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Viele Familien gehen bei erweiterter Kita-Betreuung leer aus

dpa/lsw Stuttgart. Endlich ein Ende von anstrengender Kinderbetreuung und Arbeit im Homeoffice? Die schrittweise Öffnung der Kitas lässt viele Eltern hoffen. Doch die Kommunen können die Erwartungen vieler Familien nicht erfüllen.

Ein Schild trägt die Aufschrift „Wir vermissen euch liebe Kinder!“. Foto: Gregor Bauernfeind/dpa/Archivbild

Ein Schild trägt die Aufschrift „Wir vermissen euch liebe Kinder!“. Foto: Gregor Bauernfeind/dpa/Archivbild

Bei einigen herrscht Freude, bei anderen Enttäuschung: Von der schrittweisen Öffnung der Kitas seit Montag können längst nicht alle Eltern profitieren. Die Kommunen beraten teils noch die Aufahmekriterien für die erweiterte Betreuung, teils sind die Kapazitäten für mehr Kinder bereits ausgeschöpft.

„Viele Betreuungswünsche können auch auf absehbare Zeit noch nicht erfüllt werden“, erklärte der Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos). Freie Plätze könnten jetzt an Kinder mit besonderem Förderungsbedarf, Vorschulkinder oder Kinder ohne Zugang zur deutschen Sprache vergeben werden. Viele Plätze - zulässig sind nur 50 Prozent der üblichen Belegung - seien schon durch die erweiterte Notbetreuung besetzt.

Der Gemeindetag hatte darauf verwiesen, dass die Kitas mehr Vorlauf brauchen für den Übergang zum eingeschränkten Regelbetrieb und zum Teil erst später starten können. Mancherorts sei mit der Notbetreuung schon 45 Prozent der Kapazität erreicht. Da bleibe dann wenig Spielraum.

Das sorgt für erheblichen Unmut bei Eltern, die endlich wieder Arbeit und Familie unter einen Hut kriegen wollen. Derzeit berate die Verwaltung mit den Trägern die Kriterien für die Aufnahme weiterer Kinder, heißt es im Heidelberger Rathaus. In Mannheim wird die ausgeweitete Betreuung schrittweise erst ab Dienstag kommender Woche umgesetzt.

Im Südwesten werden rund 444 000 Kinder in 9000 Einrichtungen betreut. Denkbar sei es, dass Kinder in festen Gruppen abwechselnd an einzelnen Wochentagen in die Kita kommen, hatte das Kultusministerium erläutert: „Gemeinsames Ziel muss sein, allen Familien und Kindern zumindest zeitweise eine Betreuung anbieten zu können.“

Für rund 29 500 Schüler an allgemeinbildenden Gymnasien begannen unterdessen die Abiturprüfungen. Am Montag ging es in den Fächern Spanisch, Italienisch und Portugiesisch los. Ursprünglich sollten die Prüfungen bereits am 22. April starten. Für die rund 17 900 Schüler an beruflichen Gymnasien beginnen die Prüfungen am Mittwoch.

Der Landesschülerbeirat appellierte an das Kultusministerium, dass keinem Schüler Schaden aus der aktuellen Situation erwachsen dürfe. Ressortchefin Susanne Eisenmann (CDU) hatte betont: „Ich stehe uneingeschränkt zur Zusage, dass den Abiturienten keine Nachteile aus der aktuellen Situation entstehen dürfen.“ Sie habe alle an der Abiturprüfung beteiligten Lehrkräfte gebeten, ihren pädagogischen Spielraum im Sinne der Schüler zu nutzen.

Nach den Pfingstferien, also ab dem 15. Juni, werden auch die Erst- bis Drittklässler sowie die Schüler aller weiterführenden Schularten rollierend in den Präsenzunterricht einbezogen. Jahrgänge, die in diesem oder dem kommenden Jahr ihren Abschluss machen, haben das virtuelle Lernen bereits seit Anfang Mai beendet. Seit Montag dürfen zudem berufliche Bildungseinrichtungen wie etwa Berufsschulen den Betrieb wieder aufnehmen.

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Erstellt:
18. Mai 2020, 13:48 Uhr

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