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Forscher untersuchen Dünge-Unglück an der Jagst von 2015

dpa/lsw Tübingen/Kirchberg. Wissenschaftler haben das Düngemittel-Unglück an der Jagst vor mehr als vier Jahren als Experiment in natürlicher Umgebung genutzt und daraus mögliche Gefahren für die Zukunft abgeleitet. Demnach könnten auch ohne Unfall künftig häufiger schlagartig große Nährstoffmengen in Gewässern auftreten, hieß es in einer Mitteilung der Universität Tübingen vom Mittwoch.

Freiwillige Helfer sammeln in der Jagst tote Fische. Foto: Uwe Anspach/dpa/Archivbild

Freiwillige Helfer sammeln in der Jagst tote Fische. Foto: Uwe Anspach/dpa/Archivbild

Nach einem Mühlenbrand in Kirchberg (Kreis Schwäbisch Hall) im Sommer 2015 war eine Mischung aus Mineraldüngern und Löschwasser in die Jagst geflossen und hatte ein massives Fischsterben verursacht. Forscher unter anderem von der Universität Tübingen entnahmen in der Folge Wasserproben. Ihrer Erkenntnis nach bewirkte der in den Düngemitteln enthaltene Stickstoff eine massenhafte Vermehrung von Algen. Diese sind giftig für den Menschen und andere Lebewesen und entziehen dem Wasser Sauerstoff, was Flora und Fauna schädigt.

Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass solche plötzlich auftretenden Schadstoffbelastungen von Gewässern auch wegen des Klimawandels und verursacht durch den Menschen zunehmen und ähnliche Folgen wie das Unglück in der Jagst haben könnten: „Extreme Wetterereignisse nehmen zu. So kann etwa ein Starkregen die Böden in kürzester Zeit auswaschen“, so die Tübinger Geowissenschaftlerin Julia Kleinteich. 

Wenn landwirtschaftlich genutzte Flächen mit Gülle aus intensiver Viehhaltung gedüngt werden, könnte dies Gewässer in der Umgebung mit großen Mengen Stickstoff belasten, hieß es in der Mitteilung. Die Ergebnisse der Jagst-Untersuchung hat das Team in der Fachzeitschrift Limnology and Oceanography veröffentlicht.

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Erstellt:
13. November 2019, 15:01 Uhr

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