haken auf unserer Liste setzen.“

Sigel weiß aber auch: „Wir haben noch viel vor und die Coronakrise hat uns nochmals deutlich vor Augen geführt, dass eine schnelle Internetverbindung heute wichtiger ist als je zuvor.“ Hans-Jürgen Bahde, Geschäftsführer der Gigabit Region Stuttgart GmbH (GRS) und Breitbandbeauftragter der Region Stuttgart, erklärt indessen: „Mit Allmersbach wurde eine eher kleinere Gemeinde zum Pilotgebiet für den Ausbau im Rems-Murr-Kreis. Dies ist auch in anderen Landkreisen der Region der Fall und zeigt, dass von unserem Kooperationsprogramm alle Kommunen unabhängig von ihrer Größe frühzeitig profitieren können.“ Wer nachträglich seine Immobilie mit Glasfaser aufwerten wolle, könne das jederzeit nachholen. Den Auftrag kann man online, telefonisch oder im Fachhandel erteilen.

Im Rahmen des Vertrags sind 30 Gewerbegebiete im Bau oder in Planung.

Um seinen Glasfaseranschluss voll auszunutzen, sollte die Verkabelung im Haus auf dem neuesten Stand sein. Der Ausbau in Allmersbach im Tal ist Ergebnis einer Kooperation der Gigabit-Region Stuttgart GmbH mit der Deutschen Telekom. Im Fokus steht dabei der partnerschaftliche Ausbau des ultraschnellen Glasfasernetzes. Bis 2025 sollen zudem 99 Prozent der Bevölkerung Mobilfunk (LTE) nutzen können. Außerdem ist geplant, ein leistungsstarkes 5-G-Netz zügig aufzubauen. Der Vertrag ist in dieser Dimension deutschlandweit einmalig, wie die Telekom betont. Zudem soll das Programm Investitionen weiterer Marktteilnehmer in Glasfaser stimulieren, so die Hoffnung.

Das Ausbaugebiet umfasst derzeit 174 Kommunen in der Stadt Stuttgart sowie in den fünf benachbarten Landkreisen Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg und Rems-Murr. In dem Ballungsraum leben rund 2,8 Millionen Menschen. Etwa 140000 Unternehmen sind dort angesiedelt. Im ersten Jahr der Kooperation für den Glasfaserausbau in der Region Stuttgart hat die Telekom bei über 25000 Haushalten und Gewerbetreibenden Glasfaser in oder bis an die Häuser verlegt. Dafür hat das Unternehmen mehr als 1200 Kilometer Glasfaser in der gesamten Region Stuttgart verbaut und über 290 Netzverteiler aufgestellt. Zum Jahresende 2020 sollen bereits 100000 Haushalte und Gewerbetreibende einen Glasfaseranschluss beziehen können. Damit werde nach einem guten Jahr über die Hälfte der Städte und Gemeinden in der Region von dem Kooperationsprojekt profitieren, so die Verantwortlichen. Hinzu kommen demnach auch Neubaugebiete in mehreren Kommunen. Im Rahmen des Vertrags sind 30 Gewerbegebiete im Bau oder in Planung. 20 Gewerbegebiete sind bereits fertiggestellt. Dies sei der umfangreichste Ausbau von Gewerbegebieten in einer Region durch die Telekom in ganz Deutschland, lässt das Unternehmen wissen.

Die Gigabit Region Stuttgart

Gestartet ist das Programm am 24. Mai 2019 mit der Unterzeichnung des Kooperationsrahmenvertrags zwischen der Deutschen Telekom und der Gigabit-Region Stuttgart GmbH.

Ziel der Vereinbarung ist es, bis 2025 alle Gewerbegebiete und Schulen sowie bis 2030 90 Prozent der Privathaushalte mit Glasfaser zu versorgen.

174 der 179 Städte und Gemeinden nehmen an dem Programm teil. Mit Ausnahme der Landeshauptstadt Stuttgart sind sie in den Zweckverbänden der Landkreise organisiert.

Einige Städte, die über breitbandaktive Stadtwerke verfügen, sind den Zweckverbänden, nicht aber dem Kooperationsrahmenvertrag beigetreten. Hier laufen weiterhin Verhandlungen über mögliche Formen der Kooperation, die teilweise weit fortgeschritten sind. So hat die Telekom mit den Stadtwerken Ludwigsburg und Nürtingen bereits eine Absichtserklärung (LOI) unterzeichnet.

„Der kooperative Ansatz zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft hat auch das Interesse der EU-Kommission geweckt. Die Generaldirektion Connect wertet das Kooperationsprogramm als sehr guten Ansatz für einen beschleunigten Breitbandausbau und nimmt das Modell als Best Practice in ihre Publikationen auf“, teilt die Telekom ergänzend mit.

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Erstellt:
3. Juli 2020, 06:00 Uhr

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