GezähmteSchwaben

Täglich neu: Landestypisches für Einheimische und Reigschmeckte

Zum Wochenauftakt haben wir über die Bemühungen der Traugott-Armbrüstle-Gesellschaft berichtet, das schwäbische Ade vor dem norddeutschen Tschüss zu retten. Dazu schreibt Martin Weißeise aus Vaihingen: „Wie das meiste ist auch die Sprache Erziehungssache. Wenn dann Kindergärtner/-innen, Lehrer/-innen und sogar Moderatoren des ,Schwabensenders‘ SWR 4 Tschüss statt Ade sagen, braucht man sich nicht zu wundern, dass sich Eltern altbacken vorkommen, Ade in der Öffentlichkeit zu sagen. Aktuelles Beispiel aus unseren Reihen: Ein Junge kommt breit Schwäbisch schwätzend in den Kindergarten. Nach zwei Jahren spricht er astreines Hochdeutsch, obwohl die Eltern zu Hause Schwäbisch reden.

Das kommt unter anderem daher, dass es zum großen Teil in Schulen und auch schon in Kindergärten verpönt ist, Schwäbisch zu sprechen, was für unseren Dialekt tödlich ist. Vielleicht sollten Herr Kretsch­mann und Frau Eisenmann hier mal einwirken. Schwäbisch sprechende Schüler können jedenfalls genauso gut und besser in Deutsch sein wie Hochdeutsch Redende. Ade, machat’s guat!“

Margret Reber aus Sulzbach/Murr schickt uns ein Rezept für ein winterliches Kompott.

„Zutaten:

250 g Birnen

250 g Äpfel

2 Orangen

1 Glas Pflaumen

eine Zitrone (unbehandelt)

0,25 l Pflaumensaft,

eine Zimtstange

4 Sternanis

100 g Zucker

2 EL Speisestärke

250 g Schlagsahne

1 Päckchen Vanillezucker

Zubereitung:

Birnen und Äpfel entkernen, schälen und in Schnitze schneiden. Die Orangen filetieren; die Pflaumen abtropfen lassen. Nun die Zitrone auspressen und ein Stück Schale abschälen. Äpfel, Birnen, den Pflaumensaft, die Gewürze und den Zucker in einen Topf geben und drei Minuten köcheln lassen. Die Stärke anschließend mit Wasser glatt rühren und mit dem Kompott aufkochen. Zum Schluss die Orangenfilets und die Pflaumen dazugeben und die Zitronenschale rausfischen. Mit gezuckerter Schlagsahne garnieren. Fertig.“

Jürgen Koop gibt Folgendes zum Besten: „Als der Sohn wieder einmal sein Brot nicht aufessen wollte, sagte der Vater zu ihm: ,Bua du muascht dei Brot aufessa, dass’d später groß ond kräftich wirscht ond amol dei Brot selbr’ vrdiene koscht.‘ – ,Abbr Babba, warom soll i mir denn’s Brot vrdiene? I mog’s doch garned.‘“

Am Mittwoch lösen wir auf, was es mit „Mongeles-/Moggelesbraun“ auf sich hat. Der schwäbische Spruch des Tages kommt ebenfalls von Frau Reber. Sie zitiert ihren Vater (Jahrgang 1908): „A reachdr Schwob wird nia ganz zahm – außer er isch guad verheiroded!“ (jan)

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Erstellt:
8. Januar 2019, 03:14 Uhr

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