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Dorfladen kommt nach Althütte

Danica Müller eröffnet ihr Lädle im Ortszentrum im Juni oder Juli – Lebensmittelmarkt soll auch Treffpunkt für Bürger sein

„Danica’s Dorflädle“ wird der Lebensmittelmarkt heißen, den Danica Müller im Sommer im Zentrum von Althütte eröffnen wird. Die gelernte Bäckereifachverkäuferin richtet derzeit den ehemaligen Schlecker-Laden ein. Wichtig ist der 25-Jährigen, dass die Kunden auch gerne Zeit für ein Schwätzchen mitbringen.

Mitten in Althütte, in der Hauptstraße 30, wird Danica Müller ihr Geschäft eröffnen, „Danica’s Dorflädle“. Foto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Mitten in Althütte, in der Hauptstraße 30, wird Danica Müller ihr Geschäft eröffnen, „Danica’s Dorflädle“. Foto: J. Fiedler

Von Florian Muhl

ALTHÜTTE. Die Freude im Ort ist groß. Endlich wird es wieder einen Laden für die Grundversorgung in Althütte geben. Danica Müller packt es an. Sie ist im Ort aufgewachsen, hat ihre Bäckerlehre bei einem Bäcker in Althütte begonnen und wohnt auch im Ort. Ihr Vorbild ist der ehemalige Nah-und-gut-Markt in der Schulstraße. „Ich war regelmäßig bei den Raimunds drin, fast täglich“, sagt sie. Dann hatte es aber Differenzen über Sanierungskosten gegeben und Marcus und Cornelia Raimund verließen nach neun guten Jahren Anfang Januar die Gemeinde mit Wehmut und Dankbarkeit (wir berichteten). Ein Nachfolger konnte nicht gefunden werden. Die Raimunds hinterließen eine Lücke in der Versorgung, die vor allem ältere Kunden schmerzte.

Auch Danica Müller war sehr traurig. Nicht nur, weil ihre Bezugsquelle für frisches Gemüse und Obst weggefallen war, denn die 25-Jährige kocht in der Regel jeden Tag frisch. „Ich hab da alles gekriegt, was ich gebraucht habe.“ Aber sie vermisst den Markt auch noch aus einem anderen Grund: „Ich fand das immer toll, wie die Atmosphäre dort war, das war gemütlich, familiär, weil dort einfach Leute waren, die hat man gekannt und die haben einen mit Namen gekannt. Ich finde das Persönliche einfach schöner.“ So stellt sich die Jungunternehmerin auch ihr Lädle vor.

Aber wie ist’s eigentlich dazu gekommen? Die Idee hatte nicht sie selbst, sondern ihr Vater Harald Reißner, der in Althütte als Selbstständiger ein Unternehmen für die Wartung und Instandsetzung von Alarm-, Video- und Telefonanlagen betreibt. In dessen Betrieb war die Tochter nach ihrer Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin eingestiegen. „Mein Vater, der wusste, dass ich mich beruflich verändern will, hat mich gefragt: Wie wär’s denn? Willst du nicht ein Lebensmittelgeschäft aufmachen?“

Die Tochter überlegte. Der Ort gefällt ihr so gut, dass sie nicht weg will. „Mir gefällt hier das Idyllische und dass sich fast jeder kennt. Ich find’s schön, wenn man durch die Ortschaft läuft und dann mal jemanden trifft, mit dem quatschen kann.“ Und Kenntnisse, einen solchen Laden zu führen, hat sie genügend. Nach der Lehre hatte sie sich weitergebildet zur Managementassistentin und hat zudem Praktika in der Pizzeria Portofino und im Kindergarten absolviert. Die Bank jedenfalls war von ihrem vorgelegten Businessplan begeistert, sagt sie.

„Im Januar stand dann der Entschluss: Ich mach’s.“ Der eine Bruder sieht die Sache zwar eher skeptisch, ihr zweiter Bruder findet’s toll. „Und meine Eltern unterstützen mich“, sagt Müller. Ihr Ehemann Mick, mit dem sie seit fast zwei Jahren verheiratet ist, war zu Beginn nicht so begeistert, weil er wohl befürchtete, dass er seine Danica wegen der vielen Arbeit dann kaum mehr zu Gesicht bekomme. Mittlerweile hat sich der 23-jährige Friseur, der in Schorndorf als Barber arbeitet, an den Gedanken gewöhnt. „Mittlerweile sitzt er aber mit im Boot und denkt mit, hat Ideen und unterstützt mich“, sagt seine Frau.

Die Übernahme des Nah-und-gut-Markts kam für die Existenzgründerin wegen der ungünstigen Rahmenbedingungen nicht infrage. „Bei dem jetzigen Laden passt alles. Die zentrale Lage mitten im Ort, die Größe der Räumlichkeit, die Helligkeit und die Vermieterin.“ Früher war der Schlecker-Markt drin, danach ein Anbieter von italienischen Köstlichkeiten. Direkt nebenan ist ein Bäcker, daneben eine Apotheke, gegenüber der Schreibwarenladen mit Postfiliale. Danica Müller stehen insgesamt 210 Quadratmeter zur Verfügung, 180 davon als Verkaufsfläche.

Und was wird sie alles anbieten? „Ich will auf regionale Produkte setzen. Obst und Gemüse kommen aus Urbach, Wurst und Fleisch von einer Metzgerei in Kaisersbach.“ Das Hauptsortiment bezieht sie von Edeka-Food-Service Schorndorf. Ihren Kunden in spe bietet sie jetzt schon ein Schmankerl an: Sie dürfen Wünsche äußern. Mehrmals genannte Wünsche wird sie berücksichtigen und die entsprechenden Produkte mit ins Programm nehmen. Sie wird auch Getränke jeder Art anbieten und, wie die Raimunds auch, eine Annahmestelle für den Hermes-Versand sein.

Und noch ein Schmankerl: Danica’s Dorflädle wird auch einen Lieferservice anbieten. Waren können telefonisch bestellt werden oder auch über die „Emmas App“. Zudem wird sie auf Instagram und Facebook vertreten sein. Im Juni oder Juli geht’s endlich los. Dann wird ihr Traum wahr. Und wie fühlt sie sich dabei? „Ein bisschen mulmig ist mir schon dabei. Denn mit 25 Jahren bin ich ja noch relativ jung. Und der Sprung in die Selbstständigkeit wird viel Arbeit bedeuten. Aber ich freu mich drauf, auf die neue Herausforderung. Und ich habe so viel Unterstützer. Das motiviert mich.“

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Erstellt:
7. Mai 2020, 06:00 Uhr

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