Ferienspaß mit der Waldfee

Erlebniswege in der Region: Drei kurze Rundtouren im Schwäbischen Wald bieten verschiedene Stationen mit Rätseln, Geschichten, Spiel- und Experimentieranregungen für Familien.

Daniel (hinten), Samuel, Simeon und Aaron (von links) machen auf ihrer Walderlebnistour Pause an der Juxhöhle. Fotos: M. Rohrmann

© Markus Rohrmann

Daniel (hinten), Samuel, Simeon und Aaron (von links) machen auf ihrer Walderlebnistour Pause an der Juxhöhle. Fotos: M. Rohrmann

Von Uta Rohrmann

Rudersberg. Juhu, die Ferien sind da! Aber was sollen denn bloß Familien mit Kindern mit der vielen freien Zeit noch anfangen, wenn sie in der coronagebeutelten Zeit der letzten Monate schon alle Outdoorangebote durchhaben und vielleicht auch nicht in den Urlaub fahren? Die Schwäbische Waldfee hat sich da was ausgedacht. Und zwar gleich an mehreren Orten: Auf drei verschiedenen kurzen Rundtouren im Schwäbischen Wald bei Großerlach, Gaildorf und Rudersberg hat sie sich versteckt und wartet darauf, von großen und kleinen Entdeckern gefunden zu werden. Landrat Richard Sigel, der Vorsitzende des Vereins Schwäbischer Wald Tourismus, der dieses Projekt mit den Kommunen umgesetzt hat, findet das richtig gut: „Für die Ferienzeit ist die Waldfee-Suche ein ganz besonderes Angebot für Familien mit Kindern. Als dezentrale Veranstaltung direkt vor der Haustür ist es eine wunderbare Gelegenheit, gemeinsam in frischer Luft auf spielerische Weise die Region zu entdecken – und dabei ganz einfach Abstand zu halten.“

Sechs bis acht Stationen mit Rätseln, Geschichten, Spiel- und Experimentieranregungen machen die kleinen Wandertouren, konzipiert von Naturparkführer Walter Hieber, kurzweilig. Genau hinschauen und aufpassen lohnt sich auch deshalb, weil es für die richtigen Antworten auf die Rätselfragen Buchstaben zu sammeln gilt, die am Schluss ein Lösungswort ergeben. Dieses schickt man per E-Mail an die Schwäbische Waldfee und mit etwas Glück kann man eine kleine Überraschung gewinnen. Zur Waldfee-Suche wird ein Flyer mit Schatzkarte benötigt, der auf der Website des Schwäbischen Wald Tourismus sowie auf der Homepage der jeweiligen Kommunen als Download zur Verfügung steht.

Zum Testen entscheiden sich die Abenteurer für den Rundweg bei Rudersberg, der mit 3,4 Kilometern die mittlere Länge der drei Strecken hat. Vom Schwäbischen Wald Tourismus wird der Schwierigkeitsgrad mit „mittel“ bezeichnet. In der Praxis ist dies aber sowohl für den dreijährigen Aaron aus Oberbrüden als auch für den zweijährigen Felix aus Rudersberg durchaus zu bewältigen. Felix’ Eltern haben im „Büttel“, im Rudersberger Nachrichtenblatt, von dem Sommer-Such-Spaß gelesen und sind froh, mit ihren Kindern im Wald der Schwüle entkommen zu können. Für den Zweijährigen sind die vorgeschlagenen Spiele zwar zum Teil noch nicht das Richtige. Seine fünfjährige Schwester, die lieber nicht ihren Namen verraten möchte, liebt Feen sehr und brennt darauf, die Waldfee zu finden.

Lange Hosen sind allemal sinnvoll

Wie viel die einzelnen Familien von dem Ferienangebot mitnehmen, kann je nach Alter, Interessenschwerpunkt, Zeit oder auch Verschmutzungstoleranz variieren. So kann anhand eines interessanten Experiments, das als Wettspiel gestaltet werden kann, der Wald in seiner Funktion als Wasserspeicher entdeckt werden. Dazu verlässt man den offiziellen Weg, begibt sich einen kleinen Abhang herunter und taucht Moos, Blätter und andere Naturmaterialien in den Bach ein. Das Wasser kann dann, zurückgekehrt an der Station, in ein Eimerchen ausgedrückt werden. Wer transportiert auf diese Weise das meiste Wasser? Wo es quer durch den Wald geht, sind lange Hosen sicher sinnvoll, auch als Zeckenschutz, oder je nach Wetterlage auch Matschhosen.

