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Für die nächste Generation gut gerüstet

Mit dem Konzept Kiga Plus wird die Kinderbetreuung in der Gemeinde Kirchberg an der Murr fit für die Zukunft gemacht. Für die Erweiterung stehen ausreichend Räume zur Verfügung. Wobei mit dem aktuellen Umbau auch hier nun die Grenzen erreicht sind.

Auf der Kindergartenbaustelle in Kirchberg an der Murr wird derzeit fleißig geschafft und eine ohnehin fällige Sanierung mit erledigt. Fotos: A. Becher.

© Alexander Becher

Auf der Kindergartenbaustelle in Kirchberg an der Murr wird derzeit fleißig geschafft und eine ohnehin fällige Sanierung mit erledigt. Fotos: A. Becher.

Von Simone Schneider-Seebeck

KIRCHBERG AN DER MURR. Kirchbergs Bürgermeister Frank Hornek kann sich freuen. Denn seine Gemeinde wächst und gedeiht, besonders in Bezug auf junge und jüngste Kirchberger. Seit Jahren schon gibt es einen regelrechten Geburtenboom in dem beschaulichen Ort an der Murr. Immer mehr Familien mit Kindern ziehen zu. Zudem sind Familien mit drei und mehr Kindern hier längst nichts Ungewöhnliches mehr. Seit 2013 sind die Gesamtzahlen an Kindern, die die örtlichen Kindertagesstätten besuchen, von 132 auf 208 angewachsen.

Diese erfreuliche Entwicklung hat dazu geführt, dass die bereits bestehenden beiden Kindertagesstätten stetig erweitert wurden und im Jahr 2013 ein bis dahin in Baden-Württemberg einzigartiges Konzept starten konnte: Kiga Plus. Die Kinder im letzten Kindergartenjahr haben ihre eigene Kindertagesstätte im Gebäude B der Grundschule bekommen. Hier werden sie altersgerecht gefördert und spielerisch an den neuen Lebensabschnitt Schule herangeführt.

Die künftigen Schulanfänger werden gemeinsam und individuell auf die Schule vorbereitet, um den Übergang zu erleichtern. Zudem lernen sich die zukünftigen Klassenkameraden bereits vorab kennen. Gestartet waren die „Frösche“ im September 2013 mit 40 Kindern. Da die geplanten Belegungsplätze samt Rückstellungen bald ausgereizt waren, wurde im September 2017 ein weiterer Raum im B-Gebäude dazugenommen, der jedoch nicht direkt mit dem Kiga Plus verbunden, sondern nur über das Treppenhaus zu erreichen ist.

Aufgrund der weiter steigenden Zahlen zeigte sich im Sommer 2018: Kiga Plus muss ausgebaut werden, zudem wurde eine neue Kiga-Gruppe für Zwei- bis Fünfjährige unumgänglich. Im September 2018 stimmte der Gemeinderat daher zu, ab dem Jahr 2019/2020 eine weitere Kindergartengruppe zu eröffnen sowie Kiga Plus ab 2020/2021 auf drei Gruppen zu erweitern und entsprechend die Räume anzupassen.

Glück im Unglück für die Gemeinde, dass überhaupt die Möglichkeit besteht, das Schulgebäude entsprechend nutzen zu können. Denn die ehemalige Grund- und Werkrealschule wurde zum Schuljahr 2018/2019 zur reinen Grundschule mit aktuell acht Klassen. Daher stehen für die Erweiterung der Kinderbetreuung ausreichend Räume zur Verfügung. Wobei mit dem aktuellen Umbau auch hier nun die Grenzen erreicht sind.

Gesagt, getan: Von Vorteil für den geplanten Ausbau erweist sich die Bauweise des Schulgebäudes B. Es handelt sich hierbei um zwei zusammenhängende Würfel mit insgesamt drei Ebenen. In Ebene 1 befand und befindet sich noch die Vorschulgruppe Kiga Plus. Hier wird ab dem neuen Kindergartenjahr die neue Kindergartengruppe Kigalino angesiedelt. Ebene 2 wurde bis zum Schuljahr 2018/2019 noch für die Grundschule genutzt und wird momentan zu den neuen Gruppenräumen des Kiga Plus umgebaut. In Ebene 3 befinden sich die Kernzeitbetreuung der Schule sowie der zusätzliche Gruppenraum. Hier residiert seit Jahresbeginn übergangsweise Kigalino.

Da dieser Schulkomplex bereits um die 50 Jahre alt ist, wäre eine Sanierung in naher Zukunft unumgänglich geworden. Daher können nun zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Die komplette Außenfassade sowie die komplette Ebene 2 innen werden saniert. Ebene 1 war seinerzeit durch die Einführung von Kiga Plus bereits dem neuen Konzept entsprechend ausgebaut worden. Das frühere Flachdach wurde nun zu einem Pultdach, inklusive Fotovoltaikanlage, die von der Wasserversorgung gebaut wird.

Gut 99 Kilowattstunden/peak können hiermit erreicht werden. Über eine neu gebaute Stromleitung werden dadurch die Pumpen des Hochbehälters Abstetter sowie die Nanofiltrationsanlage mit Energie versorgt. Mit dem Stand der Baumaßnahmen zeigt sich Bürgermeister Hornek recht zufrieden. „Wir werden nicht zu früh fertig“, meint der Verwaltungschef trocken, erstrebt sei „eine Punktlandung“ pünktlich zum 14. September. Das etwas zähe Vorankommen liege an der großen Auslastung der Handwerker.

Die Gemeinde investiert etwa zwei Millionen Euro, dafür geht der größte Betrag in die Sanierung des Gebäudes aus den 70er-Jahren. Das Raumkonzept sowie auch die Gestaltung der zukünftigen Außenanlage, die Beschaffung von Inventar und Möblierung seien in Abstimmung mit der Kitaleitung erfolgt, Leiterin Katrin Barth könne in dieser Hinsicht sehr selbstständig agieren.

Stand jetzt ist Kiga Plus 2,5-gruppig angelegt, doch man plane großzügig dreigruppig, um entsprechend schnell auf die jeweils aktuellen Kinderzahlen reagieren zu können. Dementsprechend wird der ursprünglich als Bewegungszimmer angedachte Raum im kommenden Jahr vorerst als normaler Gruppenraum geführt. Corona fordert eben auch hier seinen Tribut. Daher ist vorerst ein Kompromiss zwischen offenem Konzept und festgelegten Gruppen angedacht. Bedauerlicherweise kann so die geplante Einweihung mit einem Tag der offenen Tür nicht stattfinden, zumindest nicht im öffentlichen Rahmen.

Eventuell soll es für die Eltern der zukünftigen „Frösche“ einen Rundgang durch die fertiggestellten Räume geben. Und dazu gehören die großzügigen Gruppenräume, Werkstatt und Bastelzimmer, Küche und Speiseraum, selbstverständlich eigene Toilettenräume und ein sogenannter Snoozle-Raum, der mit einem besonderen Beleuchtungskonzept als Rückzugs- und Ruheort dient. Sicher ist: Mit den ausgedehnten Außenanlagen, freundlichen Innenräumen, der modern gestalteten Fassade und dem zeitgemäßen Pultdach wird das ehemalige Schulgebäude gut vorbereitet sein auf die nächste Kirchberger Generation.

Verschiedene Farbmuster für die Fassadengestaltung stehen zur Wahl.

© Alexander Becher

Verschiedene Farbmuster für die Fassadengestaltung stehen zur Wahl.

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Erstellt:
23. Juli 2020, 10:40 Uhr

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