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Fahrdienst-Vermittler Uber startet im Großraum Stuttgart

dpa/lsw Stuttgart. Der US-Konzern Uber macht den Taxiunternehmen nun auch in Stuttgart und den angrenzenden Landkreisen das Geschäft streitig. Winken den Verbrauchern nun günstigere Preise?

Die Uber App auf einem Smartphone. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild

Die Uber App auf einem Smartphone. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild

Der Fahrdienstvermittler Uber bietet seine Dienste ab sofort auch in Stuttgart und der Umgebung an und macht den Taxis damit mächtig Konkurrenz. Seit Mittwoch könnten Nutzer in der Landeshauptstadt und in umliegenden Landkreisen über die Uber-App Fahrten mit einem professionellen Fahrer buchen, teilte der US-Konzern mit. Neben Stuttgart würden auch Pforzheim sowie die Landkreise Rems-Murr, Calw, Ludwigsburg, Tübingen, Esslingen, Böblingen und der Enzkreis bedient, hieß es. Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) sagte, Uber biete „eine günstige Ergänzung“ des Mobilitätsangebots.

Leidtragende könnten Taxiunternehmer sein, die unter Umständen mit sinkenden Umsätzen rechnen müssen. Mit dieser Gefahr müsse man umgehen, kommentierte der Vorstand des Stuttgarter Taxiverbands, Iordanis Georgiadis. Generell begrüße das Taxigewerbe „jeden Mitbewerber, wenn er sich an die Regeln hält“. In Deutschland ist Uber seit langem mit der Taxi-Branche im Clinch. Das US-Unternehmen hatte bei seiner internationalen Expansion zunächst Regeln missachtet und sich mit der Taxi-Branche und den Behörden angelegt.

Georgiadis wehrt sich gegen den Vorwurf, Uber biete meist günstigere Preise als Taxis an. Uber sei allenfalls in Zeiten mit geringer Nachfrage preiswerter, im Schnitt aber nicht. Das gelte besonders für die Zeiten zwischen 8.00 und 12.00 sowie zwischen 16.00 und 20.00 Uhr, darüber hinaus auch freitags und samstags zu später Stunde.

Hoffmeister-Kraut betonte, bei einer geplanten Modernisierung des Personenbeförderungsrechts müsse sichergestellt werden, „dass die Balance zwischen den Interessen des Taxigewerbes und neuen Anbietern von innovativen Mobilitätsdienstleistungen gewahrt“ werde.

Der Großraum Stuttgart ist neben Berlin, München, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Köln und Hamburg das siebte Gebiet in Deutschland, in dem Uber seine Dienstleistungen fest anbietet. Abseits dessen hat das Unternehmen Anfang November auch ein Pilotprojekt im ländlichen Raum in mehreren Kleinstädten östlich von München gestartet.

Bucht ein Kunde den Dienst UberX, wird er den Angaben des Konzerns zufolge von Fahrern transportiert, die für Mietwagenfirmen arbeiten und über einen Personenbeförderungsschein verfügen. Gebucht wird vor Fahrtbeginn zu einem Festpreis. Vor Fahrtantritt sieht der Kunde das Profil des Fahrers, dessen Bewertung und das Kennzeichen des Wagens in der App. Bezahlt wird bargeldlos mit Kreditkarte oder Paypal. Mit der Option Uber Green vermittelt der Konzern auch vollelektrische Fahrzeuge. Zusätzlich zu den Diensten UberX und Uber Green wird in Stuttgart auch die Option UberTaxi angeboten - dabei wird die Fahrt an ein klassisches Taxi zum regulären Taxitarif vermittelt.

Laut einer einstweiligen Verfügung des Landgerichts Köln aus dem Juli darf die Firma ihre App inzwischen eigentlich nicht mehr zur Mietwagenvermittlung in Deutschland einsetzen. Die Umsetzung des Dienstes UberX verstoße gegen das Personenbeförderungsgesetz, heißt es in dem Gerichtsbeschluss, der nach Uber-Angaben aber noch immer nicht zugestellt ist. Das Verbot gilt erst ab der Zustellung. Warum sich die Zustellung so lange verzögert, ist unklar.

In einem anderen Fall, in dem es ebenfalls um die Uber-App geht, will das Landgericht Frankfurt/Main am 19. Dezember eine Entscheidung verkünden. Hier will die Servicegesellschaft für Taxizentralen, Taxi Deutschland, die App gerichtlich verbieten lassen, weil Uber ein reguläres Unternehmen sei, das zum Geschäftsbetrieb mit einer App über eine reguläre Konzession verfügen müsse. Eine solche Genehmigung hat Uber zurzeit nicht. Uber-Vertreter äußerten vor Gericht, man vermittle ausschließlich selbstständig tätige Fahrer mit ihren Fahrzeugen und benötige deshalb keine Konzession.

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Erstellt:
13. November 2019, 16:39 Uhr

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