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Fehlverhalten auf E-Tretrollern in Mannheim und Heidelberg

dpa/lsw Mannheim. Elektro-Tretroller sind als Nahverkehrsmittel stark im Kommen. Doch es häufen sich Beschwerden über falsches Verhalten. Eine Kontrollwoche in Mannheim und Heidelberg hat gezeigt, dass eine Vorschrift besonders häufig missachtet wird.

Eine Frau fährt einen E-Scooter eines Elektro-Tretroller-Sharing-Anbieters auf einem Fuß- und Radweg. Foto: Uwe Anspach/Archivbild

Eine Frau fährt einen E-Scooter eines Elektro-Tretroller-Sharing-Anbieters auf einem Fuß- und Radweg. Foto: Uwe Anspach/Archivbild

Vom Fahren auf Gehwegen bis Trunkenheit ist alles dabei: Polizei und Ordnungsbehörden in Mannheim und Heidelberg haben bei einer Schwerpunktkontrolle von E-Tretroller-Fahrern eine Vielzahl von Verstößen festgestellt. Insgesamt schritten Polizisten 233 Mal ein.

Der häufigste Fehler mit 113 Fällen sei das Fahren in Fußgängerzonen gewesen, sagte Polizeisprecher Markus Winter am Donnerstag. Es folgten das unerlaubte Benutzen von Gehwegen, Fahren zu zweit auf einem Roller oder entgegen der Fahrtrichtung. Vier Fahrer waren betrunken. Mit 187 Fällen stellten die Beamten den überwiegenden Teil der Verstöße in Mannheim fest.

Die Polizei hatte die öffentlich angekündigten Kontrollen eine Woche lang bis Mittwoch vorgenommen. Auch die Ordnungsdienste beider Städte beteiligten sich. Seit kurzer Zeit stehen in Mannheim und Heidelberg Elektro-Tretroller von Verleihern zur Verfügung. Beschwerden über Fehlverhalten hätten sich seitdem gehäuft. Auch Unfälle mit Verletzten habe es schon gegeben. „Die Maßnahmen, die unter den Augen der Öffentlichkeit stattfanden, wurden insgesamt sehr positiv aufgenommen und von einer breiten Mehrheit begrüßt“, teilte Winter in der Abschlussbilanz mit.

Referatsleiter Timon Kuntz aus dem Stuttgarter Innenministerium sagte zur Begründung der Schwerpunktwoche, die Wirkzusammenhänge zwischen Kontrolldruck, Sanktionshöhe und Verhaltensänderung seien wissenschaftlich belegt. Wiederholte Kontrollen seien besonders sinnvoll. „Dann hält der Effekt an.“

Bei den Kontrollen in beiden Städten sei es auch wichtig, ein gutes Lagebild zu bekommen, sagte Kuntz. Die Elektroroller seien frisch auf dem Markt. „Wir haben keine landesweite Lage, sondern wir haben jetzt ein Problem, das sich gerade herauskristallisiert.“ Die Schwerpunktaktion habe auch das Ziel, die Regeln bekannt zu machen. „Viele Menschen wissen nicht, dass E-Roller wie Kraftfahrzeuge sind und deswegen auch die Alkoholgrenzen gelten.“ Aufklärung und Sanktion seien gleichermaßen wichtig. „Es ist wichtig, dass wir konsequent zweigleisig fahren.“

Der promovierte Verkehrspsychologe Peter Strohbeck-Kühner vom Institut für Rechts- und Verkehrsmedizin der Universität Heidelberg sagte, er habe auf solche Kontrollen gehofft. Der E-Scooter sei ein neues Phänomen, und durch angekündigte Kontrollen könne man verankern, dass ein E-Scooter ein Kraftfahrzeug und nicht irgendein Spielzeug sei. „Viele haben nicht das Bewusstsein dafür, dass Strafen und Punkte drohen.“ Den Menschen solle auch bewusst werden, „dass nicht sie die Kontrolle über alles haben, sondern dass auch sie kontrolliert werden können“. Das Regelbewusstsein sei noch nicht vorhanden. „Es wird immer ein paar Rowdys geben, die unbelehrbar sind.“ Um die gehe es aber nicht zentral, sondern um die große Masse von Leuten, die E-Scooter fahren. „Es ist ganz wichtig, dass weiter kontrolliert wird“, sagte Strohbeck-Kühner. „Einmalige Kontrollen verpuffen.“

Städtetag und Gemeindebund empfehlen den Kommunen in einem Papier, E-Tretroller-Verleihsysteme eng mit dem öffentlichen Personennahverkehr zu verzahnen. „Je nahtloser die Leihroller in den ÖPNV integriert werden, desto eher besteht die Chance, dass ÖPNV-Kunden diese als neue Option auf der ersten und letzten Meile wahrnehmen.“ Leihroller sollten nicht ausschließlich als Problem, sondern gleichermaßen als Chance verstanden werden - die es als Beitrag für einen klimaverträglichen Stadtverkehr zu nutzen gelte.

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Erstellt:
29. August 2019, 13:59 Uhr

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