Geistesblitze unter dem Zeltdach

Neuer Besucherrekord bei den 16. Backnanger Wirtschaftsgesprächen – Harro Höfliger zum letzten Mal in offizieller Funktion

Ein lauer Sommerabend, ein anregender Festvortrag und interessante Gespräche beim anschließenden Imbiss: Diese Mischung kommt an. Mehr als 900 geladene Gäste pilgerten am Montagabend zur 16. Auflage der Backnanger Wirtschaftsgespräche auf dem ehemaligen Spinnereigelände – so viele wie nie zuvor.

Voll besetzte Reihen im Zelt: OB Frank Nopper begrüßt mehr als 900 Gäste zu den Backnanger Wirtschaftsgesprächen.

© Pressefotografie Alexander Beche

Voll besetzte Reihen im Zelt: OB Frank Nopper begrüßt mehr als 900 Gäste zu den Backnanger Wirtschaftsgesprächen.

Von Kornelius Fritz

und Matthias Nothstein

Grund zum Feiern: Mit 16 Jahren darf man Moped fahren, Bier trinken und bis Mitternacht ausgehen. Für Jugendliche ist der 16. Geburtstag also durchaus ein besonderer, wie Lothar Buchfink in seinem Grußwort feststellte. Auch 16 Jahre Wirtschaftsgespräche sind ein Grund zum Feiern, findet der Vorsitzende des BDS-Gewerbevereins Backnang, der die Wirtschaftsgespräche wieder gemeinsam mit der Stadt und dem Industrieverein für den Raum Backnang organisiert hatte. Die Großveranstaltung, die von 117 Sponsoren ermöglicht wurde, sei „ein einzigartiges Netzwerktreffen in der Region“, sagte Buchfink. Kritisch äußerte sich der Autohändler über die aus seiner Sicht zum Teil widersprüchlichen Gesetze in Deutschland: „Hier plagen wir uns mit der neuen Datenschutzgrundverordnung, dort betreiben wir Vorratsdatenspeicherung. Hier verbieten wir eine 60-Watt-Glühbirne, dort fördern wir ein 66000-Watt-Elektroauto.“

Letzter Auftritt: Einer stand am Montag zum letzten Mal auf der Bühne im Festzelt. Harro Höfliger gibt in diesen Tagen nach 26 Jahren den Vorsitz des Industrievereins Backnang und Umgebung ab und hielt deshalb zum letzten Mal das Schlusswort. Das Amt bleibt allerdings in der Familie, denn sein Sohn Markus Höfliger übernimmt zumindest interimsweise die Vereinsführung. Auch Harro Höfliger will den Wirtschaftsgesprächen verbunden bleiben und im nächsten Jahr als einfacher Gast wiederkommen: „Ich hoffe, ich werde eingeladen.“

Erfolgsgeschichte: Frank Noppers „schönste Nebensache der Welt“ und Lieblingsthema zugleich ist Jahr für Jahr das BK-Nummernschild. Am Montagabend gab er den aktuellen Zwischenstand bekannt. Demnach steigen die Zahlen weiter in Richtung 30000 zugelassene oder reservierte BK-Kennzeichen. Schmunzelnd verkündete Nopper: „Diese Entwicklung hat mir übrigens ein Lob der örtlichen Wirtschaft, genauer gesagt der Schildermacher, eingebracht, das da lautete: ,Nopper, wir sind sehr zufrieden mit dir!‘“

Individuelles Geschenk: Die Festredner bei den Wirtschaftsgesprächen erhalten als Dankeschön stets einen Präsentkorb mit Produkten aus Backnang und der Region. Für Ulrich Grillo hatte sich der städtische Wirtschaftsbeauftragte Ralf Binder allerdings noch etwas Besonderes einfallen lassen. Grillos Markenzeichen ist das Einstecktuch im Sakko. Deshalb überreichte Binder dem Gast zum Abschied ein Einstecktuch mit Backnanger Wappen – ein Unikat, das der Wirtschaftsförderer eigens bei einer Backnanger Stickerei hatte anfertigen lassen. Und Grillo wusste das Geschenk zu würdigen: Sogleich tauschte er sein Einstecktuch gegen das neue.

Bitte recht freundlich: Eine Säule, die Fotos macht – das weckt keine guten Assoziationen. Doch die Fotobooth Tube, die Bernd Braun von der TIS Service GmbH aus Allmersbach im Tal auf dem Spinnerei-Gelände aufgebaut hatte, fotografiert keine Temposünder, sondern Partygäste. Wer sich vor die Säule stellte, konnte einen Magnetsticker mit seinem persönlichen Erinnerungsfoto mit nach Hause nehmen. Und diese „Blitzerfotos“ waren sogar kostenlos.

Zweite Hoffnung: Bei den Gesprächen am Buffet war natürlich auch die Fußball-WM in Russland Thema. Landrat Richard Sigel hat nach dem Ausscheiden der Deutschen noch ein zweites Eisen im Feuer. Seine Frau ist Halb-Schwedin und auch die beiden Kinder haben neben dem deutschen einen schwedischen Pass. Klar, dass die Familie jetzt den Skandinaviern die Daumen drückt. Als beide Mannschaften in der Vorrunde gegeneinander spielten, lagen die Sympathien im Hause Sigel dann aber doch beim Team von Jogi Löw: „Da galt das Wohnortprinzip“, stellt der Landrat klar.

Shuttleverkehr: So schön das Areal hinterm Finanzamt auch ist, einen großen Nachteil hat es: Es gibt keine öffentlichen Parkplätze in ausreichender Zahl in unmittelbarer Nähe. Wohl aber jenseits der Murr entlang der Straße zum Wonnemar. Viele Besucher nutzten den Fußgängersteg und legten die wenigen Hundert Meter per pedes zurück. Wer das nicht will oder kann, der darf auf einen Bus-Shuttleservice zurückgreifen. Der wurde aber nur mäßig genutzt, berichtete der Busfahrer. Den ganzen Abend über habe er keine 20 Fahrgäste chauffiert.

Eine Bildergalerie von den 16. Backnanger Wirtschaftsgesprächen finden Sie online auf www.bkz-online.de. Bildergalerie im Netz
Zum letzten Mal auf der Bühne: Unternehmer Harro Höfliger. Fotos: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Zum letzten Mal auf der Bühne: Unternehmer Harro Höfliger. Fotos: A. Becher

Vor der stimmungsvollen Kulisse der ehemaligen Industriegebäude pflegen die Gäste nach dem offiziellen Teil ihre Kontakte.

© Pressefotografie Alexander Beche

Vor der stimmungsvollen Kulisse der ehemaligen Industriegebäude pflegen die Gäste nach dem offiziellen Teil ihre Kontakte.

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Erstellt:
4. Juli 2018, 06:00 Uhr

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