Den Eckertsbach erlebbar machen

Der Strümpfelbacher Ortschaftsrat hat eine Aufwertung des Eckertsbachs im Umfeld der Stadtteilgeschäftsstelle angeregt. Vor allem für Kinder soll die Stelle zugänglich gemacht werden. Als Nächstes berät der Gemeinderat hierzu.

Der Eckertsbach rund um das Strümpfelbacher Rathaus ist momentan zugewuchert und schwer zugänglich. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Der Eckertsbach rund um das Strümpfelbacher Rathaus ist momentan zugewuchert und schwer zugänglich. Foto: A. Becher

Von Lorena Greppo

BACKNANG. Im kommenden Jahr wird in Backnang-Strümpfelbach das 750-Jahr-Jubiläum gefeiert. Solche Anlässe werden von Ortsvorstehern und Ortschaftsräten oftmals mit einem Denkmal verewigt. Siglinde Lohrmann und ihre Kollegen vom Strümpfelbacher Ortschaftsrat haben hingegen etwas anderes im Sinn: „Es ist mein Wunsch und der des Ortschaftsrats, dass wir etwas schaffen, das für die Bevölkerung einen Nutzen hat.“ Deshalb haben die Strümpfelbacher Gremiumsmitglieder eine Aufwertung des Eckertsbachs rund um das Rathaus angeregt. Der Ortschaftsrat hatte auch schon zu Vortreffen eingeladen, bei denen das Programm für das Jubiläumsjahr Thema war. Nicht nur wegen Unwägbarkeiten aufgrund der Coronapandemie habe man überlegt, lieber mehrere kleine Aktionen anzubieten, berichtet Lohrmann. Natürlich sei ein Festakt wohl unumgänglich. Darüber hinaus sei aber ein Kindertag angedacht, ebenso ein Event am Strümpfelbacher Bänklesweg. „Die Bevölkerung soll ihr Strümpfelbach erleben können.“

Zwar kommt der Eckertsbach oftmals als Rinnsal daher, wenn es regnet, könne er aber doch für Kinder recht tief und die Strömung stark sein, weiß Lohrmann. Ebenso stelle die Nähe zur viel befahrenen B14 eine Gefahr dar – weswegen vor einigen Jahren an dieser Stelle ein Zaun errichtet worden ist. Über mehrere kleine Maßnahmen sei angedacht, den Bach zu einem kleinen Erlebnis für die jüngeren Anwohner und Besucher zu machen. Unter anderem sollen größere Steine im Bachlauf platziert werden, außerdem wolle man die Bepflanzung rund um die Stadtteilgeschäftsstelle neu gestalten. „In Richtung B14 wollen wir eventuell eine Hecke pflanzen, damit die Kinder nicht in Richtung Straße laufen“, sagt Lohrmann. Außerdem würden Sitzbänke eine gewisse Aufenthaltsqualität erzeugen.

Ortschaftsräte wollen manches in Eigenleistung erbringen.

Von der Stadtverwaltung seien die Pläne sehr positiv aufgenommen worden, berichtet Lohrmann. Der Leiter des Stadtplanungsamts, Tobias Großmann, macht klar: „Die Maßnahme ist kein Geschenk für Strümpfelbach angesichts des Jubiläums.“ Vielmehr passe das Vorhaben gut in das Biotopverbundskonzept der Stadt Backnang. Die Ideen aus der Mitte des Strümpfelbacher Ortschaftsrats seien daher der Ausgangspunkt zur Entwicklung einer Maßnahme gewesen, wie die Biotopvernetzung mit einem pädagogischen Erleben des Bachs vereint werden kann. „Schlussendlich geht es vor allem um eine naturnahe Bepflanzung.“ In der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrats wurde die Maßnahme vorgestellt.

Die Gremiumsmitglieder hätten sich begeistert gezeigt und auch gleich angeregt, manches in Eigenleistung zu erbringen, so Großmann. Diese Überlegungen müssten nun in den Entwurf eingearbeitet werden, ehe dieser dem Backnanger Gemeinderat unterbreitet wird – vermutlich sei das Anfang Dezember so weit. Dessen finale Zustimmung müsse erst noch erteilt werden, weshalb der Stadtplanungsamtsleiter verhalten ist mit der Verkündung von Einzelheiten. Schließlich könnte die ganze Idee im Sande verlaufen, finden sich hierfür keine Unterstützer im Gremium. Auch müsse die Untere Naturschutzbehörde noch einmal einen Blick auf die Maßnahme werfen. „Davon sind dann auch die Kosten abhängig“, erklärt Großmann. Abzuklären sei auch, ob die Stadt Backnang für die Aufwertung des Eckertsbachs Ökopunkte bekommen würde. „Früher hat man hier eine Pumpstelle für die Feuerwehr gehabt. Die braucht man nun nicht mehr, weswegen der Beton raus kann“, erläutert die Ortsvorsteherin. Das verbessere nicht nur die Zugänglichkeit des Bachs, sondern auch die Optik. Die Aufwertungsmaßnahme sei kostentechnisch wohl im niedrigen fünfstelligen Bereich angesiedelt.

Der Ortschaftsrat hoffe, dass die Maßnahme – vorbehaltlich der Zustimmung des Gemeinderats – bereits im kommenden Jahr umgesetzt werden kann, sagt Siglinde Lohrmann. Auch wenn das Projekt nicht Teil der Planung rund um das 750-Jahr-Jubiläum ist, signalisiere es doch, dass sich im Stadtteil Strümpfelbach 2021 einiges tut.

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Erstellt:
4. November 2020, 06:00 Uhr

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