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Deutliche Verbesserung beim Busverkehr

OVR übernimmt zum 1. August die Buslinien im Bereich Sulzbach/Murrhardt/Spiegelberg/Großerlach und weitet Angebot aus

Der ÖPNV im Bereich Sulzbach an der Murr, Backnang und Murrhardt wird ab1. August aufgrund eines deutlich verbesserten Fahrplanangebots bei mehreren Buslinien viel attraktiver. Zu der Aufwertung ist es gekommen, nachdem die Omnibus-Verkehr Ruoff GmbH (OVR) die Ausschreibung für das Linienbündel 13 gewonnen hat und nun mit einem modernen Fuhrpark, engeren Takten, neuen Linien und ausgeweiteten Dienstzeiten an den Start geht.

Fiebern voller Vorfreude dem Start des verbesserten ÖPNV-Angebots entgegen (von links): Erster Landesbeamter Peter Zaar und die Bürgermeister Damian Komor (Mainhardt), Armin Mößner (Murrhardt), Uwe Bossert (Spiegelberg), Timo Wolf (Wüstenrot), Bernhard Bühler (Oppenweiler), Dieter Zahn (Sulzbach an der Murr), Siegfried Janocha (EBM Backnang) und Christoph Jäger (Großerlach). Foto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Fiebern voller Vorfreude dem Start des verbesserten ÖPNV-Angebots entgegen (von links): Erster Landesbeamter Peter Zaar und die Bürgermeister Damian Komor (Mainhardt), Armin Mößner (Murrhardt), Uwe Bossert (Spiegelberg), Timo Wolf (Wüstenrot), Bernhard Bühler (Oppenweiler), Dieter Zahn (Sulzbach an der Murr), Siegfried Janocha (EBM Backnang) und Christoph Jäger (Großerlach). Foto: J. Fiedler

Von Matthias Nothstein

SULZBACH AN DER MURR. Strahlende Gesichter gab es gestern beim offiziellen Fototermin auf dem Sulzbacher Marktplatz. Die Verantwortlichen hoben die deutlichen Verbesserungen des neuen Angebots in allen Facetten hervor. Peter Zaar sprach als Vertreter des Landkreises Rems-Murr. Der Erste Landesbeamte wies darauf hin, dass die VVS-Fahrstrecken im Rems-Murr-Kreis vom Jahr 2015 bis zum Jahr 2020 um 1,2 Millionen Kilometer ausgeweitet wurden, das entspricht einem Zuwachs von 15 Prozent. Davon profitiert vor allem der ländliche Bereich, wo es früher in den Schulferien sowie an Sonn- und Feiertagen auf manchen Strecken so gut wie gar keine Verbindungen gab. Über das ganze Netz gesehen seien die Verbindungen an Sonntagen um über 40 Prozent, an Samstagen um über 20 Prozent ausgeweitet worden. Für Zaar ist dies auch ein persönlicher Erfolg, da das Vergabeverfahren ihn die vergangenen fünf Jahre beschäftigt hat: „Wir waren lange vor der ,Fridays for Future‘-Bewegung dabei, den ÖPNV zu stärken.“ Inzwischen sind 11 der 13 Linienbündel am Start, diese Woche noch folgt Nummer 12 in Fellbach und das dreizehnte Linienbündel in Waiblingen wird im Dezember 2019 in Betrieb genommen. Zaar freute sich besonders, dass entgegen von Unkenrufen alle Aufträge an mittelständische Unternehmen aus dem Landkreis vergeben werden konnten. Dies wurde erreicht, indem man hohe Anforderungen gestellt habe, so würden beispielsweise alle Fahrzeuge die Euro-6-Abgasnorm erfüllen. Die Laufzeit der neuen Verträge beträgt achteinhalb Jahre. In dieser Zeit trägt das jeweilige Unternehmen das volle Risiko. Zaar dankte dem bisherigen Unternehmen RBS, das in den vergangenen Jahren immer zur Zufriedenheit die Busverkehre durchgeführt hatte. „Wir trennen uns ungern, gerade auch deshalb, weil die Zusammenarbeit mit RBS immer gut war.“

