Feuerwehrgerätehaus in Kirchberg wird saniert

Schon seit Längerem befasst sich der Kirchberger Gemeinderat immer wieder mit der Sanierung des Feuerwehrgerätehauses. Nun soll das Projekt endlich angegangen werden, allerdings muss die ursprüngliche Kostenschätzung nach oben korrigiert werden.

Das Feuerwehrgerätehaus in Kirchberg an der Murr soll unter anderem energetisch ertüchtigt werden. Foto: Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Das Feuerwehrgerätehaus in Kirchberg an der Murr soll unter anderem energetisch ertüchtigt werden. Foto: Tobias Sellmaier

Von Kristin Doberer

Kirchberg an der Murr. Seit Juli 2021 steht fest: Das Feuerwehrgerätehaus in Kirchberg an der Murr soll modernisiert und erweitert werden. Nicht nur die energetische Sanierung ist geplant, auch soll der Umkleidebereich verbessert werden – endlich soll es auch einen Bereich für Frauen geben – und der Ortsverband des Roten Kreuzes (DRK) soll mit einziehen (wir berichteten). Dem DRK stehen derzeit nämlich nur das sanierungsbedürftige und lediglich 60 Quadratmeter große, ehemalige Wasserhäusle für die Bereitschaft und die Gemeindehalle für die Arbeit im Senioren- und Kleinkindbereich zur Verfügung.

Außerdem sollen durch den Umbau die Wohnungen im Obergeschoss des Gebäudes über einen neuen Eingangsbereich erschlossen werden, sodass der Weg dorthin nicht mehr über den öffentlichen Raum führt.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung war das Projekt also erneut Thema. „Das zieht sich ja jetzt schon eine Weile hin“, kommentiert Reinhard Enge von der Bürger-Union Kirchberg (BUK). Dieser leitete den Tagesordnungspunkt, da sich Bürgermeister Frank Hornek als Vorsitzender des DRK-Ortsverbands aufgrund von Befangenheit zu den Zuschauern setzen musste. Nun allerdings geht es voran, die Gemeinderäte haben den Baubeschluss gefasst, die Arbeiten sollen ausgeschrieben werden.

Die Kosten steigen auf insgesamt über 1,9 Millionen Euro

Schon im Dezember 2021 stand der Baubeschluss auf der Tagesordnung des Gemeinderats, damals hatten die Gemeinderäte die Pläne allerdings als noch nicht baugesuchsreif gesehen. Zu viele offene Fragen hatte es beim Thema Energiekonzept gegeben. Nach dieser Extrarunde ist die Gemeinde jetzt deutlich weiter: Das Baugesuch, das die Verwaltung im Oktober 2022 eingereicht hatte, ist im Juli 2023 vom Regierungspräsidium genehmigt worden, Fördersummen sind bekannt. Und mit dem Beschluss in der jüngsten Gemeinderatssitzung kann die Verwaltung die Arbeiten nun ausschreiben.

Allerdings hat sich unter anderem durch die Verzögerung auch der finanzielle Rahmen des Projekts verändert. Die allgemeinen Preissteigerungen gehen auch an dieser Sanierung nicht vorbei. Allein seit der Sitzung im Dezember 2022 seien die Kosten um rund zehn Prozent gestiegen, die Zahlen präsentiert Kämmerer Marius Vogel.

Förderung in Höhe von insgesamt über 700000 Euro

Mit rund 760000 Euro am teuersten ist der Anbau mit der Garage für die DRK-Fahrzeuge, dazu kommt die technische Ausstattung in der Fahrzeughalle des DRK (241000 Euro). Für die energetische Sanierung des Bestandsgebäudes rechnet die Gemeinde nun mit Kosten von etwa 385000 Euro, dazu kommen eine neue Lüftungsanlage und eine neue Heizung (433000 Euro) sowie die Fotovoltaikanlage auf dem Dach (106000 Euro) und die Gestaltung der Außenanlage für rund 66000 Euro. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf über 1,9 Millionen Euro.

„Bei den 1,9 Millionen habe ich erst mal geschluckt“, sagt Gebhard Kunzi von der Unabhängigen Bürgerschaft Kirchberg (UBK). „Aber die energetische Sanierung müssen wir früher oder später ohnehin machen.“ Nun komme es darauf an, sich um gute Angebote zu bemühen, durch den allgemeinen Rückgang in der Baubranche sei das durchaus eine Möglichkeit. Dem stimmt auch Gerd Bärlin von der Bürger-Union Kirchberg zu. „Wenn es noch günstiger wird, sind wir auch nicht böse.“

Zugleich erhält die Gemeinde einiges an Fördermitteln – insgesamt rund 741000 Euro – aus unterschiedlichen Fördertöpfen, sodass die Gemeinde lediglich 1,2 Millionen stemmen muss. Darunter sind auch 320000 Euro aus dem Ausgleichstock, den die Gemeinde ohne die „Extrarunde“, wie es Gudrun Wilhelm nennt, eventuell nicht bekommen hätte.

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Erstellt:
4. Oktober 2023, 06:00 Uhr

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