Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Die Gemeinsamkeiten überwiegen

Das Unternehmerforum Oberes Murrtal lädt anlässlich des 20-jährigen Bestehens zur Ausbildungsmesse mit Fußballturnier

Sich gegenseitig helfen, Arbeitsplätze schaffen und erhalten – das ist die Devise des Unternehmerforums Oberes Murrtal (Ufom). Seit 20 Jahren vernetzt der Verein die Betriebe der Region und vertritt ihre Interessen nach außen. Fachkräftemangel, eine zeitgemäße Infrastruktur und Wohnraumknappheit sind die Herausforderungen des Ufoms.

Mit dem „3-Ligen-Cup“ wollen Rolf Barreuther und Stefan Grotzke (von links) stellvertretend für das Ufom Jugendliche und Unternehmen zusammenbringen. Foto: Murrelektronik

Mit dem „3-Ligen-Cup“ wollen Rolf Barreuther und Stefan Grotzke (von links) stellvertretend für das Ufom Jugendliche und Unternehmen zusammenbringen. Foto: Murrelektronik

Von Lorena Greppo

OPPENWEILER/ASPACH. Knapp vier Monate ist Stefan Grotzke als Vorstandsvorsitzender des Unternehmerforums Oberes Murrtal (Ufom) im Amt und über Langweile kann er sicherlich nicht klagen. Der Verein feiert nämlich in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen und hat deshalb zur Feier eine zweitägige Veranstaltung auf die Beine gestellt. Eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion, eine Ausbildungsmesse und im Anschluss ein Fußballturnier, der „3-Ligen-Cup“, stehen am 5. und 6. September an. Zum Glück, sagt der Murrelektronik-Geschäftsführer, stehe ihm sein Vorgänger noch zur Seite. Rolf Barreuther ist Ufom-Mitbegründer und stand 20 Jahre an der Spitze des Vereins. „Wir haben natürlich schon lange im Vorfeld überlegt, was wir zu diesem Anlass machen wollen“, verrät er. Denn die Unternehmer wollen nicht allein feiern. Vor allem Jugendliche aus der Region sind eingeladen, sich über Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren.

Firmen der Region sehen die Konkurrenz vor allem in Stuttgart

Denn, das macht Stefan Grotzke klar, in Zeiten des Fachkräftemangels können sich die Unternehmen nicht mehr zurücklehnen, sondern müssen sich offensiv präsentieren. „Früher, bis vor zehn Jahren etwa, hat man als Unternehmer noch so viele Bewerber gehabt, dass man sich die Auszubildenden raussuchen konnte“, erinnert er sich. Heute müsse man sich hervortun. Ein gutes Betriebsklima sei wichtig, ebenso interessante Arbeitsmöglichkeiten mit Entwicklungspotenzial. Die Mitgliedsbetriebe des Ufoms könnten hier voneinander lernen und Ideen austauschen. Grotzke sieht die Mitglieder auch weniger im direkten Konkurrenzkampf. Vielmehr gehe es darum, dem Ballungsraum Stuttgart Paroli zu bieten. „Es ist gar nicht so einfach, gegen die Boschs und Daimlers anzutreten“, erklärt er. Als mittelständisches Unternehmen könne man damit punkten, dass die Mitarbeiter nicht anonym oder gar austauschbar sind. „Bei uns kann man schon als Einsteiger mehr Verantwortung übernehmen.“ Diese Vorteile müssten die Betriebe ausspielen, da sei man sich trotz einer gewissen Konkurrenz einig und willig, einander Hilfe zu leisten.

Die gut 50 Unternehmen aus dem Gebiet Oppenweiler, Sulzbach an der Murr, Spiegelberg, Großerlach, Murrhardt und Fichtenberg, die im Ufom aktiv sind, eint vieles. „Aus den 20 Jahren Erfahrung kann ich sagen: Die Gemeinsamkeiten überwiegen“, sagt auch Barreuther. Deshalb sei ein Vorhaben, die Vernetzung untereinander weiter voranzutreiben. Grotzke schwebt vor, eine Art Lernreise zu erstellen. Dabei gehen die Verantwortlichen von Unternehmen zu Unternehmen und bearbeiten vor Ort in Workshops gemeinsame Themen. „Jeder öffnet seine Türen und Tore“, erklärt er das Konzept. Dann soll es beispielsweise um Digitalisierung, modernes Arbeiten oder attraktive Ausbildungen gehen. Der Ideenreichtum zeichne die Region schließlich aus, findet Grotzke. Den Anfang der Lernreise mache er gerne selbst bei Murrelektronik.

