Eine Freilufthalle für Backnang-Strümpfelbach

Die Volksbank Backnang will neben der Gaststätte Germania in Backnang-Strümpfelbach eine McArena errichten, eine überdachte Sportanlage. Die könnte sich dann jeder buchen und nutzen. Außerdem will die Bank die Germania sanieren und ausbauen, inklusive eines Biergartens.

Die McArena kann multifunktional genutzt werden. Auf dem Foto ist beispielsweise eine Gruppe zu sehen, die Badminton in der Freilufthalle in Schorndorf spielt. Foto: McArena

Die McArena kann multifunktional genutzt werden. Auf dem Foto ist beispielsweise eine Gruppe zu sehen, die Badminton in der Freilufthalle in Schorndorf spielt. Foto: McArena

Von Anja La Roche

Backnang. Die Eigentümer der Gaststätte Germania planen, das alte Gebäude zu sanieren, zu erweitern und auf der unbebauten Fläche daneben einen Biergarten und eine McArena zu errichten. Bei dem Traditionslokal in Backnang-Strümpfelbach könnte also schon bald ein sportlicher und gastronomischer Dreh- und Angelpunkt entstehen, der dem Backnanger Teilort mehr Leben einhaucht. Die Besucher und Besucherinnen könnten dann künftig nicht nur eine Runde Volleyball in der Freilufthalle spielen gehen, sondern sich danach auch gleich bei einem kühlen Getränk im Biergarten oder einer deftigen Mahlzeit in der ausgebauten Gaststätte erholen. Der Ortschaftsrat in Strümpfelbach hat den Plänen in der jüngsten Sitzung zugestimmt und sie damit zur Entscheidung in den Gemeinderat Backnang weitergereicht.

Die Gaststätte Germania wurde im Jahr 1891 errichtet. Foto: Alexander Becher

© Alexander Becher

Die Gaststätte Germania wurde im Jahr 1891 errichtet. Foto: Alexander Becher

Die überdachte Sportanlage soll von der B14 aus gesehen rechts von der alten Gaststätte gebaut werden. Dafür bietet das rund 4600 Quadratmeter große Grundstück, das der Volksbank Backnang gehört, genug Platz. 15 mal 30 Meter groß soll die sogenannte McArena der gleichnamigen Backnanger Firma werden. Eine solche Halle gibt es bereits in Großaspach, aber auch beispielsweise in Esslingen und Schorndorf. Sie ermöglicht Sport im Freien, umgeben von einen Meter hohen Seitenwänden und Netzen. Außerdem schützt eine Überdachung die Sportler vor Hitze und direkter Sonneneinstrahlung oder vor Regen.

Die McArena kann von Privatpersonen gebucht werden

Einen Sportplatz hat Strümpfelbach zwar schon, die McArena hat aber neben dem Witterungsschutz auch den Vorteil, dass sie von Privatpersonen genutzt werden kann. Jeder kann sich einen Zeitslot buchen, bezahlt wird dann pro Stunde. „Das entspricht wohl dem Zahn der Zeit, dass man nicht in einem Verein sein muss“, sagt die Vorsitzende des Ortschaftsrats Siglinde Lohrmann. Fußball, Tennis, Handball, Yogakurse oder Badminton – ganz viele Sportarten seien in einer McArena möglich. Auch für Kindergeburtstage beispielsweise würde sich die Halle mit Kunstrasen anbieten.

Außerdem soll die Halle vergleichsweise nachhaltig sein, zum Beispiel weil Recyclingstahl verwendet wird und weil eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach die McArena zu einem Plusenergiegebäude macht. Denn der Eigenbedarf an Energie ist gering, eine Heizung ist nicht angedacht. Wer sich im Winter in der Freilufthalle austoben will, muss temperaturgerechte Kleidung tragen.

