Verbraucherschutz bei Gasheizungen
Energieberater: „Von hybriden Heizungen rate ich ab“
Der Experte Matthias Bauer arbeitet für die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg und berät zu Energiefragen. Welche Heizanlagen er empfiehlt – und was er Gaskunden rät.
© dpa/Fabian Sommer
Fernwärme, Wärmepumpe oder etwas ganz anderes? Energieberater empfehlen, sich individuell beraten zu lassen.
Von Rebekka Wiese
Als Energieberater kennt Matthias Bauer die Sorgen wegen der zu Jahresbeginn gestiegenen CO2-Abgabe. Doch auch den Nutzern fossiler Heizungen rät er, zunächst Ruhe zu bewahren.
Bis Mitte des Jahres müssen die Wärmeplanungen in Großstädten abgeschlossen sein – bis dahin darf man dort noch neue Gasheizungen einbauen. Kann sich das lohnen?
Nein. Davon raten wir dringend ab. Die Preisentwicklung bei fossilen Energien ist eine wirklich gefährliche Sache. Eine neue Gasheizung sollte man deshalb nicht mehr einbauen, sonst können später unüberschaubare Kosten lauern. Durch die CO2-Bepreisung wird Gas immer teurer. Hinzu kommt: Schon 2022 mussten wir lernen, ohne Gas aus Russland auszukommen. Inzwischen ist auch nicht mehr klar, wie lange wir uns noch auf die USA verlassen können.
Das dürfte viele Menschen besorgen, die noch eine Gasheizung haben. Was raten Sie denen?
Wer eine funktionierende Gasheizung hat, sollte die vorerst weiterlaufen lassen. Bis 2045 ist das noch erlaubt. Aber man sollte die Anlage gut vom Schornsteinfeger prüfen lassen, um sicherzustellen, dass sie in gutem Zustand ist. Mein Rat wäre, einen Austausch frühestmöglich zu planen, damit man vorbereitet ist, wenn es soweit ist.
Was ist, wenn die Gasheizung vorzeitig kaputt geht?
In vielen Fällen kann man sie reparieren lassen. Nur wenn es zu einer Havarie kommt, muss man sich eine neue Anlage holen. Und das darf laut Gesetz dann keine Gasheizung mehr sein. Ich weiß, dass sich viele Verbraucher deshalb sorgen. Ich kann aus Erfahrung allerdings sagen: Havarien sind extrem selten. Dazu gibt es ja auch die Heizungswartung.
Wenn man eine neue Heizung braucht, zu welcher raten Sie?
Das ist ganz verschieden, man sollte sich immer beraten lassen. Es gibt natürlich die Wärmepumpe, das ist oft eine gute Option. Leider sind die Angebote aber oft schwer zu durchschauen. Wir als Verbraucherzentralen können helfen, sie zu prüfen. Und es gibt natürlich weitere Möglichkeiten – in Ballungsräumen kann man sich oft ans Wärmenetz anschließen lassen, auf dem Land kann man über eine Anlage mit Holzpellets nachdenken. Man kann auch mit biologischen Kraftstoffen heizen, aber die sind eher teuer und bleiben es wohl auch. Von hybriden Heizungen rate ich ab, weil sie nur noch bis 2045 laufen dürfen. Das kommt schneller, als man denkt.
