Erste-Hilfe-Auffrischung im Vorbeispazieren

Erlebniswege in der Region: Auf dem Rundweg „Erste Hilfe – bist du fit?“ des DRK-Kreisverbands können Erwachsene und Kinder an sieben Stationen ihr Ersthelferwissen verbessern. Die Stationen werden mit einer GPS-App angelaufen und geben knifflige Aufgaben auf.

Die Karten-App des Smartphones weist den Weg: Die GPS-Koordinaten für die nächste Station erhält man, wenn man auf die Lösung der Vorgängeraufgabe gekommen ist. Foto: A. Palmizi

© ALEXANDRA PALMIZI

Die Karten-App des Smartphones weist den Weg: Die GPS-Koordinaten für die nächste Station erhält man, wenn man auf die Lösung der Vorgängeraufgabe gekommen ist. Foto: A. Palmizi

Von Nicola Scharpf und Christopher Czernecki

Schorndorf. Was versteckt sich denn da, an der ersten Station des Rundwegs „Erste Hilfe – bist du fit?“, in unmittelbarer Nähe zum Parkplatz oben an der Johannesstraße? Es ist eine Dose aus durchsichtigem Plastik, mit Kette und Vorhängeschloss gesichert. Unknackbar? Was sich darin wohl Wertvolles befindet? Hmm, mit dem richtigen Code für das Zahlenschloss ließe sich die Dose ja öffnen... Nur: Wie lautet wohl die Zahlenkombination?

Schon an der ersten von insgesamt sieben Stationen der GPS-basierten Rundwanderung ist Grübeln, Knobeln, Gedankentüftelei angesagt. Wer die Dose geöffnet bekommt, darf die Aufgabe lösen, einen Notruf zu simulieren. Wie so ein Notruf korrekt abgesetzt wird, worauf es dabei ankommt, ist auf klein bedruckten Kärtchen, die in der Dose liegen, nachzulesen: Auffrischung von Ersthelferwissen in Theorie und Praxis – Teil eins. Aber wie geht es jetzt weiter? Wo sind die GPS-Koordinaten, die den Ort der zweiten Station angeben und einen mittels Karten-App dorthin leiten? Käpsele sind da gefragt.

Der DRK-Kreisverband hat mit „Erste Hilfe – bist du fit?“ dieses Jahr im Frühling einen Themenweg geschaffen, der spielerisch dabei helfen soll, Ersthelferkenntnisse zu verbessern. An sieben idyllisch gelegenen Stationen gibt es dafür verschiedene Aufgaben zu lösen. Neben dem Notruf geht es unter anderem auch um das richtige Kühlen einer Verletzung, um die Versorgung von Wunden, um das korrekte Handeln im Falle eines Zeckenbisses. An den Stationen wird jedes Thema in ein Puzzle oder Quiz verpackt. Die Herausforderungen sind ebenso knifflig wie abwechslungsreich. Wer des jeweiligen Rätsels Lösung findet, bekommt den Hinweis beziehungsweise die GPS-Koordinate, wo sich die nächste Aufgabe verbirgt – wie bei einer GPS-gestützten Schatzsuche.

Liebevoll gestaltet und konzipiert hat den Rundweg das Jugendrotkreuz. „Wir wollten etwas Coronakonformes im Freien für unsere DRKler zur Fortbildung anbieten“, erzählt Jugendreferentin Heidrun Helmuth, die schon immer Spaß daran hat, kreative Ideen in die Tat umzusetzen. Sie und ihre Kollegin Nina Siegle haben den lehrreichen Abenteuerweg geschaffen, damit die Teilnehmer auf reizvolle, interessante Art und Weise erfahren, wie sie im Notfall agieren, um sich und anderen qualifiziert helfen zu können.

Der Rundweg lässt sich nach DRK-Angaben in zügigem Tempo innerhalb von eineinhalb Stunden absolvieren. Wer der Fantasie, vor allem bei einer Tour mit Kindern, keine Grenzen setzt, kann aber auch ohne Probleme einen halben Tag gemeinsam im Wald verbringen, wandern, tüfteln und ausprobieren. Neulingen in Sachen Geocaching empfiehlt sich, sich vor Beginn der Tour mit dieser Art der Schatzsuche vertraut zu machen. Wichtigste Voraussetzung für die Suche nach der nächsten Station ist ein GPS-taugliches Mobilgerät. Das kann ein Smartphone mit einer entsprechenden Karten-App sein, zum Beispiel Google Maps, oder ein spezieller GPS-Empfänger, der robuster ist, die gesuchte Position genauer orten und dementsprechend aber in der Anschaffung teuer sein kann. Das Global Positioning System (GPS) bestimmt den Standort durch Satellitensignale.

