Der Spielplatz der Grundschule an der Weissach wird umgestaltet

Auf dem Schulhof der Schule an der Weissach sollen schattenspendende Bäume gepflanzt und neue Spielgeräte aufgebaut werden.

An der Grundschule in der Weissach sollen neue Spielgeräte entstehen. Archivbild: Jörg Fiedler

© Jörg Fiedler

An der Grundschule in der Weissach sollen neue Spielgeräte entstehen. Archivbild: Jörg Fiedler

Von Melanie Maier

Weissach im Tal. Dass der Pausenhof der Schule an der Weissach nicht optimal ist, das ist nicht nur der Schulleitung, den Eltern und Schulkindern bekannt, sondern auch der Weissacher Verwaltung. Durch den Bau des Kinderhauses hat der Spielplatz etwas an Fläche verloren. Zudem mussten einige Spielgeräte aus Sicherheitsgründen gesperrt werden oder für den Bau des Kinderhauses weichen. So wurde der Schaukelturm an der Stirnseite der Schaukel abmontiert. Die Rutsche und die provisorische Treppe sind gesperrt. Nun soll der Schulhof umgebaut werden. Mittel dafür sind im Haushalt des laufenden Jahres bereits eingeplant.

Die Pläne für den Umbau stellte Planer und Landschaftsarchitekt Jochen Roos vom Backnanger Büro Roosplan in der jüngsten Gemeinderatssitzung vor. „Die Kunst ist es, auf kleinem Raum einen hohen Spielwert zu erzeugen“, erklärte er. Der jetzige Schulhof habe einige Defizite: Zum einen fehle fast überall Schatten, gerade im Sommer werde es sehr heiß. „Eidechsen würden sich dort wohlfühlen“, kommentierte Roos scherzhaft. Darüber hinaus erodiere der Hang zusehends, an einigen Stellen bestehe schon Absturzgefahr. „Da muss dringend gehandelt werden“, betonte Roos.

Was die Spielgeräte betrifft, so soll die Schaukel abmontiert werden. An ihre Stelle kommen laut Plan drei Bodentrampoline. Erhalten werden sollen der Kletterturm, der von vielen Kindern gleichzeitig bespielt werden kann, und die Rutsche. Dafür soll der Hang an der Rutsche abgeflacht, stabilisiert und mit einem Belag aus Teppichvlies versehen werden. Das sorge für mehr Platz und sichere zugleich den Hang, so Roos. Die Böschung zwischen der Rutsche und dem aktuellen Standort der Schaukel soll zudem komplett bespielbar gemacht werden. Auch sollen weitere Sitzgelegenheiten geschaffen und Holzzäune zur Sicherung aufgestellt werden. Am Treppenaufgang könnte eine Freilichtmurmelbahn angebracht werden. Das sei ein Wunsch aus der Schülerschaft.

Die Arbeiten sollen größtenteils in den Sommerferien erfolgen

Darüber hinaus sollen an verschiedenen Stellen Sträucher und zehn Laubbäume gepflanzt werden, die für Schatten sorgen. Das Büro Roosplan schlägt vor, auch auf dem Parkplatz der Gemeindehalle, der von den Kindern unter anderem für Ballspiele genutzt wird, einige weitere Laubbäume zu pflanzen. Die Baumart steht noch nicht fest. Schnell wachsende heimische Bäume sollen es sein, die klimaresistent sind.

Bürgermeister Daniel Bogner lobte die Entwurfsplanung als sehr gelungen. „Das wäre ein deutliches Upgrade, was die Spielgeräte, die Aufenthaltsqualität und auch die ökologische Planung betrifft“, sagte er. „Hier können wir mit relativ wenigen Mitteln viel erreichen.“ Vier Parkplätze würden durch die Umgestaltung des Spielplatzes wegfallen. Würden mehr Laubbäume gepflanzt, wären es etwa sechs bis acht.

Das Vorhaben ist in drei Bauabschnitte aufgeteilt. Der erste Bauabschnitt, der in den Sommerferien umgesetzt werden soll, umfasst die baulichen Maßnahmen in den Spiel- und Pausenbereichen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 125.000 Euro. Eine Förderung ist nicht möglich.

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Dafür könnte es im zweiten Bauabschnitt im Herbst einen Zuschuss geben. Darunter fallen die Pflanzarbeiten in den Spiel- und Pausenbereichen sowie auf dem Parkplatz (ohne zusätzliche Bäume). Die Kosten dafür betragen rund 85.000 Euro. Bei einer Förderung durch das Bundesprogramm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ könnten bis zu 80 Prozent übernommen werden – also 60.000 bis 70.000 Euro.

Die Auswahl der Bäume wird diskutiert

Gäbe es die Zusage, empfiehlt das Büro Roosplan, als dritten Bauabschnitt die gesamte asphaltierte Parkplatzfläche zu entsiegeln und weitere Bäume und Sträucher zu pflanzen. Die Baukosten dafür würden bei rund 200.000 Euro liegen. Gefördert würden 160.000 bis 180.000 Euro. Rechnet man die Förderung aus dem Bauabschnitt zwei hinzu, wäre diese Maßnahme sogar kostenneutral. Die Arbeiten könnten im Herbst dieses Jahres oder im Frühjahr 2025 umgesetzt werden. Das Konzept kam beim Gremium gut an. Er stehe zu 100 Prozent hinter dem Projekt und würde dafür plädieren, es vollumfänglich umzusetzen, „egal, ob mit oder ohne Förderung“, sagte beispielsweise Luciano Longobucco (CDU/FWV). Sein Fraktionskollege Carl Höfer gab zu bedenken, man solle nicht zu leichtfertig mit Stellplätzen, die wegfallen, umgehen. Zudem habe man auf dem Parkplatz schon Festbetrieb mit Zelt gehabt. Er wünsche sich, dass man prüfe, ob das nach der Umgestaltung noch möglich wäre. Oliver Fiechtner (ebenfalls CDU/FWV) wies darauf hin, dass das letzte derartige Fest 2003 stattfand. Die Position und finale Anzahl der Bäume sei noch flexibel, fügte Jens Holzhäuser vom Büro Roosplan hinzu.

Sorgen machte den Räten insbesondere die Auswahl der Bäume. So warnte etwa Thomas Heller (UBL) davor, die Echte Mehlbeere zu pflanzen. In ungekochtem Zustand seien die Beeren leicht giftig und könnten zu Darmbeschwerden führen. „Wir sind hier auf einem Schulhof“, betonte er. Auch sein Fraktionskollege Wilhelm König mahnte zur Vorsicht und riet wie auch Günter Sanzenbacher (CDU/FWV) von der Robinie ab.

Der Gemeinderat stimmte der Entwurfsplanung für die Umgestaltung des Spielplatzes einstimmig zu und beauftragte die Verwaltung mit der Ausschreibung der Maßnahme. Mit dem dritten Bauabschnitt soll aber erst begonnen werden, wenn ein positiver Förderbescheid vorliegt.

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Erstellt:
8. April 2024, 14:00 Uhr

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