Die Wawikis sind los!

Seit 1. März besteht der Naturkindergarten Erbstetten. Nun wurde das Gelände feierlich eingeweiht.

Die Kindergartenleiterin Andrea Mulansky spricht bei der Einweihungsfeier. Foto: Steffi Lämmle

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Die Kindergartenleiterin Andrea Mulansky spricht bei der Einweihungsfeier. Foto: Steffi Lämmle

Von Simone Schneider-Seebeck

Burgstetten. Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur unpassende Kleidung. Wie oft hat man diesen Spruch gehört und vielleicht die Nase darüber gerümpft – im Naturkindergarten Erbstetten wird er gelebt. Auch wenn der Nachmittag trüb und neblig ist, den Wawikis (Wald- und Wiesenkindern) ist das vollkommen egal. Munter sitzen sie bei der Einweihungsfeier mit ihren Erzieherinnen inmitten der Hackschnitzelgrube und singen beim musikalischen Jahresrückblick eifrig mit. Und zum Thema Kleidung – Matschhosen, gefütterte Gummistiefel, Mützen und warme Jacken gehören da natürlich dazu.

Ein Herzensprojekt von Bürgermeisterin Irmtraud Wiedersatz hat an diesem Nachmittag mit seiner feierlichen Einweihung einen weiteren Höhepunkt erreicht. Ohne Unterstützung wäre dies nicht möglich gewesen. So hob sie in ihrer Begrüßungsrede insbesondere die Initiative von Karl-Heinz und Marga Wiesheu hervor. „Sie würden sich sehr gern lokal engagieren“, so Wiedersatz in ihrem Rückblick, und da ihr schon länger ein Naturkindergarten vorgeschwebt war, habe sie die Idee der Wiesheu-Stiftung vorgetragen. Auch beim Gemeinderat habe sie „offene Türen eingerannt“. Und so wurde aus der Idee schließlich Wirklichkeit.

Ein Zaun schützt zur Straße hin, ein Erdwall als Sichtschutz

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Gemeinsam mit Pädagoginnen und Vertretern des Forsts hatte man nach einem optimalen Standort geschaut, der schließlich in der Nachbarschaft des Freibads Erbstetten gefunden wurde. Wo im März noch reine Wiese war, befindet sich nun ein Kinderparadies. Ein Zaun schützt zur Straße hin, ein Erdwall, noch nicht ganz fertig bepflanzt, dient ebenfalls als Sichtschutz. Ein Hackschnitzelfeld lädt zum Buddeln ein, ein paar Bäume sind bereits gepflanzt und ein großes Weidentipi haben die Kinder ebenfalls gebaut.

Nicht zu vergessen das Prunkstück auf dem etwa 1300 Quadratmeter großen Gelände – der Wichtelwagen mit großzügiger Veranda. Aufgestellt werden konnte er im Mai. Innen ist er ausgekleidet mit Holz, das noch wunderbar nach Wald und Natur duftet. Die Auszubildenden der Straßenbande von Lucas Gläser haben dem Wagen den Weg bereitet und das Gelände ansprechend modelliert. „Die Azubis haben es sehr toll gemacht“, lobt die Rathauschefin. Die restlichen Arbeiten hat indessen der Bauhof übernommen.

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und die Eberhard-Gläser-Stiftung haben dem Projekt ebenfalls unter die Arme gegriffen. „Von überallher haben wir viel Unterstützung erfahren. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken“, so das Schlusswort. Kindergartenleiterin Andrea Mulansky konnte sich nur anschließen und lobte insbesondere das Engagement der Eltern: „Wir sind schon eine tolle Gemeinschaft.“ Doch selbstverständlich wäre der Naturkindergarten nichts ohne die Hauptakteure – die Kinder. Und deshalb durften diese gemeinsam mit ihren Erzieherinnen Andrea Mulansky, Doro Lindenberger und Christin Ardeleanu sowie FSJ-ler Matthias Martika die zahlreichen Besucher, Eltern und Vertreter der beteiligten Firmen und Organisationen mitnehmen auf eine musikalische Reise durch das Wawiki-Jahr. Zum Abschluss überreichte Marga Wiesheu den Naturkindern Geschenktüten voller Blumenmurmeln, die die Kinder im Frühjahr einpflanzen können.

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Erstellt:
9. Dezember 2023, 16:30 Uhr

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