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Gefeiert wird auch im Regen

33 Narrengruppen gestalten den Faschingsumzug in Sulzbach – Zuschauer harren trotz des schlechten Wetters aus

Petrus hat es mit den Sulzbacher Narren in diesem Jahr nicht ganz so gut gemeint: Schon recht früh fing es beim diesjährigen Faschingsumzug an, zu regnen. Dennoch hatten sich wieder zahlreiche Zuschauer in der Ortsmitte eingefunden, um den 33 Gruppen der diversen Narrenzünfte zuzurufen und fleißig Süßigkeiten einzuheimsen.

Zahlreiche Zuschauer säumten die Gassen, als sich die Sulzbacher Narren auf den Weg durch den Ort machten. Fotos: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Zahlreiche Zuschauer säumten die Gassen, als sich die Sulzbacher Narren auf den Weg durch den Ort machten. Fotos: J. Fiedler

Von Lorena Greppo

SULZBACH AN DER MURR. Banger Blick gen Himmel: Die Wetterprognosen riefen bei den Sulzbacher Narren wahrlich keinen Jubel hervor. Maria Schetter-Fluor vom Sulzbacher Carnevalsverein (SCV) nahm es aber gelassen: „Gestern sah es noch um einiges dramatischer aus“, sagte sie. Zumal man sich in Sulzbach schon so oft über Sonnenschein habe freuen dürfen, da sei es zu verschmerzen, wenn es mal regnet. Anfangs blieben die Zuschauer wie auch die Narrengruppen noch trocken, als aber – bezeichnenderweise – die Wasserburg-Hexa aus Kirchheim unter Teck über den Marktplatz gingen, fing es dann doch zu regnen an. Die Zuschauer ließen sich davon nicht stören, sie setzten einfach ihre Kapuzen auf oder spannten die Schirme auf. Von den Kostümen der zahlreichen Kinder war an diesem Tag aufgrund des Wetters aber leider nicht viel zu sehen.

Zahlreiche Premieren: Gleich 7 der 33 Narrengruppen waren zum ersten Mal in Sulzbach mit dabei, darunter die Narrenzunft Auenwald, die Weilheimer RossMugga, die Narrenzunft Gäufelden und die Mühlenhexen aus Ilsfeld. Letztere wurden erst 2014 gegründet. Einige von ihnen hatten zuvor schon einen Besuch der Sulzbach Narren anlässlich der eigenen Umzüge und sonstigen Veranstaltungen erhalten – dabei haben die Mitglieder des SCV einiges erlebt. Die Kloster-Deifel aus Kirchheim unter Teck etwa hätten ihre Täuflinge über und über mit Ketchup und Senf eingeschmiert. „Eine Riesen-Sauerei“, erzählt Suse Greiner-Pflaum.

Schmucke Fahrzeuge: Während die meisten teilnehmenden Gruppen sich zwar zu Fuß auf den Weg durch Sulzbach machten, zogen auch die wenigen Autos im Umzug Blicke auf sich. Für viele „Ohs“ und „Ahs“ sorgte vor allem Manfred Vogts Mercedes 190D Pritschenwagen aus 1957. Weltweit seien von diesem Wagen nur 124 Stück gefertigt worden, erzählte Maria Schetter-Fluor den Zuschauern. Das Schmuckstück sei in keinem Museum zu sehen, sondern könne nur hier beim Umzug bewundert werden. Auch die Carnevalsfreunde Württemberg haben sich nicht lumpen lassen und fuhren ihre Prinzessin Anja die Erste im Maserati durch Sulzbach.

Mahnende Worte: Guter Laune zeigte sich Sulzbachs Bürgermeister Dieter Zahn, der gemeinsam mit SCV-Ehrenmitglied Adolf Heger im Cabrio unterwegs war. Vom Vereinswagen rief ihm Maria Schetter-Fluor aber sogleich einige Anweisungen zu: Er solle mit dem erwirtschafteten Geld sorgsam umgehen, mahnte sie. „Sparen ist nämlich nicht so unser Ding“, fügte sie hinzu. Zahn nahm die Forderung mit einem Lachen zur Kenntnis und winkte fröhlich in Richtung SCV-Podest.

Zu früh gefreut: „Wir waren noch so stolz und froh, dass dieses Jahr so viele Musikgruppen dabei sind“, erzählt Maria Schetter-Fluor zu Beginn des Umzugs. Doch krankheitsbedingt haben zwei der ursprünglich sechs Guggenmusik-Gruppen abgesagt. Zudem sorgte der SCV aber am Marktplatz mit Lautsprechern für Musik und als die verschiedenen Garden des Unterweissacher Carnevals-Clubs aufmarschierten, riefen die Moderatorinnen Suse Greiner-Pflaum und Maria Schetter-Fluor die Zuschauer zum rhythmischen Klatschen auf. Das gestaltete sich für viele aufgrund des Schirms in der Hand schwierig.

Sarg deluxe: Jedes Jahr macht auch die ehemalige Prinzengarde des SCV beim Umzug mit – „just for fun“, wie die Moderatorinnen versichern. In diesem Jahr waren sie als Vampire verkleidet und fuhren stilecht einen Sarg spazieren. Suse Greiner-Pflaum warnte die Zuschauer schon und fragte, ob auch zu ihrem Schutz alle Knoblauch gegessen hatten. Die Abwehrhaltung verflog schnell, als sie einen Blick in den geöffneten Sarg warf: Darin befand sich nämlich neben den vielen Rosen, die die Gruppe verteilte, eine reichlich ausgestattete Bar.

Ernste Botschaft: Nicht alles war Jubel, Trubel und Heiterkeit beim Faschingsumzug in Sulzbach. Denn die Landjugend Oberes Murrtal verteilte von ihrem großen, von einem eindrucksvollen Traktor gezogenen Mottowagen zwar eifrig Süßigkeiten und spielte Musik, ihre Botschaft war aber weniger erfreulich: „Ohne uns wärt ihr hungrig, nackt und nüchtern“ stand an der Seite des Wagens in großen Lettern. Sie forderten mehr Unterstützung und Wertschätzung für die Landwirtschaft.

Faschingsumzug in Sulzbach

Auf der Gasse tanzen die Narren.

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Lachendes Entführungsopfer: Wer von den Spiegelberger Wetzstoi-Hexa auf den Arm genommen wurde, konnte sich sicher sein, auch wieder wohlbehalten zurückzukehren.

© Jörg Fiedler

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Erstellt:
6. März 2019, 06:00 Uhr

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