„Die Stadt ist derzeit die größte Baustelle der Welt“

Zum Narren-Wochenmarkt hätte sich OB Nopper fast als Bauarbeiter verkleidet – Narren stimmten aber fürs Napoleon-Kostüm

Den Narrenruf des BKC „Backana Ha No“ wandelte Nopper nach dem Gipfel von US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim kurzerhand in „Backana Ha Noi“ um. Foto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Den Narrenruf des BKC „Backana Ha No“ wandelte Nopper nach dem Gipfel von US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim kurzerhand in „Backana Ha Noi“ um. Foto: J. Fiedler

Von Claudia Ackermann

BACKNANG. Närrisches Treiben auf dem Backnanger Wochenmarkt am Samstag. Oberbürgermeister Frank Nopper legte es in die Hände des närrischen Volks, in welchem Kostüm er auftreten solle. Zahlreiche Schaulustige zog das närrische Treiben in der Schillerstraße beim Café Weller an. Die Lohkäs-Trampler des BKC spielten mit Guggenmusik auf. Schabernack trieben die Backemer Träppler Buaba in ihren Kostümen, die an die Gerberzunft erinnern. Freundlich und verschmitzt blicken die Masken mit den herausgestreckten Zungen drein. Den kühlen Temperaturen trotzten die Mädchen der Roten und Blauen Garde in ihren kurzen Röckchen. Elferrat und Mitglieder der Gruppe Gänsevolk in ihren historischen Gewändern waren beim bunten Treiben dabei.

Mit schwarzem Umhang ergriff Nopper um 11.11 Uhr das Wort. In welchem Kostüm soll das vorübergehend abgesetzte Stadtoberhaupt erscheinen? Etwa als Bauarbeiter mit Helm, „weil Backnang zurzeit eine berüchtigte Großbaustelle, ja geradezu die größte Baustelle der Welt ist?“ Oder als Stickoxid-Messstelle, „die irgendwelche Hurgler nur wenige Millimeter vom Auspuff, wenn nicht gar im Auspuff aufgestellt haben?“

Einen leidenden VfB-Fan oder Giacomo Casanova hatte Nopper noch als Vorschläge anzubieten. Letzteres, das eigentlich seine Lieblingsrolle gewesen wäre, habe ihm seine Frau, die ihn gerne als „Westentaschen-Casanova“ bezeichne, allerdings leider verboten. Welch ein Glück, dass die Narren mit überwältigender Mehrheit für das Kostüm als Napoleon Bonaparte stimmten. Dieses hatte der OB nämlich bereits unter seinem Umhang angelegt. Den Narrenruf des BKC „Backana Ha No“ wandelte Nopper nach dem Gipfel von US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim diese Woche kurzerhand in „Backana Ha Noi“ um und kündigte an, dass alle Besucher des Narren-Wochenmarkts, die eine ähnliche Frisur wie Donald Trump oder Kim haben, unverzüglich zwangsweise dem Friseur vorgeführt würden.

Seine Meinung zum Thema Landrat in alten und in neuen Zeiten tat der OB in Versen kund: „Lieber als ein Fuchs und Igel, ist mir Landrat Richard Sigel“, bevor er dem Narrenvolk zurief: „Fröhlich feiern kann Backnang-Stadt, wenn Bonaparte das Sagen hat.“ Von einem „herrschsüchtigen Kaiser“ lasse man sich nicht beeindrucken, konterte Detlev Reichert, Sitzungspräsident a.D. des Backnanger Karnevals-Clubs.

Der Narren-Wochenmarkt mit närrischer Ansprache des OB wird jedes Jahr vom Stadtmarketing organisiert und ist fester Teil einer Reihe von mehreren Veranstaltungen, bei denen die Stadt auf dem Wochenmarkt etwas Besonderes bieten möchte, so Simon Köder vom Stadtmarketing. 33 närrische Minuten lang wurden Glühwein und alkoholfreier Punsch an die Besucher ausgeschenkt. Die Marktbeschicker verteilten Fasnetsküchle an die Kunden. Musizierend und zu allerlei Schabernack bereit, zogen die Narren über den Wochenmarkt zum Rathaus, wo die Maskenträger auf dem Gänsebrunnen tanzten. Marktbesucher hielten an den Ständen inne und ließen sich vom bunten Reigen mitreißen oder reihten sich in den Zug ein, der an den Ständen mit Obst und Gemüse vorbei durch die Uhlandstraße die Freitreppe hinunter und über die Grabenstraße zurückführte. Das feiernde, tanzende und musizierende Narrenvolk mischte den sonst eher beschaulichen Wochenmarkt kräftig auf.

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Erstellt:
4. März 2019, 06:00 Uhr

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