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Erntehelfer können wieder leichter nach Deutschland kommen

dpa Berlin. Nach einer Krisenlösung für den Frühling können die deutschen Bauern jetzt auch für den Rest des Jahres auf Erntehelfer aus dem Ausland zählen. Besondere Regeln zum Gesundheitsschutz bleiben dabei Pflicht.

Ein Erntehelfer erntet Spargel auf einem Feld in Sachsen. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Ein Erntehelfer erntet Spargel auf einem Feld in Sachsen. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Dringend benötigte ausländische Saisonkräfte für die Landwirtschaft können wieder leichter nach Deutschland kommen - es gelten aber weiter strenge Schutzvorgaben wegen der Corona-Pandemie.

Von diesem Dienstag (16. Juni) an können Erntehelfer aus EU-Ländern auch auf dem Landweg und „ohne die bisherigen Beschränkungen“ einreisen, wie ein vorgestelltes Konzept von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) festlegt.

Die neuen Regelungen, die nun bis Jahresende gelten, schafften Planungssicherheit für die Landwirte und eine gute Versorgung für die Verbraucher. Der Bauernverband begrüßte die Pläne. Aus der Opposition kamen Rufe nach generell besseren Bedingungen.

Die geänderten Bestimmungen der Bundesregierung folgen auf eine Sonderlösung wegen der Corona-Krise, die am kommenden Montag endet. Sie hatte trotz allgemeiner Beschränkungen an den deutschen Grenzen die Einreise von bis zu 80.000 Saisonkräften im April und Mai per Flugzeug ermöglicht.

Das Kontingent wurde aber nicht ausgeschöpft - bis 3. Juni kamen 39.000 Saisonkräfte. Damit verbunden sind Vorgaben zum Gesundheitsschutz wie Quarantäneregeln, Abstand, eine verringerte Belegung von Unterkünften und das Arbeiten in festen Gruppen.

Klöckner mahnte eine strikte Einhaltung der Vorgaben an, die weiter wichtig seien. „Wir sind nicht in der Zeit vor Corona.“ Es gehe darum, dass alle Beteiligten geschützt seien. Das neue Konzept, das Klöckner im Kabinett vorstellte, sieht zum Schutz vor Infektionen den Grundsatz „Zusammen arbeiten, zusammen wohnen“ vor. Saisonkräfte sollen von Anfang an in kleine feste Teams eingeteilt werden.

„Im Falle einer Erkrankung ist das gesamte Team sofort zu isolieren“, heißt es im Konzept. Dies ist auch dem Gesundheitsamt zu melden. Arbeitgeber müssten sicherstellen, dass Beschäftigte untereinander so wenig wie möglich in Kontakt kommen und Abstände eingehalten werden können. Werden in Unterkünften Sanitärräume oder Küchen gemeinsam genutzt, sollen Kontakte der Teams untereinander vermieden werden - etwa durch unterschiedliche Nutzungszeiten.

Bauernpräsident Joachim Rukwied begrüßte die Folgeregelung und betonte: „Hygiene- und Abstandsregeln sind weiterhin strikt einzuhalten.“ Die Sonderregelung sei sehr wichtig gewesen, um die Versorgungssicherheit mit heimischen Lebensmitteln zu gewährleisten.

Klöckner erläuterte, dass auch in den kommenden Monaten bis in den Herbst die helfenden Hände erfahrener Saisonkräfte für wichtige Pflanz- und Erntearbeiten gebraucht würden. Dies sei in Corona-Zeiten mit höherem Aufwand verbunden, der sich auch in den Preisen abbilden könne, machte sie deutlich. Es werde Mindestlohn gezahlt, auch der Infektionsschutz und Flugtickets kosteten Geld.

Linke-Agrarpolitikerin Kirsten Tackmann sagte: „Um das strukturelle Problem der Wanderarbeit zu lösen, müssen alternative, sozial gesicherte Modelle zur Organisation saisonaler Arbeit gefördert werden.“ Sie nannte etwa regionale Arbeitgeberzusammenschlüsse. Grünen-Experte Friedrich Ostendorff kritisierte, auch die neuen Regeln hätten Lücken im Gesundheitsschutz. Statt endlich feste Obergrenzen für die Zimmerbelegung in Unterkünften und für Teamgrößen vorzugeben, gebe es nur vage Vorgaben zum Infektionsschutz.

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Erstellt:
10. Juni 2020, 15:28 Uhr

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