Eine kreative Matschmöglichkeit ist auch das Angebot, aus Lehm verschiedene Waldgeister zu modellieren und diese an Bäume zu kleben. Und wer hat schon einmal Waldmikado gespielt? Es geht aber auch ganz ohne Materialien: zum Beispiel bei dem Natur-Versteckspiel „Sucht den bellenden Fuchs“. Und die Verfolgungsjagd zwischen Baummarder und Eichhörnchen kann spielerisch auf Baumstämmen nachvollzogen werden. Solche Spiele machen erst mit mehreren Kindern richtig Spaß – am besten ist es, wenn sich zwei befreundete Familien zu der Tour verabreden.

Die Wegführung gestaltet sich abwechslungsreich und ist mit roten Waldfee-Symbolen gut sichtbar ausgeschildert. Zunächst geht es über breite Waldwege, dann führt ein schmaler, lauschiger Pfad nach oben – nicht kinderwagentauglich, aber für etwas größere Kinder durchaus reizvoll. Dann kommt man in eine große Weite, an Getreidefeldern vorbei. Ein Höhepunkt ist auch die Juxhöhle, die wegen Einsturzgefahr nicht betreten werden kann, aber die Fantasie anregt und zu einer Pause einlädt.

Vor Kurzem hat es geregnet. Aaron beobachtet eine rote Nacktschnecke beim Überqueren des Waldwegs. Seinem neunjährigen Bruder Samuel gefallen die Spiele, aber auch er meint: „Ich finde alleine auch die Natur wundervoll. Es tut gut, die Waldluft zu spüren, und ich glaube, die Bäume sind seit dem letzten Mal richtig gewachsen. Ich mag auch leckere Beeren und mache mir gerne Wanderstöcke.“ Der älteste der drei Brüder, der elfjährige Daniel, hätte sich mehr Action gewünscht. Doch die Rätsel und Zählaufgaben sind für alle was und die Geschichte von Thassilo, dem Schmetterling, liest der Papa zur Abwechslung vor.

Die Waldfee wurde von allen Kindern gefunden, deren Aufenthalt verraten sie aber natürlich genauso wenig wie das Lösungswort. Es lohnt sich übrigens, alle drei Wege zu gehen, denn an jedem Ort gibt es entsprechend der dortigen Gegebenheiten andere Aufgaben und auch die Rätsel und das Lösungswort sind verschieden. Noch bis Ende August gibt es die Gelegenheit dazu. Gleich anschließend bietet der Schwäbische Wald Tourismus zusammen mit weiteren Kommunen neue Walderlebnisstrecken (siehe Infobox).

Start- und Zielpunkt ist der Waldparkplatz Jux – ein Banner zeigt es an.

© Markus Rohrmann

Start- und Zielpunkt ist der Waldparkplatz Jux – ein Banner zeigt es an.

Neue Routen sind in Planung

Startpunkt Großerlach: am Waldparkplatz Großerlach-Grab am Limesturm; Rudersberg: am Waldparkplatz Jux; Gaildorf: am Parkplatz beim Spiel- und Grillplatz Kirgel. Die Wanderparkplätze sind mit Bannern als Startpunkte gekennzeichnet.

Schwierigkeitsgrad Der Rundweg in Großerlach ist 4,1 Kilometer lang, in Rudersberg mit 3,4 Kilometer etwas kürzer. Beide werden vom Schwäbischen Waldtourismus mit mittlerem Schwierigkeitsgrad eingeschätzt. In Gaildorf sind es nur 2,1 Kilometer. Durch die abwechslungsreiche Landschaft und die motivierenden Stationen sind die Wege auch von jüngeren Kindern zu bewältigen.

Barrierefreiheit Der Weg in Gaildorf ist für geländegängige Kinderwagen geeignet, die beiden anderen Strecken sind teilweise nicht kinderwagentauglich.

Infrastruktur Entlang der Wege laden immer wieder gemütliche Plätze zu einer Rast ein – eine Bank, Baumstümpfe und -stämme und die Juxhöhle bei Rudersberg. In Gaildorf lädt der große Grillplatz am Kirgel mit viel Platz zum Spielen ein, nach der Runde noch ausgiebig zu rasten, in Großerlach bietet sich der Platz am Limesturm für die Abschlusspause an.

Ergänzende Informationen Zur Waldfee-Suche wird ein Flyer mit Schatzkarte benötigt, der auf der Website des Schwäbischen Wald Tourismus in der Rubrik „Aktuelles“ als Download zur Verfügung steht: www.schwaebischerwald.com sowie auf der Homepage der jeweiligen Kommunen www.gaildorf.de, www.rudersberg.de und www.großerlach.de. Kugelschreiber mitnehmen, um die Buchstaben fürs Lösungswort einzutragen. Bis Ende August sind die genannten Touren angeboten, dann gibt es neue Routen in anderen Orten der Region. Infos dazu werden rechtzeitig unter www.schwaebischerwald.com eingestellt.

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Erstellt:
2. August 2021, 11:30 Uhr

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