Der Rundweg bietet sich gerade auch für Eltern an, deren Kinder gerne mit dem Handy spielen. Schließlich verknüpft er Bewegung an der frischen Luft mit wichtigem Wissen und Handynutzung. „Das Immunsystem wird beim Spaziergang gestärkt. Das ist in der heutigen Zeit wichtiger denn je“, findet Heidrun Helmuth. Eine handyaffine Drittklässlerin ist auf dem Rundweg unterwegs und erstmals mit der Orientierung mithilfe von GPS in Berührung. „Was passiert, wenn ich renne?“, fragt sie gespannt, das Smartphone in der Hand, den blau blinkenden, sich fortbewegenden Punkt in der Karte, der ihren Standort anzeigt, fest im Blick. Für die hübsche, hügelige Natur drumherum, die Streuobstwiesen, den plätschernden Bachlauf, das Konzert der Grillen, hat sie kaum noch Augen und Ohren. Die Eltern dafür umso mehr: Wo zeigen heruntergetretene Gräser womöglich einen Trampelpfad an, der zur nächsten Station führen könnte? Wo sind andere, reale Spuren erkennbar, die auf das nächste Versteck hindeuten?

An der Station angekommen, gehört dann die Aufmerksamkeit aller ungeteilt der Ersten Hilfe – eine pfiffige Alternative zum Lernen in einem Ersthelferseminar.

Station eins hält in einer Plastikbox Anweisungen zum Absetzen eines Notrufs und ein Oldschool-Handy bereit.

© ALEXANDRA PALMIZI

Station eins hält in einer Plastikbox Anweisungen zum Absetzen eines Notrufs und ein Oldschool-Handy bereit.

Der Rundweg „Erste Hilfe – bist du fit?“ in Schorndorf

Startpunkt Parkmöglichkeiten gibt es, stadtauswärts fahrend, am Ende der Johannesstraße in Schorndorf. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist: Die nächstgelegene Bushaltestelle ist Haydnstraße/Bäder (nahe TC Schorndorf 1902). Von dort weiter zu Fuß bis zur GPS-Koordinate des Startpunkts: N48° 47.512 E009° 31.204

Schwierigkeitsgrad Es sollten mindestens 90 Minuten eingeplant werden für diejenigen, die den Weg schnell absolvieren wollen. Festes Schuhwerk wird empfohlen, da es nicht nur über Asphalt geht, sondern auch über Wiesen, einen Bach und unebene Waldwege.

Barrierefreiheit Der Weg ist für Rollstuhlfahrer, Fahrradfahrer und Personen mit Kinderwagen nicht geeignet, da das Terrain zu uneben ist.

Infrastruktur Toiletten sind nicht vorhanden. Restaurants und Einkehrmöglichkeiten gibt es in Schorndorf. Rastplätze und Sitzbänke sind entlang des Wegs zu finden.

Zielgruppe Familien mit Kindern, Jugendliche, Wanderer, Rätselfreunde, Freunde von Geocaching/GPS-Affine.

Mitzubringen Ein Smartphone mit vollem Akku sowie Google Maps oder eine ähnliche App für die Eingabe der GPS-Koordinaten.

Hilfe Wer bei einer Station nicht weiterkommt und die nächsten Koordinaten benötigt, kann eine E-Mail, auch vor Ort, an geo@drk-rems-murr.de schreiben. Das DRK verspricht automatische, sofortige Hilfe, egal zu welcher Uhrzeit.

Zum Artikel

Erstellt:
19. Juli 2021, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!
Ein solches Gerät, das mit Lichtschrankentechnik die Geschwindigkeit misst, besitzt die Stadt Backnang bereits, nun will sie ein weiteres anschaffen. Archivfoto: A. Becher
Top

Stadt & Kreis

Blitzlichtgewitter am Straßenrand

Für die einen sind sie reine Abzocke, für die anderen ein wichtiger Beitrag zur Verkehrssicherheit – an Geschwindigkeitskontrollen scheiden sich seit jeher die Geister. Der Backnanger Gemeinderat will die Messungen jetzt ausweiten und dafür ein zusätzliches Blitzgerät anschaffen.

Stadt & Kreis

Mut machen und Ängste nehmen

Anke Hübner und Bianca Geiger aus Unterweissach haben das im Verrai-Verlag erschienene Buch „Wer, was&wo ist Corona?“ verfasst, um Kindern in der Pandemiezeit Hoffnung zu vermitteln.