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Die Braut trägt Hut

Benefizkonzert des Lions Clubs in Sulzbach: Sefora Nelson wickelt Publikum mit emotionalen Popsongs um den Finger

Sie erzählt aus ihrem Leben, über Musik und ihre Familie: Sängerin Sefora Nelson begeisterte ihr Publikum mit ihrer musikalischen Botschaft über einen lebendigen, gelebten Glauben – ohne den Zeigefinger zu heben.

Der Förderverein des Lions Clubs Backnang hatte Sefora Nelson für ein Benefizkonzert eingeladen. Sie begeisterte das Sulzbacher Publikum. Foto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Der Förderverein des Lions Clubs Backnang hatte Sefora Nelson für ein Benefizkonzert eingeladen. Sie begeisterte das Sulzbacher Publikum. Foto: J. Fiedler

Von Marina Heidrich

SULZBACH AN DER MURR. Die Braut betritt die Kirche in einem weißen Kleid mit Schleppe, silberne Pailletten glitzern am Ausschnitt unter der violetten Jacke. Auf dem Kopf: kein Schleier, sondern ein schneeweißer, seidig glänzender Borsalino. Die Menschen in der voll besetzten Ulrichskirche in Sulzbach klatschen begeistert, als sich die junge Frau, die mit ihren dunklen Haaren, der porzellanfarbenen Haut und den blutroten Lippen an ein strahlendes Schneewittchen erinnert, durch den Mittelgang dem Altar nähert. Klatschen zu Beginn einer Hochzeit? Nicht das Einzige, was am Sonntagabend in Sulzbach zunächst befremdlich scheint. Denn auch von einem Bräutigam ist weit und breit nichts zu sehen.

Und vor dem Altar steht eine Bühne, darauf ein Piano und eine kleine, einsame Ukulele. Bei der attraktiven Frau handelt es sich nämlich um eine der bekanntesten christlichen Sängerinnen Deutschlands – Sefora Nelson. Eine Braut? Ja, aber eine Braut Christi. Der Lions Club Backnang Förderverein e.V. veranstaltet gemäß seinem Motto „We serve“ ein Benefizkonzert mit diesem außergewöhnlichen Gast. Sefora Nelson setzt sich ohne große Umschweife ans Piano und beginnt zu spielen. Und da ist sie wieder, diese glasklare helle Stimme, die noch vor zwei Jahren aufgrund einer Stimmbanderkrankung verschwunden war. Der Albtraum eines jeden Sängers. Nelson hat ihn durchlebt und ist daran gewachsen, es hat ihr Gottvertrauen nur verstärkt. Und mit dem Vertrauen kam auch die Stimme zurück.

Drei Lieder mit englischen, deutschen und italienischen Texten reiht sie aneinander, erst dann wendet sich die Sängerin mit einem breiten Lächeln an das Publikum und begrüßt es in breitestem Schwäbisch, denn Sefora Nelson ist aus der Gegend. Ein Schwabenmädchen mit italienischer Mutter, das in Chicago Gesang und Theologie studierte, mit ihrem aus der Karibik stammenden Mann in New York lebte und vor zehn Jahren in die Heimat der Kehrwoche und engen Nachbarschaft zurückkam. Diese Frau verbindet und vereint in sich Welten. Nelson strahlt Glamour aus und redet über den Wochenmarkt, sie wirkt elegant und sagt: „Sapperlot!“

Es gibt neben emotionaler Musik auch viel zu lachen

Das Publikum ist hingerissen, nicht nur von ihren Kompositionen. Sefora erzählt aus ihrem Leben, über Musik, ihre Familie. Über soziale Medien, Heimweh und die Wichtigkeit, bei der Wahl des Partners auf den richtigen Kopf- und Schulterumfang zu achten, eine Anekdote, die die Leute zum Lachen bringt. Überhaupt wird an diesem Abend viel gelacht. Die dunkelhaarige Sängerin erzählt zwischen den musikalischen Beiträgen charmant, fesselnd, aber vor allem witzig.

Authentisch verpackt sie ihre Botschaft über einen lebendigen, gelebten Glauben völlig ohne erhobenen Zeigefinger. Ihre Songs sind hoch emotionale Pop-Perlen mit persönlicher Aussage und die Geschichten hinter den Liedern bringen einem die Sängerin nahe. Sefora Nelson ist ein waschechter Profi, deren Präsenz jedoch weit über das Professionelle hinausgeht; man nimmt ihr jedes ihrer Worte ab. Wenn sie über ihre Nähe zu Gott singt, über die Liebe zu Jesus und ihrer Familie, klingt sie überzeugend.

Mehrere Alben mit unterschiedlichen musikalischen Schwerpunkten hat Sängerin Sefora Nelson bereits herausgebracht, man sollte diese Frau mit ihrer vibrierenden Ausstrahlung jedoch unbedingt einmal live gesehen und gehört haben. Eine schöne Frau mit einer schönen Stimme. Und einer wunderschönen Botschaft.

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Erstellt:
23. Oktober 2018, 06:00 Uhr

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