Gesprächsthema war das Lärmkonzept

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Laut Ortsvorsteherin Siglinde Lohrmann birgt das Konzept, das von allen Ortschaftsräten befürwortet wurde, auch Herausforderungen. Zum einen sei die Frage aufgekommen, ob so eine Halle in den ländlichen Charakter des 900-Seelen-Orts Strümpfelbach passe. Zum anderen sei ein besonderes Augenmerk auf den Lärm zu legen, denn der Ort ist bereits durch die viel befahrene B14 einem hohen Lärmpegel ausgesetzt. Auf Basis einer Lärmschutzuntersuchung schlägt die Murrtale Werte, ein Tochterunternehmen der Volksbank Backnang, das mit der Planung beauftragt ist, zwei Konzepte vor: Ohne zusätzlichen baulichen Lärmschutz wären ein Spielbetrieb in der McArena von 7 bis 20 Uhr und eine Musikwiedergabe von maximal zwei Stunden am Tag möglich. Mit baulichem Lärmschutz wären ein Betrieb von 7 bis 24 Uhr und eine Musikwiedergabe von 7 bis 22 Uhr möglich. Diese Details in der Planung müssen aber, falls der Backnanger Gemeinderat dem Konzept zustimmt, noch geklärt werden. „Da müssen wir auch auf die Belange der Anwohner achten“, betont Siglinde Lohrmann.

Jürgen Schwab, Vorstandsmitglied bei der Volksbank Backnang, sagt zu dem Projekt: „Die McArena ist Teil unseres Engagements als Genossenschaftsbank für die Region und ihre Bürgerinnen und Bürger. Wir möchten den Standort mit einer ansprechenden Gastronomie wiederbeleben und gleichzeitig den Breitensport und den Vereinssport fördern.“

Lobende Worte vom Stadtplanungsamt für das Konzept

Das Stadtplanungsamt jedenfalls unterstützt das aktuelle Konzept. „Das ist ein schönes Projekt“, findet Stadtplaner Tobias Großmann. Nicht nur könne so die Traditionsgaststätte Germania revitalisiert werden, die seit Beginn der Pandemie im Jahr 2020 geschlossen ist, sondern es entstehe auch ein Mehrwert für Strümpfelbach und ganz Backnang. „Im nächsten Schritt werden wir dem Gemeinderat die Planung vorstellen und empfehlen, das notwendige Bebauungsplanverfahren anzustoßen.“ Die Volksbank Backnang führt bereits Gespräche mit Interessenten, die als neuer Pächter für das Restaurant, den Biergarten und die Sportanlage infrage kommen.

Die Gaststätte Germania soll attraktiver werden

Lange Tradition Die Gaststätte Germania in Strümpfelbach hat eine lange Tradition. Sie wurde im Jahr 1891 nach den Plänen von Oberamtsbaumeister Christian Hämmerle errichtet. Einst soll sie das Stammlokal der Backnanger KPD gewesen sein. Und nicht zuletzt haben die Fußballspieler der SG Oppenweiler/Strümpfelbach in dem Lokal ihre Siege begossen. Wegen ihres außergewöhnlichen Baustils hieß die Gaststätte im Volksmund „Chinesentempel“. Zuletzt hatten Otto und Sabine Körner die Germania viele Jahre bewirtschaftet.

Pläne Die Volksbank Backnang will von der B14 aus gesehen links am Gebäude eine Erweiterung anbauen lassen, mit weiteren Sitzplätzen für das Restaurant. Dort soll auch der neue Eingang für die Besucher sein. Auf der Rückseite ist eine Terrasse geplant. Hinter dem Haus soll der Biergarten entstehen. Insgesamt soll es 100 Sitzplätze im Innen- und 50 im Außenbereich geben, zuzüglich der Plätze im Biergarten. Die Wohnung in der alten Gaststätte soll erhalten bleiben. Zudem soll von den 20 bisherigen Stellplätzen auf 59 aufgestockt werden.

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Erstellt:
28. November 2023, 06:00 Uhr

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