13 fabrikneue Busse sind bestellt, zum Start sind aber erst drei geliefert

Künftig werden also OVR-Busse auf den Buslinien 375, 380, 380A, 385, 386, 390 und 391 zwischen Murrhardt und Backnang verkehren. Das Waiblinger Traditionsunternehmen hat dazu 13 fabrikneue Busse bestellt, die über die derzeit höchstmögliche Umweltnorm Euro 6 verfügen. „Alle Busse, die zum Einsatz kommen, sind komplett barrierefrei und haben moderne Innenanzeigen, die über den Fahrtverlauf informieren. Außerdem sind alle Busse mit Klimaanlagen ausgerüstet“, informiert OVR-Geschäftsführer Horst Windeisen. Allerdings relativierte er sofort, dass aufgrund der langen Lieferzeit der Busse von 14 bis 17 Monaten zum Neustart erst drei Fahrzeuge zur Verfügung stehen, der Rest werde im Lauf der Monate August und September folgen. „Ich bitte um Verständnis, dass auf einigen Linien derzeit noch Bestandsfahrzeuge unterwegs sind.“ Windeisen wies ferner darauf hin, dass mit dem Unternehmen Eisemann Reisen ein guter Partner die OVR unterstützt und die beiden Radwanderbusse Räuberbus und Limesbus Süd im Auftrag der OVR fahren wird.

„ÖPNV ist eine wichtige Infrastruktureinrichtung. Durch den neuen Fahrplan wird der Schulstandort Sulzbach mit Realschule und Gemeinschaftsschule viel besser angebunden“, lobte auch Sulzbachs Bürgermeister Dieter Zahn anlässlich der Vorstellung. „Vor allem von Großerlach, Kirchenkirnberg, Fornsbach und Alm sowie Spiegelberg aus gibt es bessere Verbindungen. Außerdem haben die Einwohner von Siebersbach, Lautern und dem Neubaugebiet Ziegeläcker mit der Haltestelle Lautertal künftig einen Stundentakt zur Murrbahn.“ Für Nachtschwärmer gebe es spätabends einen weiteren Bus, mit dem man die Wohngebiete besser erreiche. VVS-Geschäftsführer Thomas Hachenberger dankte dem Rems-Murr-Kreis und den Kommunen, die den Schritt getan haben, entsprechende Zusatzangebote vorzusehen, und dem Unternehmen OVR, das die geforderten Mindestleistungen noch überschritten habe. Hachenberger: „Der Bus wird weiterhin das Rückgrat des ÖPNV sein.“ Im Hinblick auf die Verbesserungen für die Gemeinden Mainhardt und Wüstenrot sagte er zu deren Bürgermeistern: „Sie sind jetzt auch VVSKommunen.“ Über das kreisübergreifende Angebot freuten sich auch Birgit Böhm-Lemcke vom Landratsamt Heilbronn und Gerhard Groß vom Heilbronner Verkehrsverbund. Groß erklärte, „es ist eine tolle Sache, dass künftig unsere Fahrkarte für eine Fahrt bis Sulzbach anerkannt wird.“ VVS-Chef Hachenberger bat um Verständnis, wenn angesichts neuer Busse, neuer Fahrer und neuem Fahrplan am Anfang noch nicht alles 100-prozentig klappen sollte. „Erfahrungsgemäß braucht es ein paar Wochen, bis sich alles eingespielt hat“, so Hachenberger.

Ein Fahrplanheft mit allen Informationen über das neue Busangebot wird am Samstag an alle Haushalte der betroffenen Kommen verteilt. Zudem sind die Fahrpläne bereits im Internet unter www.vvs.de abrufbar. Wer das neue Angebot testen möchte, hat zum Start des neuen Bündels am Donnerstag, 1. August, die Möglichkeit dazu. In allen Bussen der betroffenen Linien, die an diesem Tag unterwegs sind, kann man den ganzen Tag lang kostenlos mitfahren.

