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Durchsuchung: Vorantreibung Ermittlungen im Tierskandal

dpa/lby Bad Grönenbach/Memmingen. Erneut stehen Polizisten und Veterinäre im Stall und durchsuchen einen Betrieb nach Beweismaterial. Im Allgäuer Skandal um die Misshandlung von Kühen hat es eine weitere Razzia gegeben. Wird es die letzte gewesen sein?

Eine Kuh ist hinter einem Bauzaun zu sehen. Foto: Benjamin Liss/Archiv

Eine Kuh ist hinter einem Bauzaun zu sehen. Foto: Benjamin Liss/Archiv

Bayerns Justiz treibt ihre Ermittlungen im Allgäuer Tierskandal voran. Am Freitag wurde ein zweiter Milchviehbetrieb im Landkreis Unterallgäu durchsucht. Wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz seien rund 50 Polizisten und zwei Veterinärmediziner angerückt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Memmingen. Zuvor hatte das Landesamt für Lebensmittelsicherheit nach anonymen Hinweisen Verstöße bei dem Betrieb in Bad Grönenbach festgestellt und die Justiz eingeschaltet. Mehrere Medien berichteten über die Aktion.

Der Umfang der Verstöße ist aber nach den Angaben nicht so gravierend wie bei dem Milchviehbetrieb mit fast 3000 Rindern in derselben Ortschaft, gegen den im Juli schwere Vorwürfe der Tierquälerei erhoben worden waren. Auch dort hatte es eine Durchsuchung gegeben. Gegen neun Verdächtige, darunter der Inhaber, Mitarbeiter sowie drei Tierärzte wird ermittelt. Videoaufnahmen eines Tierschutzvereins sollen zeigen, wie Kühe getreten und geschlagen und mit einem Traktor durch einen Stall geschleift werden.

Gegen diesen Betreiber besteht der Verdacht, durch Unterlassen von Behandlungen oder das Einschläfern kranker Rinder den Tieren Schmerzen zugefügt zu haben. Die Polizei bildete eine 30-köpfige Sonderkommission. Das Unternehmen äußert sich weiterhin nicht öffentlich zu den Vorwürfen.

Am Donnerstag war zudem ein dritter Allgäuer Rinderhalter ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Es wurden Vorermittlungen gegen das Unternehmen eingeleitet, nachdem das Veterinäramt den Bauernhof mit einem großen Rinderbestand kontrolliert hatte.

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte Bayerns Verbraucherschutzminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) neue Kontrollstrukturen für Großbetriebe angekündigt. Dort müssten industrielle Maßstäbe angelegt werden. Glauber will rasch ein Maßnahmenpaket umsetzen, das in seinem Ministerium erarbeitet wird.

Die Landtags-Grünen forderten am Donnerstag eine Rinderhaltungsverordnung. Vom Huhn bis zum Kaninchen sei im Tierschutzgesetz die Haltung von Nutztieren klar geregelt. „Einzig für Rinder und Puten gilt diese Regelung nicht“, kritisierte die Sprecherin für Landwirtschaft, Gisela Sengl.

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Erstellt:
9. August 2019, 12:13 Uhr

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