Die Belinda soll barrierefrei werden

Von der Gemeinde ist das Einvernehmen erteilt worden, sobald die Baugenehmigung vorliegt, soll die Sulzbacher Rockdiscothek ertüchtigt werden. Die weiteren Pläne für den Gebäudekomplex sind in drei Bauabschnitte aufgeteilt worden.

Als die Belinda im Lockdown ihre Türen schließen musste, haben die Verantwortlichen den Boden erneuern lassen. Weitere Arbeiten in Sachen Barrierefreiheit und Brandschutz sollen folgen. Archivfoto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Als die Belinda im Lockdown ihre Türen schließen musste, haben die Verantwortlichen den Boden erneuern lassen. Weitere Arbeiten in Sachen Barrierefreiheit und Brandschutz sollen folgen. Archivfoto: J. Fiedler

Von Lorena Greppo

Sulzbach an der Murr. Mit dem Ziel, das Belinda-Areal in Sulzbach an der Murr zu erhalten, auf Vordermann zu bringen und dort ein Begegnungs- und Kulturzentrum zu etablieren, hat die Akzente-Gemeinde 2018 eine Genossenschaft gegründet. Seitdem hat sich einiges getan und die Pläne zur Umgestaltung des Gebäudekomplexes nehmen immer weiter Form an. Boden und Kanalisation in der Rockdiscothek Belinda sind im vergangenen Jahr erneuert worden (wir berichteten), als Nächstes stehen der barrierefreie Umbau und eine brandschutztechnische Anpassung an. „Eigentlich wollten wir damit schon angefangen haben“, sagt Diakon Willi Beck, der zugleich Vorstand der Genossenschaft ist. Doch die Coronakrise hat vieles durcheinandergewirbelt.

Grundsätzlich gelte: „Wir müssen so vorgehen, wie wir Geld haben“, erklärt Beck. Durch die Pandemie und die damit verbundene lange Schließung der Belinda habe man deutliche Einbußen verzeichnet. Das Projekt zur Neugestaltung des Gebäudekomplexes mit dem Abbruch der ehemaligen Getränkehandlung ist daher in drei Bauabschnitte aufgeteilt worden. An erster Stelle steht die Ertüchtigung der Rockdiscothek selbst. Vor allem bezüglich des Brandschutzes und der Barrierefreiheit soll sich hier einiges tun. Die Eingangstür sei schon verbreitert worden, berichtet Beck. Unter anderem sollen auch die Sanitäranlagen erneuert und behindertengerecht gestaltet werden. Gut 380000 Euro sind dafür veranschlagt worden, Zuschüsse aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) sind bereits bewilligt worden.

Eine neue Belüftungsanlage muss in Kürze angeschafft werden

Nun hat sich aber eine neue Baustelle ergeben: die Belüftungsanlage. Willi Beck erklärt: „Momentan schaffen wir es mit einer halblebigen Belüftungsanlage und einer CO2-Ampel, dass 80 bis 100 Gäste reindürfen. Aber so können wir auf Dauer nicht überleben, deswegen müssen wir diesen Umbau vorziehen.“ Eigentlich war erst am Ende des Bauprojekts in drei oder vier Jahren der Einbau der neuen Lüftungsanlage angedacht. Nun soll sie bis Ende Dezember laufen. Es könne sein, dass die Belinda zwischenzeitlich schließen müsse, so Beck.

Sobald die Baugenehmigung vorliegt, soll es auch schon an den ersten Bauabschnitt gehen, sprich: Die Belinda wird fit gemacht. Dieser soll aller Voraussicht nach im kommenden Jahr abgeschlossen werden. Erst dann wird der Gebäudeteil, in dem der ehemalige Getränkemarkt untergebracht war, abgebrochen. Der zu erhaltende Gebäudeteil wird im Zuge der Umbaumaßnahmen energetisch und brandschutzrechtlich ertüchtigt und zunächst zu einem Veranstaltungssaal umgenutzt. Hier können verschiedene kulturelle Veranstaltungen und Gottesdienste stattfinden.

In der Baulücke soll im dritten Bauabschnitt der Neubau eines Begegnungs- und Kulturzentrums (Forum) errichtet werden. Der Neubau hat zwei Vollgeschosse und ist teilunterkellert. In diesem Neubau sollen im Erdgeschoss Funktionsräume und im Obergeschoss zwei Gruppenräume und eine Klausur untergebracht werden. Das Erdgeschoss des Neubaus und der Versammlungssaal bilden später eine Einheit. Der Gebäudekomplex ist dann komplett barrierefrei. Vom Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde Sulzbach ist das Einvernehmen bereits einstimmig erteilt worden, die Verwaltung bewertet das Vorhaben positiv und äußert Verständnis dafür, dass in Etappen vorgegangen wird. „Dieser Bereich am Ortseingang von Sulzbach erfährt sowohl in kultureller als auch in optischer Hinsicht eine deutliche Aufwertung“, so die Einschätzung der Verwaltung.

Viele vorbereitende Arbeiten werden im Ehrenamt erbracht

Angedacht sei, dass der dritte Bauabschnitt 2024 angegangen wird – „arg viel länger sollte es nicht dauern“, so Beck. Es hänge aber vor allem davon ab, wie die Belinda wieder anläuft, wenn sie ertüchtig worden ist und wieder besser ausgelastet werden kann. Seine Gefühlslage sei daher schwankend, räumt Beck ein. „Beim Thema Belüftungsanlage hatte ich schon auch Magenflattern.“ Optimistisch stimme ihn hingegen der Zusammenhalt in der Genossenschaft sowie die Spendenbereitschaft im Zuge der verschiedenen Kampagnen. Ein paar Tausend Euro kämen so im Jahr zusammen. „Bei uns wird auch sehr viel im Ehrenamt geleistet“, berichtet Beck stolz. Unter anderem seien auch Vorarbeiten selbst erbracht worden. Das will die Geno auch künftig so handhaben: „Da, wo wir uns selbst einbringen können, machen wir das.“ Die beauftragten Unternehmen seien diesbezüglich sehr entgegenkommend.

„Es dauert alles seine Zeit, wenn man so viel selbst macht“, führt Willi Beck aus. Allerdings schweiße die gemeinsame Arbeit auch zusammen. „In der Krise hatten wir keine Mitarbeiterverluste. Im Gegenteil: Unser Team an Ehrenamtlichen ist eher gewachsen.“ Die Krise habe die Vision eines Begegnungs- und Kulturzentrums der Akzente-Gemeinde nicht behindert. Und für den Diakon steht auch eine weitere Erkenntnis im Vordergrund: „Das Genossenschaftsmodell ist gut geeignet, um Krisen zu überstehen.“ Die Manpower im Hintergrund sei eine gute Sicherheit und so kann er sagen: „Wir stehen nicht so schlecht da.“

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Erstellt:
21. Oktober 2021, 11:30 Uhr

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