Jugendliche können sich in Unternehmen „reinfühlen“

Doch es sind nicht nur gemeinsame Vorhaben, die die Betriebe im Oberen Murrtal einen, sondern auch die Probleme. Dazu gehören die Mängel in der Infrastruktur, etwa die Internetverbindung. „Man kriegt oft Konstruktionszeichnungen nicht durch die Leitung“, schildert Barreuther. „Da gibt es einen Riesennachholbedarf.“ Grotzke führt die Thematik der Wohnraumknappheit an. Für die Mitarbeiter sei es Lebensqualität, wenn sie nicht so weit zur Arbeit fahren müssen. „Das ist ein Thema, bei dem die Politik die Weichen stellen muss.“ Diese Forderungen an die Politik zu formulieren, sei ebenfalls eine der Aufgaben des Ufoms, erklärt Rolf Barreuther.

Nicht nur das Unternehmerforum, sondern auch und vor allem dessen Mitglieder sowie weitere Betriebe aus der Region stellen sich in der kommenden Woche auf der Ausbildungsmesse vor. „Es ist eine Chance, sich in die Unternehmen reinzufühlen“, erklärt Barreuther. Man habe vor allem jungen Menschen eine Plattform bieten wollen, wo sie sich umfassend zu einer großen Bandbreite an Berufen in der Region informieren können. Und da man in den Ferien mit zahlreichen Freizeitaktivitäten konkurriert, wurde die Messe mit einem bunten Programm inklusive Fußballturnier und Stadionführungen versehen. „Der Sport ist wie so oft das Bindeglied“, sagt Barreuther erfreut.

Info
Zweitägige Veranstaltung in Aspach

Am Donnerstag, 5. September, lädt das Unternehmerforum Oberes Murrtal (Ufom) ab 18 Uhr im Blockhaus in Aspach zur Podiumsdiskussion „Bausteine zum Erfolg“ mit Hartmut Jenner (Vorstandsvorsitzender Alfred Kärcher), Uli Ferber (Gründer und Gesellschafter fair-sport) sowie einem Überraschungsgast aus dem Sport ein. Dieser wird darüber sprechen, was einen erfolgreichen Sportler ausmacht. Im Anschluss stehen die Experten für Fragen zur Verfügung.

Am Freitag, 6. September, können sich Interessierte zwischen 14 und 17 Uhr im Blockhaus in Aspach auf der Ausbildungsmesse „Jugend – unsere Zukunft“ über verschiedene Berufsbilder informieren. Aussteller sind Mitglieder des Unternehmerforums Oberes Murrtal, des Industrievereins Backnang, des Gewerbevereins Backnang und des Gewerbe- und Handelsvereins Oppenweiler. Informationen gibt es zu über 70 Ausbildungsberufen in verschiedenen Branchen. Zudem besteht die Gelegenheit, erste Kontakte mit den beteiligten Unternehmen zu knüpfen.

Mit Beginn um 14.15 Uhr und 15 Uhr gibt es zudem Stadionführungen in der Mechatronik-Arena der SG Sonnenhof Großaspach.

Im Anschluss an die Ausbildungsmesse findet ab 17 Uhr der „3-Ligen-Cup“ mit dem VfB Stuttgart, dem SC Austria Lustenau und der SG Sonnenhof Großaspach in der Mechatronik-Arena statt.

Die Teilnahme an der Messe sowie der Besuch des Turniers ist kostenlos, Interessierte werden gebeten, sich per E-Mail an

info@ufom.biz anzumelden.

Zum Artikel

Erstellt:
30. August 2019, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!