Info
Die bedeutendsten Verbesserungen

Linie390: Backnang–Murrhardt:

Zwischen Backnang und Murrhardt fahren die Busse künftig versetzt zu den Regionalzügen. Dadurch ergibt sich im Abschnitt Backnang ZOB–Berliner Ring zusammen mit der Linie361 ein aufeinander abgestimmtes Gesamtangebot (montags bis freitags bis 20 Uhr 15-Minuten-Takt, sonst 30-Minuten-Takt). Außerdem fahren die Busse von Montag bis Samstag abends eine Stunde länger. Zu den Hauptunterrichtszeiten fahren die Busse künftig zwischen dem Backnanger Gymnasium in der Taus direkt nach Sulzbach und Oppenweiler.

Linie391: Oppenweiler–Aichelberg–Zell:

Der Oppenweiler Ortsteil Zell bekommt erstmals eine regelmäßige ÖPNV-Anbindung. Die Busse fahren montags bis freitags sechsmal am Tag auf einem Rundkurs ab der Murrtalschule über die Ortsmitte, den Bahnhof, Aichelbach, Zell und das Gewerbegebiet.

Linie375: Murrhardt–Kirchenkirnberg– Kaisersbach–Welzheim:

Im Murrhardter Stadtteil Alm halten künftig wochentags alle Busse der Linie375 an der Haltestelle Lisztstraße, die bisher nur gelegentlich angefahren wurde. Das Fahrplanangebot wird an Schul- und Ferientagen weitestgehend vereinheitlicht. Die Busse fahren ab der Endhaltestelle Murrhardt Bahnhof meist als Linie390 weiter. Dadurch gibt es eine direkte Verbindung zur Murrhardter Weststadt sowie bis nach Backnang. Die Busse halten nun ganzjährig bis zu achtmal pro Tag an der Haltestelle Fornsbach Waldsee.

Linie380: Sulzbach–Großerlach–Mainhardt:

Das Fahrplanangebot wird an Schul- und Ferientagen vereinheitlicht und ausgeweitet. Damit wird montags bis freitags zwischen Sulzbach und Mainhardt fast durchgehend ein Stundentakt angeboten. Außerdem wird die Anbindung des Schulstandorts Sulzbach aus Großerlach deutlich verbessert. Die neue Haltestelle Haller Straße erschließt künftig das Wohngebiet und die Einkaufsmärkte. Neu ist auch, dass für Fahrten ab Mainhardt in das VVS-Gebiet künftig der VVS-Tarif gilt.

Linie385: Sulzbach (M)–Wüstenrot:

Die Busse fahren künftig zwischen Neulautern und Wüstenrot eine einheitliche Route über Stangenbach und Schmellenhof. Damit besteht im Abschnitt Sulzbach– Spiegelberg zusammen mit der Linie386 mindestens ein Stundentakt. Außerdem fahren an Samstagen sowie Sonn- und Feiertagen deutlich mehr Busse. Fahrräder können im Sommer am gesamten Wochenende und an Feiertagen im Anhänger mitgenommen werden. Dabei fahren die Busse am Wochenende tagsüber generell über Nassach und Jux sowie zwischen Spiegelberg und Wüstenrot abwechselnd im Ringverkehr Spiegelberg–Neulautern–Schmellenhof– Wüstenrot–Vorderbüchelberg–Spiegelberg.

Linie386: Sulzbach (M)–Spiegelberg– Spiegelberger Teilorte:

Die Busse der Linie fahren nun auch an Ferientagen. Außerdem fahren sie jeden Tag die gleiche Strecke über Jux, Nassach und Kurzach sowie das Wohngebiet Happenbach in Spiegelberg.

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Erstellt:
17. Juli 2019, 06:00 Uhr

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